Nebelfelder
DE | FR
40
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sport
Velo

Velo: Die schönsten der 20 höchsten Schweizer Alpenpässe

Klausenpass
Einer meiner Lieblinge: Blick vom Klausen ins Schächental.Bild: Ralf Meile

Das sind die schönsten und die härtesten der grossen Schweizer Alpenpässe

Wer das Glück hat, als Hobby das Rennvelofahren zu haben, der kommt dabei herum. Kürzlich habe ich die zwei letzten Lücken geschlossen und nun die 20 höchsten Schweizer Alpenpässe befahren. Zeit für eine Bilanz, da ich oft die gleichen Fragen höre.
26.08.2018, 11:4627.08.2018, 03:39
Ralf Meile
Folge mir

Nein, man muss es nicht verstehen, weshalb wir Rennvelofahrer uns das freiwillig antun. Aber glauben kann man uns, dass es ein tolles Gefühl ist, oben anzukommen. Und während der Auffahrt und auf der Passhöhe die wunderschöne Bergwelt zu geniessen.

«Wo ist's am schönsten?», werde ich oft gefragt. Die Antwort ist sauschwierig, denn die Frage müsste eher lauten, wo es nicht schön ist. Trotzdem folgt meine subjektive Einschätzung der 20 höchsten Schweizer Alpenpässe.

Der schönste Pass

Aus 20 Pässen mach' zunächst einmal zehn – diese Kandidaten haben es in die engere Auswahl geschafft:

1 / 20
Die schönsten der grossen Schweizer Alpenpässe
quelle: ralf meile / ralf meile
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Die 20 höchsten Pässe
In meine Liste kamen Pässe mit Asphaltbelag, welche von zwei Seiten aus befahrbar sind. Es sind der Höhe nach: Umbrail, Nufenen, Grosser St.Bernhard, Furka, Flüela, Bernina, Albula, Julier, Susten, Grimsel, Ofen, Splügen, Gotthard, San Bernardino, Oberalp, Simplon, Lukmanier, Grosse Scheidegg, Klausen und Maloja. Die Forcola di Livigno habe ich als «Abstecher» vom Bernina ignoriert.

Und das ist mein Podest:

  1. Umbrail: Fast verkehrsfrei, viele Kehren, wunderschöne Landschaft, majestätische Passhöhe, von der wohl die meisten noch die paar Meter hinauf zum Stilfserjoch anhängen.
  2. Grosse Scheidegg ab Meiringen: Kaum Verkehr, Fahrt mitten in der Bergwelt (die man sogar sieht, wenn nicht wie bei mir dicker Nebel aufzieht).
  3. Furka ab Realp: Viele Kurven, nicht zu lang und nicht zu kurz, fantastischer Ausblick von der Passhöhe. Manchmal etwas gar viel Verkehr.

Der hässlichste Pass

«Hässlich» ist ein gar scharfes Urteil, denn weniger als 3 von 5 Schönheitssternen gebe ich keinem dieser 20 Aufstiege. Die Urner Seite des Susten mit langen Geraden empfand ich als nicht sehr verlockend. Der Simplon ab Brig hat einen schönen Mittelteil und mit der Ganterbrücke ein spektakuläres Highlight, aber oben einige Galerien. Von Italien her will ich ihn wegen sehr vieler Tunnels nie befahren.

Simplon Simplonpass Gamperbrücke
Eindrückliches Bauwerk: Die 678 Meter lange Ganterbrücke am Simplon.Bild: Ralf Meile

Der härteste Pass

Vom früheren Bergfloh Beat Breu stammt eines meiner liebsten Velo-Zitate:

«Wenn's ufe goht, isch es überall streng!»

Trotzdem gibt es verschiedene Grade der Anstrengung. Der Nufenen ist steil und bietet kaum Gelegenheit zur Erholung. Der Bernina ist von der italienischen Seite her ewig lang, der Splügen ist lang und zwischendurch steil. Hart ist auch die Grosse Scheidegg. Entscheidenden Einfluss haben natürlich Wetter und Form: Was heute bei Nieselregen steil ist, scheint morgen bei Sonnenschein schon wesentlich angenehmer zu fahren.

Nufenenpass
Ich litt hinauf, doch die Aussicht (und die Beiz) belohnten das Kraxeln: Blick vom Nufenen.Bild: Ralf Meile

Der einfachste Pass

Nochmals Beat Breu:

«Wenn's ufe goht, isch es überall streng!»

Doch auch der St.Galler hatte nicht an jedem Berg gleich viel Mühe, nach oben zu kommen. Wer einmal einen schönen Pass erklimmen will, der auch ohne Wahnsinns-Wädli und Top-Kondition zu packen ist, dem bieten sich der Flüela ab Davos, der Oberalp ab Andermatt oder der Bernina ab Celerina an.

Flüelapass Flüela
Wolkenspiel am Flüelapass.Bild: ralf Meile

Der überraschende Pass

Vom Grossen St.Bernhard wurde mir abgeraten: Transitroute, viel zu viel Verkehr, Tunnels, Gefahr, Gefahr. Und dann: eine wunderschöne Auffahrt. Sehr lang, aber selten fies steil. Von Aosta geht's gut 40 Kilometer und 2000 Höhenmeter nach oben zu den Bernhardinern mit ihren Schnaps-Fässchen und das zunächst abseits der Hauptstrasse fast ohne Verkehr (auf der empfehlenswerten Website «Quäldich» gut beschrieben). Biegt der Hauptteil des Verkehrs in den Tunnel ab, wird es über der Grenze atemberaubend schön. Was sicher stimmt: Die Abfahrt hinunter ins Wallis ist dann nicht so toll.

Grosser St.Bernhard Sankt Bernhard
Grandiose Alpenkulisse und mittendrin ein schmales Asphaltband: Im oberen Teil des Grossen St.Bernhard.Bild: Ralf Meile

Der Geheimtipp

Die Schweizer Alpenpässe sind wunderschön. Nicht nur die höchsten, sondern auch die weniger hohen Übergänge – zum Beispiel Pragel, Schwägalp (auf der «Panzerpiste»), Mittelberg oder Lüderenalp, um nur einige zu nennen.

Schwägalp
Hinauf an den Fuss des Säntis: Die Schwägalp im Herbst.Bild: Ralf Meile
Mittelberg
Unbekannt, aber wunderbar idyllisch: Der Mittelberg zwischen Jaun und Gstaad.Bild: Ralf Meile

Fast noch schöner sind jedoch die zahlreichen Sackgassen in unserem Land. Wo es nicht mehr weitergeht, kann es keinen Durchgangsverkehr geben und so gibt es abgesehen von wenigen Einheimischen, Ausflüglern und Postautos keinen Verkehr auf diesen Strecken. Damit das so bleibt, behalte ich diese Orte aber für mich, sorry. Sonst wären sie ja keine Geheimtipps mehr …

Aber weil du es bist, verrate ich dir trotzdem einen: St.Martin im Calfeisental, oberhalb von Bad Ragaz gelegen.

St.Martin im Calfeisental
St.Martin: Die letzten vier Kilometer geht's am Gigerwaldsee entlang zur abgelegenen Walser-Siedlung.Bild: Ralf Meile

PS: Kommentarspalte

Danke, dass ihr keinen weiteren Krieg zwischen Velo-, Töff- und Cabrioletfahrern anzettelt. Sagt mir lieber, welches eure liebsten Pässe sind oder jene, an denen ihr am meisten gelitten habt.

Tour de Suisse: Die schönsten Bilder längst vergangener Zeiten

1 / 24
Tour de Suisse: Die schönsten Bilder längst vergangener Zeiten
quelle: keystone / hans-ueli bloechliger
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Berge kann man natürlich auch zu Fuss erklimmen: Warum die Schweiz ein Wanderparadies ist

Video: watson/Emily Engkent

Unvergessene Radsport-Geschichten

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

40 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
gflury
26.08.2018 12:06registriert März 2014
Der einfachste: Maloja vom Engadin her, dicht gefolgt vom Wolfgang von Davos her. 😉
640
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P. D.
26.08.2018 16:01registriert Oktober 2015
Für mich persönlich der schönste Anstieg ist der Albula. Von Filisur her. Landschaftlich ist einfach alles dabei.

Schönste Abfahrten :
Lukmanier Richtung Disentis, Oberalp Richtung Andermatt und natürlich Albula Richtung Filisur.

Schönste Rennstrecke :
Gotthard Richtung Hospenthal mit max. speed 99 km/h. Ja, ich weiss..

P.S. Härtester Anstieg weltweit :
Mt.Ventoux Richtung Chalet Reynard

Gefährlichster Streckenabschnitt :
Galerie zwischen Wassen und Andermatt

Ja, Drahteselfahren mag anfangs mühsam sein, aber das legt sich..
281
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jamaisgamay
26.08.2018 12:27registriert April 2016
Pragel von der Schwyzer Seite. Härter geht's nicht.
260
Melden
Zum Kommentar
40
Finanzskandal und Ronaldos Forderungen – Juventus droht im Chaos zu versinken
Der Fussball-Klub Juventus Turin macht turbulente Zeiten durch. Ermittlungen in einem Finanz-Skandal sorgten für einen Rücktritt des kompletten Verwaltungsrats. Und Cristiano Ronaldo fordert gleichzeitig Millionen.

Juventus Turin ist derzeit ein Hornissennest. Dabei geht es nicht um die sportliche Situation des italienischen Rekordmeisters, sondern um finanzielle und insbesondere juristische Probleme. Da immer noch die WM läuft, ging das Juve-Chaos bislang fast etwas unter. Darum hier ein Aufwisch zu allem, was bislang bekannt ist.

Zur Story