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Cavendish wird von Sagan in die Bande gecheckt. bild: screenshot Eurosport

Sagan nach Ellbogenschlag gegen Cavendish von Tour de France ausgeschlossen



Die Rennjury schliesst Peter Sagan von der 104. Tour de France aus. Der slowakische Strassenweltmeister verursachte auf der Zielgeraden in Vittel den Sturz von Mark Cavendish. Die Rennjury der Tour sprach sich gut 90 Minuten nach dem Ende der Skandal-Etappe von Vittel für eine Disqualifikation gegen Sagan aus. «Der Entscheid erfolgte, weil er mehrere Fahrer gefährdet hat», sagte Jury-Präsident Philippe Marien mit ernster Miene.

Die ärztlichen Untersuchungen ergaben, dass sich der zunächst befürchtete Schulterbruch bei Mark Cavendish nicht bewahrheitete. Er erlitt ein Trauma, ebenso wie der Deutsche John Degenkolb an der rechten Schulter. Cavendish musste zudem am rechten Zeigefinger genäht werden. Der Gesamtführende Geraint Thomas erlitt bei seinem Sturz eine Knieverletzung, kann aber weiterfahren.

Umfrage

Entschied die Tour-de-France-Rennjury richtig?

  • Abstimmen

2,973

  • Ja. Der Ellbogenschlag von Peter Sagan kurz vor dem Ziel gehört sanktioniert.62%
  • Nein. Sagan konnte Mark Cavendish nicht herkommen sehen und trägt keine Schuld am Sturz.38%

Hinter dem Weitermachen von Cavendish, den mit 30 Etappensiegen bei der Tour erfolgreichsten aktiven Rennfahrer, steht indes ein Fragezeichen. «Ich habe mich bereits zweimal an der Schulter verletzt. Die Schmerzen, die ich jetzt verspüre, sind stärker als damals», meinte er.

Als Sieger aus dem Rennen geht hingegen Arnaud Démare: Der Franzose gewinnt in Vittel die 4. Etappe der 104. Tour de France und feiert damit seinen ersten Etappenerfolg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt. Der 25-Jährige vom französischen Team FDJ setzte sich im Spurt des Feldes vor dem nun ausgeschlossenen Peter Sagan und dem Norweger Alexander Kristoff durch. Der Etappensieg wurde wegen des Ellbogenstosses nach dem Schlussspurt allerdings zur Nebensache.

Neben mehreren anderen Stürzen im wilden Etappenfinale war das Schlussmanöver von Peter Sagan das auffälligste: Wenige Meter vor dem Ziel fuhr der Slowake gegen Mark Cavendish den Ellbogen aus und bugsierte ihn in die Bande. Cavendish stürzte schwer und riss auch den auch der deutschen Sprintspezialisten John Degenkolb mit zu Boden.

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Der Schlussspurt aus der Vogelperspektive. Video: streamable

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Sagans Ellbogencheck gegen Cavendish. Video: streamable

«Ich habe Mark nicht gesehen, er kam sehr schnell von hinten und ich hatte keine Zeit, zu reagieren. Ich habe mich sofort entschuldigt», sagte Sagan im Ziel. «Da fährt ein Typ im Weltmeister-Trikot, der meint, er könne sich alles erlauben», polterte dagegen Greipel.

Cavendish gezeichnet:

«Dass er rüber kam, ist das eine, aber der Ellbogen – das war unnötig», sagte Cavendish, der mit Verdacht auf Schulterbruch in ein Spital gebracht wurde. «Ich möchte aber zuerst mit ihm sprechen, bevor ich ihn verurteile. Wir haben eigentlich ein gutes Verhältnis.»

Cavendish im Interview:

Auch der Gesamtleader Geraint Thomas stürzte. Der Waliser verteidigte das Maillot jaune aber dennoch, weil bei Stürzen auf den letzten drei Kilometern der Zeitverlust bei den involvierten Fahrern nicht gewertet wird.

Zum Massensprint in Vittel kam es, nachdem das Feld den Belgier Guillaume van Keirsbulck nach einer fast 190 km langen Soloflucht eingeholt hatte. Der 26-Jährige vom belgischen Wildcard-Team Wanty Groupe Gobert hatte bis 16 km vor dem Ziel auf den grossen Coup gehofft, musste sich letztendlich aber mit der Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer des Tages trösten.

Bergankunft am Mittwoch

Die 5. Etappe am Mittwoch wird in Vittel gestartet und endet nach 160,5 km in La Planche des Belles Filles. Der Schlussanstieg ist 5,9 km lang und durchschnittlich 8,5 Prozent steil. In den vergangenen Jahren hat der dreifache Tour-Sieger Chris Froome oftmals am ersten richtigen Berg attackiert und der Konkurrenz auf den Zahn gefühlt. (blu/pre/sda)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ujay 05.07.2017 04:55
    Highlight Highlight Bravo an die TDF Rennleitung. Dieses Sprintergehabe artet immer mehr aus und es wurde ein Zeichen gesetzt. Wie heissts so schoen: Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.
  • Sir_Nik 04.07.2017 23:11
    Highlight Highlight Zur Strafe und zum Vergehen kann ich mich nicht äussern, da verstehe ich zu wenig davon.

    Was ich aber allererste Klasse finde ist das Interview von Cavendish!!! Wie leicht wäre es in seiner Situation ein böses Wort oder mehr zu verlieren...

    Man merkt ihm an wie entäuscht und frustriert er ist ( wegen der Verletzung, die eine längere Pause bedeuten wird) und doch verliert er kein böses Wort, gibt den Medien nichts!! Chapeau!!! Das ist wahre Grösse!

    Die zwei werden das klären, da bin ich sicher.
  • c_meier 04.07.2017 20:52
    Highlight Highlight wurde auf SRF schon voller Emotionen gesagt "Froome in Schwierigkeiten..."?

    bei der letzten Tour etwa 20 Mal gehört aber dann gabs doch nie richtig Gefahr für das maillot jaune... (leider)
  • laska 04.07.2017 20:38
    Highlight Highlight Ich habe mir das Ganze x-fach angesehen und bin nach wie vor der Meinung, dass der Ausschluss eine absolut übertriebene Sanktion darstellt. Wenn zukünftig mit den gleichen Ellen gemessen wird, gibt es am Ende der Tour keine Sprinter meht.
    • zappeli 04.07.2017 23:35
      Highlight Highlight Wenn mit den gleichen Ellenbogen gemessen wird, meinst du wohl.
    • giguu 05.07.2017 00:10
      Highlight Highlight mit gleichen Ellen messen, hihihi
  • exeswiss 04.07.2017 20:26
    Highlight Highlight andererseits versucht cavendish an einem ort vorbeizukommen, wo es zum vornhinein kein vorbeikommen gab. was aber den schubser nicht entschuldigen soll.
  • Jonas Schärer 04.07.2017 19:58
    Highlight Highlight Cavendish ist selber auch zu sowas fähig, respektive hat das mind 2 mal auch schon geboten und durfte mit Zeitstrafen weiterradeln... finde das urteil übertrieben...
  • Tim Franssen (1) 04.07.2017 19:28
    Highlight Highlight
    Play Icon
    • Jonas Schärer 04.07.2017 21:38
      Highlight Highlight Exakt den hatte ich auch im Kopf!!! Danke dafür...
  • chnobli1896 04.07.2017 19:17
    Highlight Highlight Dachte mir immer Sagan kann sich alles erlauben. Harte Strafe. Aber da er noch jung ist und es nicht seine erste unfaire Aktion war wird ers verkraften können.
    • sveinn 04.07.2017 22:23
      Highlight Highlight Welche gab es denn bisher?
  • Theodorli 04.07.2017 18:42
    Highlight Highlight Hat er dem Vettel ab geschaut.
    • Ketchum 04.07.2017 20:17
      Highlight Highlight Daran musste ich auch denken. Vettel kam ja gestern mit "einem Freispruch zweiter Klasse" (NZZ) davon. Er muss aber als Werbeträger für Strassensicherheit aussetzen ... Anzunehmen ist, dass Sagan in nächster Zeit auch nicht bei einer Veloprüfung in der Primarschule vorbeischaut
  • Tschüse Üse 04.07.2017 18:33
    Highlight Highlight Mit dieser Aktion riskiert Sagan eine ernsthafte Verletzung von Cavendish. Er gehört lebenslang von der Tour ausgeschlossen.
    • Martinov 04.07.2017 19:31
      Highlight Highlight Jeder riskiert eine ernsthafte verletzung der in den Sprint geht, mma zu viel mit dem Ellenbogen gerudert, aber Lebenslang gesperrt ist def. zu viel
    • megge25 04.07.2017 19:52
      Highlight Highlight Mit diesem Kommentar gehörst du lebenlang von der Watson-Community ausgeschlossen

Das Bild des verarzteten Rennfahrers Laurens ten Dam wird zur Ikone

16. Juli 2011: An der Tour de France verpasst Laurens ten Dam eine Kurve und stürzt schwer. Blutüberströmt beendet er nicht nur die Etappe, sondern einige Tage später auch die Rundfahrt.

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