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video: youtube/watson

Siegertorschützte Seferovic

«Super gsi! Mach witer so! Super! Super!»

Haris Seferovic erlöst die Schweiz in der 93. Minute mit dem 2:1. Der Siegestorschütze sagt kühl: «Schlussendlich muss man einfach da sein.» Trainer Ottmar Hitzfeld ist emotionaler: «Ich bin fast explodiert.»



Haris Seferovics Tor zum 2:1 in der Nachspielzeit hat der Schweiz den Traumstart beschert. «Es gibt nichts schöneres», so der Stürmer nach seinem Treffer. Er danke seinem Vater und widme ihm das Goal, denn «er hat heute Geburtstag». Zuvor lief das Spiel ziemlich am Angreifer vorbei: «Man sieht nicht viele Bälle, aber schlussendlich muss man einfach da sein.»

Seferovic rannte sofort zu seinen Teamkollegen. Und was haben die ihm gesagt? «Super gsi! Mach witer so! Super! Super!» Hmm, Oliver Kahn haben wir im Jubel nicht entdeckt, aber es sieht so aus, als ob die Schweizer die Motivationskünste des legendären deutschen Keepers verinnerlicht hätten. Dieser schrie 2001 in der dramatischen Meisterentscheidung im Fernduell mit Schalke: «Weiter, immer weiter!»

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Oliver Kahn bei der späten Meisterentcheidung 2001: «Weiter, immer weiter.» Video: Youtube/TheMFMGroup

Auch der andere Torschütze Admir Mehmedi war natürlich überglücklich. Sein Treffer ist eines der schnellsten Joker-Tore der WM-Geschichte. «Ich habe die ganze Vorbereitung hart dafür gearbeitet. Natürlich war ich enttäuscht, dass ich nicht von Anfang an spielte. Aber ich war bereit», so der Freiburger. Er habe nicht viel überlegt, «aber als Stürmer musst du einfach dort stehen und ihn rein machen». Als entscheidenden Faktor für den Erfolg sieht der Angreifer die Moral: «Wir haben nie aufgegeben.»

Switzerland's Admir Mehmedi celebrates after scoring a goal during their 2014 World Cup Group E soccer match against Ecuador at the Brasilia national stadium in Brasilia, June 15, 2014. REUTERS/Paul Hanna (BRAZIL  - Tags: SPORT SOCCER TPX IMAGES OF THE DAY WORLD CUP)

Bild: PAUL HANNA/REUTERS

Ottmar Hitzfeld war die Erleichterung im SRF-Interview deutlich anzusehen: «Wir haben nervös angefangen und den Druck gespürt. Es gab viele Fehler, vor allem im Mittelfeld, das hat mir nicht gefallen.» Doch dann kam diese 93. Minute und der Lörracher sagt: «Ich bin fast explodiert. Das ist eine riesige Erlösung.»

Switzerland's coach Ottmar Hitzfeld high-fives player Haris Seferovic after he scored a goal to defeat Ecuador in their 2014 World Cup Group E soccer match at the Brasilia national stadium in Brasilia, June 15, 2014. REUTERS/Paul Hanna (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)

Bild: PAUL HANNA/REUTERS

In der Schlussphase hatte Ecuador mehr Spielanteile und das 2:1 eigentlich auch verdient gehabt. Hitzfeld hat dafür eine Erklärung bereit: «Wir sind noch nicht ganz akklimatisiert. Aber wir haben das Potential, immer ein Tor zu schiessen.» 

Nein, Michele, lange nicht. Aber einmal reicht.

Und im Hinblick auf die nächsten Spiele nimmt dieser Dreier nicht nur Druck von den Schultern, sondern noch etwas ganz Wichtiges für das Turnier: «So ein Sieg gibt der Mannschaft Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.» Denn Hitzfeld weiss: «Wir haben noch viel Luft nach oben.»

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