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Bild: AFP

Sturmlauf und Torfestival

Sie haben vor USA – Portugal ein Schläfchen gehalten? Das war ein Fehler! Algerien und Südkorea boten ein wahres Spektakel

Wenn Sie bei der Partie Belgien – Russland eingeschlafen sind, früh ins Bett sind oder vor dem Spiel USA – Portugal die Augen schonen wollten, Sie haben etwas verpasst. Das vermeintliche Defensivbollwerk Algerien und die Duracell-Hasen aus Südkorea entzückten mit grossartigem Offensivfussball.

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Vahid Halilhodžić, Trainer der algerischen Nationalmannschaft, hat nach der bitteren Pleite gegen Belgien alles richtig gemacht. Nicht mit fünf, sondern mit vier offensiv ausgelegten Verteidigern und einem Selbstbewusstsein eines Weltmeisters liefen die Nordafrikaner im Spiel gegen Südkorea auf und legten einen 45-minütigen Sturmlauf hin, der die Fussballwelt verblüffte und die Südkoreaner schwindlig zurück liess. Gleich von Beginn weg schlugen die Algerier ein Tempo ein, welchem die Südkoreaner nicht gewachsen waren.

epa04273317 Islam Slimani (C) of Algeria celebrates after scoring the opening goal during the FIFA World Cup 2014 group H preliminary round match between South Korea and Algeria at the Estadio Beira-Rio in Porto Alegre, Brazil, 22 June 2014. 

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Die Algerien überrannten die machtlosen Koreaner zu Beginn des Spiels. Bild: ARMANDO BABANI/EPA/KEYSTONE

Algerien drückte sofort auf den Führungstreffer, welcher nach 26 dominanten Minuten und einem nicht gegebenen Elfmeter schliesslich fiel. Islam Slimani, der Gerüchten zu Folge einmal im Gespräch beim FC Basel war, setzte sich im Laufduell gegen zwei ungeschickte Südkoreaner durch und hob den Ball elegant über den chancenlosen Sungryong Jung ins Tor der «Warriors».

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Das 1:0 durch Slimani. gif: srf

Keine zwei Minuten später, nach einem Eigenfehler des Schlussmannes, schepperte es gleich wieder im koreanischen Kasten. Der Torhüter schätzte einen Eckball falsch ein, Rafik Halliche köpfte zum 2:0 ein. Und weil zehn Minuten später Abdelmoumene Djabou eine Unordnung in der gegnerischen Hintermannschaft ausnutzte, stand es zur Pause bereits 3:0 für die Afrikaner. 1982, beim 3:2-Sieg gegen Chile, haben die Nordafrikaner das letzte Mal so viele Treffer an einer WM erzielt. Ein algerischer Wüstensturm tobte im Beira-Rio-Stadion. Die Schweizer Fans wurden phasenweise an den dunklen Freitag erinnert.

Afrikanischer WM-Tore-Rekord

Wie der algerische Trainer vor der Partie hatte wohl auch Hong Myung-bo, Chef der Südkoreaner, in der Pause die richtigen Worten gefunden. Wie verwandelt betraten die Asiaten das Feld in Porto Alegre und wirbelten in der Platzhälfte der Algerier. Fünf Minuten waren vorbei, als der Leverkusener Heungmin Son nach einer glücklichen Annahme mit dem Rücken den zuvor selten geprüften Torwart von Algerien bezwang.

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Der Treffer zum 1:3 von Son. gif: srf

Dieser hatte in den darauffolgenden zehn Minuten mehr zu tun als in den gesamten ersten 45 Minuten. Plötzlich gaben die Rot-Blauen den Takt an und standen kurz vor dem wichtigen Anschlusstreffer – als Yacine Brahimi den koreanischen Sturmlauf in der 61. Minute jäh bremste. Nach einem wunderbaren Doppelpass schob der Mittelfeldspieler vom FC Granada zum 4:1 ein.

Ein Treffer mit sporthistorischer Bedeutung. Noch nie zuvor hatte je ein afrikanisches Team an einer Weltmeisterschaft vier Tore in einem Spiel geschossen. Doch entschieden war die Partie damit nicht.

(L-R) Algeria's Yacine Brahimi celebrates with Madjid Bougherra, Nabil Bentaleb and Rafik Halliche after scoring a goal during the 2014 World Cup Group H soccer match between South Korea and Algeria at the Beira Rio stadium in Porto Alegre June 22, 2014. REUTERS/Damir Sagolj (BRAZIL  - Tags: TPX IMAGES OF THE DAY SOCCER SPORT WORLD CUP)

Die Nordafrikaner schreiben mit ihren vier Toren Geschichte. Bild: DAMIR SAGOLJ/REUTERS

Jacheol Koo war es, der die Spannung in der 73. Minute mit seinem Treffer zum 2:4 zurück brachte. Die Koreaner rannten weiter an, doch gegen die beherzt kämpfenden «Fennecs» wollte kein Treffer mehr gelingen. Nach dem Torfestival gegen Südkorea können die Nordafrikaner am Donnerstag gegen Russland mit einem Sieg in den Achtelfinal vordringen. Südkorea verzückte die Fans in der zweiten Halbzeit mit ihrem Sturmlauf. Doch jetzt stehen sie gegen Belgien mit dem Rücken zur Wand.



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