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Sport
WM 2014

Fleissig, cool und zweikampfstark – so hat sich Steve von Bergen zum Innenverteidiger Nummer 1 der Nati gemausert

Bild: Getty Images South America
Der Dauerbrenner

Fleissig, cool und zweikampfstark – so hat sich Steve von Bergen zum Innenverteidiger Nummer 1 der Nati gemausert

Mit drei seiner vier letzten Klubs ist Steve von Bergen in die zweithöchste Liga abgestiegen. Auf seine Karriere im Schweizer Nationalteam hatte dies aber keine Auswirkungen. Von Bergen ist unter Ottmar Hitzfeld nicht mehr aus der Innenverteidigung wegzudenken.
19.06.2014, 17:0519.06.2014, 17:06

Als «MVP» der Super-League-Rückrunde 2013/14 ist von Bergen definitiv nicht in die Geschichte eingegangen. Seine Leistungen bei den Young Boys waren ähnlich schwankend wie jene seiner Mitspieler. Was aber nichts daran änderte, dass er für die WM in Brasilien gesetzt ist – und auch gesetzt bleiben wird.

Denn von Bergen ist unter Ottmar Hitzfeld seit der zweiten Hälfte der WM-Qualifikation 2010 ein Fixstarter. Seit dem 2:0 gegen Griechenland im September 2009 hat von Bergen 18 der 22 Schweizer Wettbewerbsspiele bestritten, in der abgelaufenen Kampagne fehlte er nur im ohnehin bedeutungslosen letzten Match gegen Slowenien wegen einer Gelbsperre.

Steve von Bergen ist seit fünf Jahren ein Dauerbrenner im Nati-Trikot.
Steve von Bergen ist seit fünf Jahren ein Dauerbrenner im Nati-Trikot.Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Ein fleissiger und lautstarker Patron

Von Bergen stellt das dar, was zu Hitzfelds Anfangszeit noch Stéphane Grichting war. Der Romand, mit 31 Jahren der Älteste im Schweizer Team, ist ein Abwehr-Patron. «Ich verlasse mich in erster Linie auf meine Arbeit», sagt von Bergen über sich selber.

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Er, der ein gutes Timing bei den Tacklings hat, der die Fehlerquote in den meisten Fällen sehr tief hält, dirigiert lautstark. Er gilt als kopfballstark, als technisch versierter und schneller als sein Lehrmeister aus dem Wallis, mit dem er 9 seiner 34 Länderspiele von Beginn weg bestritten hat.

Dass von Bergen im SFV-Dress eine Bank ist, hat aber noch andere Gründe. Im Gegensatz zu seinen Westschweizer Konkurrenten in der Innenverteidigung spielte der Neuenburger im Klub praktisch ausnahmslos – und vor allem blieb er von Verletzungspech nahezu verschont.

Im Gegensatz zu seinen Westschweizer Konkurrenten ist Steve von bergen auch im Klub eine konstante Grösse.
Im Gegensatz zu seinen Westschweizer Konkurrenten ist Steve von bergen auch im Klub eine konstante Grösse.Bild: Lydia Bischofberger/freshfocus

Vom Lückenbüsser zum Fixstarter

«Jahrelang existierte die Fata Morgana eines Traum-Duos Djourou-Senderos. Die Realität war meist anders: mit von Bergen, der für einen der beiden oft Angeschlagenen einsprang», schrieb die «Neue Zürcher Zeitung» kürzlich. Von Bergen sprang nicht nur ein, er blieb. Die Leistungen im Nationalteam sind so konstant, dass man im Prinzip nur noch darüber redet, wer an seiner Seite spielt. Bislang taten dies Johan Djourou (14 Mal), Grichting (9), Fabian Schär (5), Philippe Senderos (4) und Timm Klose (2).

Ähnlich verhält es sich in den Vereinen, in denen von Bergen spielt. Seit seinem Wechsel als zweifacher Schweizer Meister mit dem FC Zürich zu seinem Mentor Lucien Favre zu Hertha Berlin hat er sich im Ausland überall ohne Verzug festgesetzt. Einzig 2008/09 kam er auf weniger als 20 Einsätze.

Die Bilanz der letzten fünf Saisons verdeutlicht das, was von Bergen statistisch gesehen ist: ein Dauerbrenner. Seit 2009 hat er für Hertha, Cesena, Palermo – mit allen drei Klubs stieg er aus der Bundesliga respektive der Serie A ab – und die Young Boys 155 von 184 möglichen Ligaspielen absolviert. 19 Absenzen hatten ihren Grund in Sperren oder Verletzungen.

Gegen Ecuador liess Steve von bergen seinem Gegenspieler Caicedo keinen Stich.
Gegen Ecuador liess Steve von bergen seinem Gegenspieler Caicedo keinen Stich.Bild: PAUL HANNA/REUTERS

Bodenständig und unaufgeregt zum Erfolg

Ansprüche an andere stellte von Bergen nie, höchstens an sich selber. Die Bodenständigkeit macht den Familienvater höchst sympathisch. Teure Autos und Tätowierungen am ganzen Körper sind ihm ebenso fremd wie Eskapaden in Bars oder dergleichen. Es ist ihm egal und im Gegenteil recht, wenn er nicht in den Schlagzeilen steht. Es störte ihn nicht, dass es andere waren, die sich im Auftaktspiel gegen Ecuador in den Vordergrund spielten: Haris Seferovic mit dem Last-Minute-Tor, Ricardo Rodriguez mit seinen zwei Assists, Valon Behrami mit dem «Tackling des Jahres».

Zu den heimlichen Matchwinnern gehörte aber auch er. Der zwei Zentimeter kleinere von Bergen (1,83 m) meldete Felipe Caicedo komplett ab, er gewann praktisch jedes Kopfballduell – ohne auch nur ein Foul begangen zu haben. Eine solche Bilanz gegen Real Madrids Stürmer Karim Benzema würde ihn vielleicht auch einmal offiziell zum «Man of the Match» machen. (dux/si)

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