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Arjen Robben im Spiel gegen Spanien. 
Arjen Robben im Spiel gegen Spanien. 
Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS
Nach 32 von 64 Spielen 

Halbzeit in Brasilien: Darum ist die WM auf bestem Weg, die rauschendste Fussball-Party aller Zeiten zu werden 

Das Zwischenfazit der WM fällt nach 32 von 64 Partien äusserst positiv aus: 94 Tore, starke Südamerikaner und tapfere Aussenseiter machen das Turnier in Brasilien zum grossen Spektakel.
23.06.2014, 13:2823.06.2014, 20:57

Was muss ein Fussballfest alles mitbringen, um als beste WM-Party aller Zeiten in die Geschichte einzugehen? Ziemlich viel. Wir haben zur Halbzeit eine (Gäste-)Liste aufgestellt. Diese Kriterien hat das Turnier in Brasilien bereits erfüllt:

Tore

Die Tore machen die Musik. DJ Sepp Blatter kann bis jetzt auf ein zufriedenes Publikum blicken. Sensationelle 94 Treffer gab es bisher zu bestaunen. Ergibt einen Schnitt von fast drei Toren pro Partie (2,94). Wer grosses Taktieren und defensives Mauern erwartet hat, wurde bisher eines Besseren belehrt.

Auf dem Weg zu einem neuen Rekord? Zumindest im Vergleich zu den letzten vier Ausgaben sieht es gut aus.
Auf dem Weg zu einem neuen Rekord? Zumindest im Vergleich zu den letzten vier Ausgaben sieht es gut aus.
Screenshot: imgur.com/GgmLSA1

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Überraschungen

Keine gelungene Party ohne Party-Crasher. Die ganz grosse Überraschung ist sicher Costa Rica, das gegen Uruguay und Italien zwei Mal begeisternden Fussball zeigte und sich damit bereits vorzeitig für die K.o-Phase qualifizieren konnte. Auch Chile überzeugte mit seinem Powerfussball und steht in den Achtelfinals. 

Costa Rica überrascht die Fussballwelt.
Costa Rica überrascht die Fussballwelt.
Bild: Getty Images South America

Daneben können sich weitere Länder Hoffnungen auf ein zusätzliches Tänzchen machen, die bisher selten bis nie das Achtelfinal-Parkett betreten haben. Aussichtsreichste Kandidaten: Die USA und der Iran.

Aussenseiter

Auch scheue Gäste mit dicker Brille und Zahnspange finden Anklang. So begeisterte Australien bei der Niederlage gegen Holland (2:3) die Fans mit seiner unerschrockenen Art und ungezügeltem Offensivdrang. 

Philipp Lahm im Ghana-Sandwich.
Philipp Lahm im Ghana-Sandwich.
Bild: AP/POOL AFP

Das kämpferische Ghana liess sich von Türsteher Deutschland und seinem berüchtigten Rausschmeisser Thomas Müller nicht herumschubsen und nervte das deutsche Sicherheitspersonal beim 2:2 während 90 Minuten.

Nach zaghaftem Beginn legten auch der Iran und Algerien im zweiten Gruppenspiel einen überzeugenden Auftritt hin und beeindruckten damit die anderen Gäste.

Social-Media

Die Internet-Kultur, vor allem die Twitter-Gemeinde, hat im Vergleich zum Turnier vor vier Jahren nochmals kräftig zugelegt. Bereits während den Partien sind lustige Fotomontagen und Kommentare im Umlauf, die allen Daheimgebliebenen zeigen, wie cool das Fest ist. Auch einige Spieler machen fleissig mit und gewähren uns Einblick in ihre Gedankenwelt.

Partykönig 

Der unbestrittene Paradiesvogel Nummer 1 ist doch noch an der Party aufgetaucht. Der schwedische Startänzer Zlatan Ibrahimovic hat sich offensichtlich von den vielen Liebesbekundungen bezirzen lassen und hat gleich noch seinen Nachfolger dem Publikum präsentiert.

Bild: Jon Super/AP/KEYSTONE
Im Vorfeld haben die Brasilianer Ibrahimovic per Video und Twitter dazu aufgerufen, doch der WM beizuwohnen. 
Video: YouTube/Desimpedidos

Keine Störenfriede

Nur vier Gäste randalierten und mussten die Sause nach einer roten Karte unfreiwillig verlassen. Der Uruguayer Maximiliano Pereira machte den Anfang, Pepe, Wilson Palacios und Alexander Song schrieben sich noch in die schwarze Liste ein. Es scheint ein friedliches Miteinander zu werden in Brasilien.

Maximiliano Pereira (hinten) im Spiel gegen Costa Rica.
Maximiliano Pereira (hinten) im Spiel gegen Costa Rica.
Bild: MIKE BLAKE/REUTERS
Wilson Palacios im Spiel Frankreich gegen Honduras.
Wilson Palacios im Spiel Frankreich gegen Honduras.
Bild: Getty Images South America
Alex Song im Spiel gegen Kroatien.
Alex Song im Spiel gegen Kroatien.
AlexanBild: AFP
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Pepe im Kopfballduell mit Thomas Müller beim Spiel Portugal gegen Deutschland.
Gif: srf

Spätzünder

Während manche zu Beginn mächtig Gas geben, drehen andere erst zu später Stunde auf. Trotz hoher Temperaturen und fast unerträglich hoher Luftfeuchtigkeit im Partytempel Brasilien ist das erste Tor nicht so entscheidend wie befürchtet. Bei sieben Spielen siegte bisher das Team, welches 0:1 im Rückstand geriet. Mehr als doppelt so viele Dreher wie bei der kompletten WM-Ausgabe 2010.

Auch das Tor von Carlo Costly rettete Honduras nicht vor einer Niederlage gegen Ecuador.
Auch das Tor von Carlo Costly rettete Honduras nicht vor einer Niederlage gegen Ecuador.
Bild: AMR ABDALLAH DALSH/REUTERS

Technik

Die langjährige Veranstalterin FIFA ist zwar kommerziell sehr erfolgreich, aber generell beim Publikum aus diversen Gründen nicht wirklich populär. Einen kleinen Fortschritt zur Verbesserung des Klimas hat die FIFA mit der Einführung der Tor-Technik gemacht. Ein knapper Tor-Abschluss auf dem grünen Rasen ist nun dank der neuen Technik im Gegensatz zu den letzten 19 Ausgaben der WM auch über jeden Zweifel erhaben. Der Freistoss-Spray (Fair Play Limit 915), welche die Technikfreaks vom Zürichberg ebenfalls einführten, ist schon jetzt Kult.

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In den ersten Spielen haben wir noch darüber gelacht. Die Franzosen und Torschütze Karim Benzema hingegen waren im Spiel gegen Honduras froh, dass die neue Technik funktionierte.
Gif: srf
Screenshoot: srf

Tanzmeister

Die spanischen Flamencotänzer haben ausgetanzt. Bei den letzten drei grossen Fussball-Veranstaltungen lief am Schluss immer «Viva España». Nicht so dieses Jahr. Als finale Musik kommen unter anderem noch französische Chansons, argentinischer Tango, deutscher Schlager oder brasilianischer Samba in Frage. Vielleicht trällert aber auch am Schluss Feierbiest Louis van Gaal.

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Zu den begnadeten Tänzern gehören auf jeden Fall die Kolumbianer.
Gif: srf

Erfinder 

Die Engländer gelten ja als Erfinder des modernen Fussballs und sind somit der ursprüngliche Organisator der ersten Party. Wie es sich für einen höflichen Veranstalter gehört, überlassen die «Three Party-Lions» jeweils nach kurzer Stippvisite die Bühne den anderen Gästen. Die Engländer bringen aber immer gute Laune mit. Manchmal übertreiben sie aber auch gewaltig, wenn sie mal selbst jubeln können.

Masseur Paul Small erhält vom Team als Geschenk für seinen 50. Geburtstag einen Freiflug ins Eisbad. Gefesselt und geknebelt auf einem Plastikstuhl versteht sich.
Video: YouTube/vemcomtudoo
Als Daniel Sturridge für England im Spiel gegen Italien zum 1:1 trifft, brechen auf der englischen Bank alle Dämme. Plötzlich mischt sich Aufregung in die Freude – Physiotherapeut Gary Lewin liegt am Boden. Diagnose: Knöchelverletzung. Der Unglücksrabe muss in die Heimat zurück.
Als Daniel Sturridge für England im Spiel gegen Italien zum 1:1 trifft, brechen auf der englischen Bank alle Dämme. Plötzlich mischt sich Aufregung in die Freude – Physiotherapeut Gary Lewin liegt am Boden. Diagnose: Knöchelverletzung. Der Unglücksrabe muss in die Heimat zurück.
Bild: Getty Images South America

Frisuren

Nach all den Jahren ist SRF-Fernseh-Partyanalyst Alain Sutter definitiv nicht mehr der Mann, über dessen Frisur man beim Caipirinha schlürfen lacht. Abgelöst wird der frühere blonde Partyengel unter anderem von den Brasilianern Dani Alves und Neymar, die mit graumelierten Haaren an Profil gewinnen wollen. Star-Coiffeur Johannes Danon, «Johan» Djourou-Gbadjere, hat übrigens das Schweizer Irokesenduo Blerim Dzemaili und Granit Xhaka gestylt.

Bild: MARCELO DEL POZO/REUTERS
Bild: JORGE SILVA/REUTERS
Bild: KEYSTONE

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Rekorde

Apropos Frisuren. Miroslav Klose ist der Gast der einfach nie genug gefeiert hat. Obwohl die jüngere Generation den Oldie schon längst wie Discomusik abgeschrieben hat, macht Feierbiest Klose kurzen Prozess mit seinen Kritikern. Nach einer Minute auf dem Rasen ist er bereits mit Partylegende Ronaldo gleichgezogen (je 15 Tore an einer WM). Die hübschen jungen Damen reissen sich um ein Foto mit ihm, die Männer wollen so sein wie er. Funkyzeit mit Klose.

Fans

Selten war eine WM so bunt wie die Ausgabe 2014. Passend zum farbenfrohen Gastgeber Brasilien kleiden sich auch die Zuschauer und bringen so die gewünschte Portion Buntheit ins Spiel und an die grosse Fete.

Bild: Sebastien Boue/freshfocus
Bild: AFP
Bild: Edison Vara/freshfocus
Bild: Xu Zijian/freshfocus

Fehlt irgendetwas?

Was muss in den nächsten 32 Spielen noch passieren, damit die WM 2014 ein gelungenes Fest wird? Ob bessere Schiedsrichter oder fehlende WM-Entdeckungen – teilen Sie uns Ihre Meinung im Kommentarfeld mit.

Als Social-Media-Partner des Hiltl Public Viewing tickern wir direkt aus der Maag Event Hall in Zürich. Dabei können Sie uns beim Arbeiten über die Schulter schauen, via User-Input und Twitter mitdiskutieren und dabei sogar Gratis-Bier gewinnen!

Das Hiltl Public Viewing wird mit bis zu 5000 Fussballfans pro Spiel das grösste WM-Erlebnis der Stadt Zürich. Kostenlos kann bei allen 64 Spielen live In- und Outdoor auf diversen Big Screens mitgefiebert und gefeiert werden. Dazu gibt’s Bier, Drinks, Grill und Hiltl-Spezialitäten.


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