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Argentina's Lionel Messi vomits as Germany's Mats Hummels walks by during the World Cup final soccer match between Germany and Argentina at the Maracana Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, Sunday, July 13, 2014. (AP Photo/Themba Hadebe)

Im WM-Final gegen Deutschland übergibt sich Lionel Messi zum wiederholten Mal auf dem Fussballplatz. Bild: Themba Hadebe/AP/KEYSTONE

Spielmacher übergibt sich

«Ich könnt' kotzen» ist bei Messi nach dem verlorenen Final wieder mal mehr als nur ein Spruch

Argentinien holt keinen dritten WM-Titel – und Lionel Messi verpasst es, Diego Maradona als Volksheld Nummer 1 abzulösen. Der Captain fiel im Final fast nur bei der umstrittenen Krönung zum besten WM-Spieler auf.

14.07.14, 04:55 14.07.14, 10:26

Die Messi-Cam zeigt, wie sich Argentiniens Captain im WM-Final übergeben muss. Video: Youtube/DK World Sports

Auf argentinischer Seite war die Enttäuschung über die 0:1-Niederlage im WM-Final gegen Deutschland verständlicherweise riesig. «Wir sind sehr, sehr traurig und frustriert, dass wir unseren Traum nicht realisieren konnten», sagte Trainer Alejandro Sabella.

Der Nationaltrainer verspürt aber auch Stolz: «Meine Spieler haben ein fantastisches Turnier gespielt. Sie haben alles gegeben für ihr Land und ihre Teamkollegen. Sie können sich im Spiegel anschauen.» Im Final habe nicht viel gefehlt. «Wir haben uns Torchancen erarbeitet, waren aber zu wenig effizient», bedauerte Sabella.

Maradona bleibt eine Stufe über Messi

Superstar Lionel Messi war es nicht vergönnt, sein Team wie einst 1986 die argentinische Ikone Diego Maradona zum Titel zu führen. Stattdessen musste er sich damit begnügen, von Sepp Blatter den «Goldenen Ball» als bester Spieler der WM entgegenzunehmen.

Für Messi nur ein sehr schwacher Trost. «Im Moment bedeutet mir das rein gar nichts», sagte der Spielmacher des FC Barcelona. «So bedeutend diese Auszeichnung auch sein mag: ich wollte für Argentinien den Pokal gewinnen, nichts anderes.»

Freude? Lionel Messi bei der Entgegennahme des «Goldenen Balles». Bild: AFP

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«Wir hätten den Titel mehr verdient»

In Messis Augen war Argentinien im Final das bessere Team. «Wir hatten die grösseren Torchancen, aber wir konnten sie nicht verwerten. Ich denke, wir hätten den Titel mehr verdient», sagte «der Floh», der zudem darauf plädierte, dass Sabella Nationaltrainer bleibt. Dieser wollte sich unmittelbar nach dem Final nicht zu seiner Zukunft äussern.

Einmal mehr sorgt Messi zudem für Schlagzeilen, weil sein Körper ihm im Endspiel nicht gehorchen wollte. Fernsehbilder und Fotos zeigen, wie er sich übergeben muss. Es war das mindestens fünfte Mal in dieser Saison, dass der 27-Jährige bei Spielen mit Argentinien oder Barcelona eine Duftmarke setzte. «Schlimm ist es nicht», sagte Messi dazu vor einiger Zeit, «es passiert einfach so.» Spezialisten fanden bislang nicht heraus, weshalb die wiederholten Brechanfälle auftreten.

Lionel Messi hat in vier Jahren eine weitere Chance, Diego Maradona im argentinischen Fussball-Olymp abzulösen. Wird es mit dann 31 Jahren seine letzte Chance sein? Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Reaktionen weiterer Spieler und der argentinischen Presse

«Argentinien hat ein sehr ehrenhaftes Spiel gezeigt. Der italienische Schiedsrichter hat in der zweiten Halbzeit ein klares Elfmeterfoul an Higuaín nicht gepfiffen. Trotz des Schmerzes muss man den Jungs Applaus spenden», kommentierte die Zeitung «Olé».

Deutschlands Goalie Neuer checkt Higuaín aus dem Weg. GIF: SRF

Konkurrentin «La Nación» schrieb von einem «Schlag direkt ins Herz» und zeigte sich durchaus kritisch mit Lionel Messi. «Er war ohne Zweifel der Mann, der für die WM-Qualifikation eines Teams sorgte, das mehr Zweifel als Sicherheit erweckte. Gegen die Niederlande und Deutschland zeigte er aber nicht die Spiele, die die Welt erwartete, um ihn als König anzuerkennen.»

Für das Blatt «Clarín» reist Argentinien zwar ohne Pokal nach Hause, «aber mit stolzgeschwellter Brust und erhobenem Kopf.»

«Entschuldigung Argentinien, dass wir den Titel nicht geholt haben. Wir haben alles gegeben.»

«Ich bin stolz, Argentinier zu sein. Vielen Dank für die Unterstützung.»

«Ich bin sehr traurig, aber stolz, ein Teil dieser Gruppe zu sein.»



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ran 14.07.2014 16:49
    Highlight Denke, es ist völlig normal, dass man bei extremer körperlicher Erschöpfung, sich auch mal Übergeben muss...
    0 0 Melden
  • Jol Bear 14.07.2014 12:49
    Highlight Messi hat wesentlich dazu beigetragen, dass Argentinien im Finale stand, und das, obwohl er in jedem Spiel von ein oder zwei Spielern "sonderbewacht" wurde. Trotzdem hinterliess er irgendwie einen gehemmten, rätselhaften Eindruck, irgendwie nicht bei vollumfänglicher Gesundheit. Ich hätte im den Weltmeistertitel gegönnt, es wäre die hochverdiente Krönung für seine Karriere gewesen. Dennoch hätte er nicht zum besten Spieler des Turniers gewählt werden sollen. Es gab andere für diese Auszeichnung: James Rodriguez, Robben, Mascherano, Bradley oder Feghouli... Etwas mehr Mut würde der FIFA gut anstehen. Einen Deutschen hätte ich nicht gewählt. Sie haben gewonnen, weil alle ihrer Spieler überdurchschnittlich waren, es keinen gab, von dessen Sonderklasse sie abhängig waren. Sie haben eindrücklich bewiesen, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Um das geht es ja schliesslich in einem Mannschaftssport.
    5 0 Melden
    • Romeo 14.07.2014 14:26
      Highlight Er war da, andere bereits zu Hause. Vielleicht fand sich keiner? Frag ich mich.
      0 1 Melden
  • länzu 14.07.2014 10:53
    Highlight Was ich nicht verstanden habe, dass Aguero für Lavezzi ins Spiel kam. dieser Aguero ist nur durch en Faustschlag gegen Schweini aufgefallen und hat sonst gar nichts auf die Reihe gekriegt.
    Und wer Chancen wie Higuain und Palacio so kläglich vergibt, hat es nicht verdient, Weltmeister zu werden.
    Messi hätte ich es gegönt, aber der Rest hat nicht wirklich überzeugt.
    3 1 Melden
    • droelfmalbumst 14.07.2014 11:59
      Highlight Lavezzi ging raus weil er Probleme am Oberschankel hatte. Wieso soll er sonst raus..war in den ersten 45min der beste Spieler auf dem Platz...
      5 0 Melden
    • Romeo 14.07.2014 14:28
      Highlight Stimmt. Lavezzi gefiel gestern. Ich mag ihn auch sonst als Lustigen.
      0 1 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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