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RECIFE, BRAZIL - JUNE 29: Yeltsin Tejeda of Costa Rica holds up his countries flag in celebration with his teammates after defeating Greece in a penalty shootout during the 2014 FIFA World Cup Brazil Round of 16 match between Costa Rica and Greece at Arena Pernambuco on June 29, 2014 in Recife, Brazil.  (Photo by Jeff Gross/Getty Images)

Bild: Getty Images South America

Fussballzwerg im Viertelfinal

Das costa-ricanische Fussballmärchen wird nur von Nordkorea getoppt

Fussballzwerg Costa Rica steht im Viertelfinal und ist die grosse Überraschung dieser WM. Die grösste aller Zeiten. Fast. Der Coup der Nordkoreaner kam 1966 in England noch ein wenig überraschender.

Die costa-ricanischen Fussball-Helden wirkten nach ihrem sensationellen Viertelfinal-Einzug bei der WM in Brasilien erstaunlich gefasst. Torhüter Keylor Navas, der mit seinem gehaltenen Penalty gegen Theofanis Gekas zum Matchwinner wurde, sprach von einem «unglaublichen Moment». «Wir können noch gar nicht ermessen, was hier passiert, das wird uns erst klar werden, wenn hier alles vorbei ist und wir wieder nach Hause kommen», sagte Mittelfeldspieler Celso Borges.

Costa Rica's squad (top L-R) goalkeeper Keylor Navas, forward and captain Bryan Ruiz, midfielder Celso Borges, defender Junior Diaz, defender Giancarlo Gonzalez, defender Oscar Duarte, (bottom L-R) defender Michael Umana, midfielder Yeltsin Tejeda, defender Cristian Gamboa, forward Joel Campbell and midfielder Christian Bolanos pose for a group picture before the start of the round of 16 football match between Costa Rica and Greece at Pernambuco Arena in Recife during the 2014 FIFA World Cup on June 29, 2014.  AFP PHOTO / RONALDO SCHEMIDT

Die Mannschaft, die das costa-ricanische Fussballmärchen schreibt. Bild: AFP

Zeit also, um den Ticos ihre Leistung bei der erst vierten WM-Teilnahme einmal vor Augen zu führen. Der Fussballzwerg hat sich in einer Gruppe mit den Ex-Weltmeistern Uruguay, Italien und England ohne Niederlage und mit nur einem Gegentor – einem Penalty – als Gruppensieger durchgesetzt.

Der Marktwert der Truppe des kolumbianischen Trainers Jorge Luis Pinto beträgt nur 22 Millionen Euro. Zum Vergleich: Xherdan Shaqiri allein wird auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Und gleich noch ein Vergleich mit der «kleinen» Schweiz: Bei etwas mehr als acht Millionen Einwohnern zählt man hierzulande 232'000 lizenzierte Fussballer. In Costa Rica sind es bei rund 4,5 Millionen Einwohner nur gerade 50'000.

Sensationen, aber nicht Fussballzwerge

Zuletzt hatten es immer wieder Aussenseiter bis in einen WM-Viertelfinal geschafft: Ghana 2010 in Südafrika, die Ukraine 2006 in Deutschland, Kamerun 1994 in Italien und Senegal 2002 in Südkorea und Japan. Auch überraschende Halbfinal-Vorstösse hat es in der WM-Historie schon gegeben. 2002 gelang mit Südkorea und der Türkei gleich zwei Aussenseitern dieses Kunststück, ebenso 1994 (Bulgarien und Schweden).

1998 düpierte Kroatien im Viertelfinal das scheinbar übermächtige Deutschland und scheiterte im Halbfinal erst am Gastgeber und späteren Weltmeister Frankreich. Doch Fussballzwerge im Ausmass von Costa Rica waren diese Teams sicherlich nicht.



Nordkorea erst von Eusebio gebremst

Eine ähnliche WM-Sensation wie Costa Rica schaffte nur Nordkorea 1966 in England. Dank einem Gesamtskore von 9:2 (in Hin- und Rückspiel) gegen Australien qualifizierte sich das «unzähmbare Pferd» zum ersten für eine WM-Endrunde. Dort besiegte der absolute Nobody in der Vorrunde Italien sensationell mit 1:0 und qualifizierte sich dank einem 1:1 gegen Chile für den Viertelfinal.

Und wieder lag eine Sensation in der Luft. Nach 22 Minuten führten die Nordkoreaner gegen Portugal schon 3:0, doch dann folgte der grosse Auftritt von Eusebio, der mit vier Toren die Wende herbeiführte. Nordkorea verlor schliesslich 3:5, bis 2002 blieb ihr Coup der grösste WM-Erfolg einer asiatischen Mannschaft.

Costa Rica's Bryan Ruiz celebrates after scoring his side's first goal during the World Cup round of 16 soccer match between Costa Rica and Greece at the Arena Pernambuco in Recife, Brazil, Sunday, June 29, 2014. (AP Photo/Petr David Josek)

Gegen Holland wollen die Ticos nochmals jubeln. Bild: Petr David Josek/AP/KEYSTONE

Costa Rica könnte nun das erfolgreichste Team der CONCACAF werden. Noch nie zuvor stand eine Mannschaft aus der Nord- und Zentralamerikanischen und karibischen Konföderation in einem WM-Halbfinal. Mexiko scheiterte 1970 und 1986 bei den Endrunden im eigenen Land sowie die USA 2002 in den Viertelfinals. Ein Sieg gegen Holland am kommenden Samstag und das costa-ricanische Fussballmärchen ist endgültig perfekt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 30.06.2014 13:59
    Highlight Highlight Wieso wird eigentlich die unfaire Geste von Costa Rica-Trainer Pinto nirgends thematisiert? Der war ja drauf und dran, in der letzten Minute den griechischen Spieler zu foulen, der an der Seitenlinie den Rush nach vorne machte, der schliesslich zum Ausgleich führte. Pinto stand an der Linie ausserhalb der Coachingzone schon fast auf dem Feld und streckte das Bein auf das Spielfeld. Erst im allerletzten Moment zog er zurück. Mehmet Scholl hat das bei seiner Analyse festgestellt und die Bilder dazu geliefert. Die griechische Bank hat lautstark protestiert. Das nahm aber niemand zur Kenntnis. Auch der vierte Schiri aus der Fussball-Weltnation Bahrein bemerkte das nicht. Pinto hatte Glück und entschied er sich kurzfristig noch anders. Das hätte wohl eine lange Sperre nach sich gezogen. So oder so eine äusserst unfaire Geste, welche nachträglich bestraft gehört.
  • kuhrix 30.06.2014 13:22
    Highlight Highlight Das mit Nordkorea stimmt nicht, Nordkorea qualifizierte sich 2010 ebenfalls für die WM-Endrunde in Südafrika, scheiterte aber kläglich in der Gruppenphase.
    • PRE 30.06.2014 13:31
      Highlight Highlight Das stimmt natürlich. Herzlichen Dank für den Hinweis.
    • El_Guero 30.06.2014 13:33
      Highlight Highlight wollt ich auch grad sagen. immerhin bleibt der wohl emotionalste Ausbruch beim Abspielen einer Nationalhymne noch in Erinnerung. Neymar udn Serey Die waren nichts dagegen...

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