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Russia head coach Stanislav Cherchesov, left, salutes to goal scorer Russia's Artyom Dzyuba during the group A match between Russia and Saudi Arabia which opens the 2018 soccer World Cup at the Luzhniki stadium in Moscow, Russia, Thursday, June 14, 2018. (AP Photo/Matthias Schrader)

Soldat Tschertschessow hat geliefert: So feiert der russische Trainer. Bild: AP

Putins Anruf beweist, wie wichtig Russlands Kantersieg für die WM-Euphorie ist

Was war die russische Nationalmannschaft vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land kritisiert worden. Und dann das: Gleich mit einem 5:0-Erfolg startete sie in das Turnier. Auch wenn Saudi-Arabien sackschwach war, gibt der Sieg Mut. Die WM ist lanciert – auch ausserhalb der Stadien.

15.06.18, 06:39 15.06.18, 09:17


«Das ist der bestmögliche Start für uns. Der Sieg im ersten Spiel ist wichtig. Wir haben uns gezielt auf den Tag vorbereitet, das war der richtige Zeitpunkt», freute sich Russlands Trainer Stanislaw Tschertschessow.

Highlight Nummer eins: das 4:0 durch Denis Tscheryschew. Video: streamable

Der Coach verschwand während der Pressekonferenz nach dem Spiel kurz mit dem Hinweis, sein Handy vibriere. Als er zurückkehrte, erklärte Tschertschessow, wer dran war:

«Das war der Präsident.»

Wladimir Putin liess es sich also nicht nehmen, dem Nationaltrainer persönlich zu gratulieren. «Er bat mich, seinen Dank dem ganzen Team auszurichten für die Leistung, die sie gezeigt haben. Und er wünschte sich, dass wir nun so weiter spielen», verriet Tschertschessow den Inhalt des kurzen Gesprächs.

epa06807693 Artem Dzyuba (L) of Russia celebrates with head coach of Russia, Stanislav Cherchesov, after scoring the 3-0 lead during the FIFA World Cup 2018 group A preliminary round soccer match between Russia and Saudi Arabia in Moscow, Russia, 14 June 2018.

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Ein Soldaten-Gruss von Tschertschessow für Torschütze Dsjuba. Bild: EPA/EPA

Realistische Einschätzung des zu hohen Siegs

Wieder einmal zeigte sich, was ein einziges Fussballspiel ausmachen kann. Gaben die einheimischen Fans ihrem Team vor der WM noch kaum Kredit, sieht es im Riesenreich jetzt ganz anders aus. Der Kantersieg in Moskau lässt darauf hoffen, dass Russland entweder Uruguay oder Ägypten hinter sich lassen und in die Achtelfinals einziehen kann. Die 142 Millionen Einwohner des flächenmässig grössten Staats der Erde träumen in ihrer Euphorie wohl bereits von noch mehr.

So feiern Russlands Fans den Sieg im WM-Startspiel

Dem Team wird allerdings sehr wohl bewusst sein, dass der 5:0-Sieg gegen einen sehr schwachen Gegner zustande kam. Und dass zwei der fünf Treffer erst in der Nachspielzeit fielen. «Der Sieg war vielleicht ein bisschen hoch», befand Tschertschessow. Sein Berufskollege bei Saudi-Arabien, der Spanier Juan Antonio Pizzi, hielt klipp und klar fest: «Wir haben nicht verloren, weil sie so gut, sondern weil wir so schlecht waren.»

Highlight Nummer zwei: das 5:0 durch Aleksandr Golowin. Video: streamable

Stanislaw Tschertschessow muss dies nicht kümmern. Er wies stattdessen auf die Bedeutung eines gelungenen Starts hin. «Wichtig ist, dass die Begeisterung im ersten Spiel im Land da ist.» Dann, das haben Beispiele in der Vergangenheit gezeigt, kann auch ein sportlich eigentlich unterlegenes Team über sich hinauswachsen. Wer hätte denn Gastgeber Südkorea an der WM 2002 zugetraut, bis in die Halbfinals vorzustossen? Einige dubiose Schiedsrichter-Entscheide dürften heutzutage jedoch vom Videoschiedsrichter entlarvt werden …

Euphorie ohne Ende in Südkorea an der WM 2002. Video: YouTube/Kyungho Dean

Mourinhos Warnung

Der portugiesische Startrainer José Mourinho (Manchester United), der die WM für RT analysiert, betonte, dass sich die Russen nicht auf den Lorbeeren dieses hohen Siegs ausruhen dürften. «Vor dem Spiel waren alle pessimistisch, nun nach nur einem Spiel gibt es trotzdem nicht den Grund, plötzlich super optimistisch zu sein», warnte Mourinho. «Geniesst es, freut euch über eine gute Tordifferenz. Aber denkt daran, was für eine enttäuschende Leistung Saudi-Arabien zeigte», sagte er weiter. Ägypten sei besser als die Saudis und Uruguay besser als Ägypten, stufte Mourinho die anderen Gruppengegner ein.

Nationaltrainer Tschertschessow versicherte, dass man nun nicht gleich abhebe. «Wir sollten dieses Spiel nun vergessen und uns rasch auf die nächste Partie konzentrieren. Ägypten wird ein anderes Spiel, in einer anderen Stadt, in einem anderen Stadion. Wir müssen uns akribisch vorbereiten.» Schliesslich will er noch oft von Wladimir Putin angerufen werden – aus erfreulichem Anlass, versteht sich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gregor Hast 16.06.2018 21:39
    Highlight Wie sagt man so schön? Brot und Spiele. Na, ja es hat auch seine gute SEITE...
    0 0 Melden
  • Dirk Leinher 16.06.2018 10:55
    Highlight Sport lebt zu einem guten Teil von Emotionen, die russische "Euphorie" wie hier beschrieben ist doch ganz normal und ist auch bei Menschen aller anderer Staaten zu beobachten. Nun gut, vielleicht nicht bei ganz allen.
    0 0 Melden
  • wiisi 15.06.2018 10:51
    Highlight Da schafft es ein Journalist, Putin mehrmals zu erwähnen im Zusammenhang mit Sport und dies ohne politisch zu werden. Meine Gratulation, sehr schön geschrieben Herr Meile – herzlichen Dank!☺️
    8 4 Melden
  • Lauwärmer 15.06.2018 09:35
    Highlight Also Südkorea 2002 sollte in keinem Vergleich erscheinen ausser es geht explizit um Korruption. Sorry, mein italienisches Herz blutet immer noch.
    15 9 Melden
    • MGPC 15.06.2018 10:09
      Highlight Ui da wäre ich in sachen Korruption nicht so laut als blutenendes Italienerherz. ( übrigens habe ich selbst eins 🤘🏻)
      8 4 Melden
    • LeChef 15.06.2018 10:45
      Highlight Ja klar, und es lag nicht daran, dass Italien so grottenschlecht gespielt hat. Immer sind die anderen schuld!
      6 5 Melden
  • rudolf_k 15.06.2018 09:23
    Highlight Saudi Arabien hat an der WM nichts verloren. Grandiose Idee der FIFA, die Anzahl Teilnehmer ab 2025 noch mehr aufzublähen.
    28 3 Melden
  • Say my name 15.06.2018 09:06
    Highlight Ich gönne es den Russen und allen Beteiligten von Herzen das sie so erfolgreich in Ihr Turnier gestartet sind :)
    32 8 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

Die Schweiz ist zum Siegen zurückgekehrt. Nach zuletzt zwei Niederlagen gewann die Nati in Reykjavik nach einer hektischen Schlussphase das dritte Spiel der Nations League gegen Island 2:1.

In den Schlussminuten mussten die Schweizer doch noch zittern. Alfred Finnbogason hatte in der 81. Minute mit einem herrlichen Weitschuss den starken Debütanten Yvon Mvogo bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

Und nachdem die Schweizer defensiv lange überzeugt hatten, brachen sie plötzlich in Hektik aus. Fabian Schär klärte im letzten Moment auf der Linie (87.), Mvogo parierte den Schuss von Gylfi Sigurdsson glänzend (89.) und der Ex-Basler Birkir Bjarnason …

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