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epa06805045 Croatia's Nikola Kalinic (L) and Ivan Perisic  attend a press conference of the Croatian national soccer team at the Roschino Arena, outside St. Petersburg, Russia, 13 June 2018. Croatia prepares for the FIFA World Cup 2018, that will take place in Russia from 14 June to 15 July 2018.  EPA/ANATOLY MALTSEV

Nikola Kalinic (links) und Ivan Perisic an einer Pressekonferenz vor der WM.  Bild: EPA/EPA

Nikola Kalinic – der grösste Depp dieser WM war schon immer eine Primadonna

14.07.18, 13:52 14.07.18, 14:18

Toni Lukic / watson.de



Nikola Kalinic ist ein ziemlich guter Stürmer. 1,87 Meter gross, starke Technik und er hat einen Riecher fürs Tor. Für die kroatische Nationalmannschaft erzielte er spielentscheidende Tore und der AC-Mailand-Angreifer war auch fest eingeplant in der Rotation der kroatischen Nationalmannschaft. Nicht als Stürmer Nummer 1, doch einen richtigen Stossstürmer haben die Kroaten nicht im Kader.

Mandzukic kommt eher über den Flügel und hängt mehr am eigenen Strafraum ab als im Gegnerischen, und Andrej Kramaric ist alles aber kein klassischer Angreifer. Kalinic hätte in diesem langen Turnier der Kroaten viele Minuten auf dem Weg ins Finale gesehen. Dort steht Kalinic aber nicht. Obwohl er zum WM-Kader gehörte.

Croatia's Nikola Kalinic, right, scores his side’s first goal past Spain goalkeeper David De Gea, left, during the Euro 2016 Group D soccer match between Croatia and Spain at the Nouveau Stade in Bordeaux, France, Tuesday, June 21, 2016. (AP Photo/Manu Fernandez)

An der Euro 2016 vermochte Kalinic noch zu glänzen. Bild: AP/AP

Der 30-Jährige musste nach dem Auftaktspiel gegen Nigeria seine Koffer packen. Trainer Zlatko Dalic schmiss ihn einfach aus dem Kader. Die simple Erklärung gab der Trainer am Rande einer Trainingseinheit.

«Beim Spiel gegen Nigeria hat sich Nikola aufgewärmt, er sollte in der zweiten Halbzeit kommen, aber er hat gesagt, dass er nicht bereit ist zu spielen, weil er Schmerzen am Rücken hat. Das ist gegen Brasilien (im Testspiel; Anm. d. Red.) auch passiert, dass er nicht bereit war. Gestern hat er auch gesagt, dass er nicht bereit ist für das Training. Das habe ich verstanden. Ich brauche Spieler, die bereit sind, die gesund sind. Ich habe entschieden, dass er nach Hause fahren kann.»

Kroatiens Trainer Zlatko Dalic

Die Spieler standen komplett hinter der Entscheidung des Trainers. Kalinic soll sich vor allem darüber beschwert haben, dass Kramaric vor ihm gespielt hat. Jetzt steht Kroatien im WM-Finale und der Stürmer wirkt wie der grösste Depp. Im kroatischen Team scheinen sie ihm keine Träne nachzuweinen. Kalinic hat den Ruf, arrogant zu sein und die Primadonna raushängen zu lassen. Zumindest hat er sich schon einige Male daneben benommen.

Kein Respekt vor Älteren

Im September 2007 hat der damalige Stürmer von Hajduk Split im Spiel gegen Varteks Varazdin einen Elfmeter rausgeholt. Obwohl Hajduks bester Spieler Florin Cernat der planmässige Elfmeterschütze war und dieser laut Trainer Krešić schiessen sollte, nahm der 19-Jährige Kalinic ihm den Ball ab und schoss den Elfmeter.

epa01363303 Croatian soccer team player Nikola Kalinic before the friendly soccer match with Moldova in Rijeka, Croatia, on 24 May 2008. The UEFA EURO 2008 kick-offs in Basel on 7th June with the Group A encounter between the Czech Republic and tournament co-hosts Switzerland at St. Jakob-Park.  EPA/ANTONIO BAT

Nikola Kalinic gehörte bereits 2008 zu Kroatiens EM-Kader. Bild: EPA

Der Ball ging ins Tor, doch Coach Krešić war so wütend, dass er eine Flasche Wasser aufs Spielfeld warf. Kalinic erklärte seine Aktion lapidar damit, dass er sich sicher war, dass der Ball reingehen würde. 

Kein Respekt für die Kapitänsbinde

Am Ende der Saison 2007/08 war Kalinic mit 20 Jahren schon Kapitän bei Hajduk Split. Das Hinspiel des Pokalfinals gegen Dinamo Zagreb verlor Hajduk mit 3:0. Nachdem der Torwart zu Beginn des Spiels Rot gesehen hatte, musste Trainer Robert Jarni reagieren. Er wechselte Kalinic aus, der zur Hajduk-Legende Jarni sagte: «Warum ich?» und ihm die Kapitänsbinde vor die Füsse warf.

Kein Respekt für die U21

Im Oktober 2009 spielte Kroatiens U21-Nationalmannschaft ein wichtiges WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien. Kalinic hatte zu dem Zeitpunkt bereits zwei Spiele für die Senioren gemacht. Der U21 sagte er allerdings verletzungsbedingt ab.

Dabei sass er wenige Tage vorher noch als Spieler von Blackburn beim Spiel gegen Arsenal auf der Bank. Lustig: In dem Quali-Spiel schoss sein Ersatz Andrej Kramaric ein Tor. Das war der Spieler, über den Kalinic neun Jahre später zum Trainer Dalic sagte: «Wie kann er vor mir spielen?»

Die Karriere von Nikola Kalinic. bild: transfermarkt.ch

Kein Respekt vor Trainings-Leistungen

epa06352423 Ac Milan forward Nikola Kalinic reacts during the Italian Serie A soccer match between AC Milan and FC Torino at Giuseppe Meazza stadium in Milan, 26 November 2017.  EPA/MATTEO BAZZI

Verkauft Milan Stürmer Kalinic nach nur einer Saison bereits wieder? Bild: EPA/ANSA

Kalinic wechselte nach 15 Toren in der Vorsaison von Florenz zu Milan und verdient dort ein fürstliches Gehalt. Bis zum 29. Spieltag hatte er nur vier Mal getroffen. Trainer-Terrier Gennaro Gattuso setzte ihn gegen Chievo Verona auf die Bank, weil Kalinic im Training keinen Einsatz zeigte.

So kommt es, dass er seitdem nur eingewechselt wurde und Milan ihn diesen Sommer verkaufen will. Und egal, wie das Finale auch ausgeht: Einen richtigen Weltmeister werden sie nicht verkaufen. 

Wenn Laien versuchen, Fussball-Begriffe zu erklären ...

Video: watson/Angelina Graf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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27
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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • eBart! 14.07.2018 17:51
    Highlight Grundsätzlich guter Beitrag - aber Depp ist von Blick besetzt und das ist gut so. Watson kann das besser.
    193 20 Melden
    • el heinzo 14.07.2018 23:49
      Highlight Krandepp.
      Brückendepp.
      Brummidepp.
      Fussballdepp.

      Jubel-Tubel.

      Stimmt. Eindeutig Blick.
      48 2 Melden
  • Walser 14.07.2018 17:16
    Highlight Das muss man als Trainer erst mal machen. Gut gemacht von Dalic. Er scheint eine Persönlichkeit mit Durchsetzungsvermögen, Charakter und gutem Gespür zu sein. Wir werden noch von ihm hören.
    102 3 Melden
  • dan2016 14.07.2018 17:06
    Highlight Nun, ich bin für Alex Miescher.
    23 45 Melden
  • fczzsc 14.07.2018 16:58
    Highlight Der grösste Depp ist immer noch Neymar!
    137 11 Melden
    • Pinhead 14.07.2018 20:11
      Highlight Nein, Xhaka und Shaqiri!
      57 117 Melden
  • Marc Müller (1) 14.07.2018 16:44
    Highlight Zum Glück hat sich Rakitic für die kroatische Nationalmannschaft entschieden, sonst wäre er der grösste Depp.
    78 61 Melden
    • Raembe 14.07.2018 16:53
      Highlight Wieso? Vlt hätte man mit ihm mehr erreicht und Kroatien evtl weniger.
      67 28 Melden
    • The greatest man who ever inhaled oxygen 14.07.2018 17:52
      Highlight @Raembe nein, er wäre nie soweit mit uns gekommen. Kroatien hat auch weitere Weltklasse Spieler auch ohne Rakitic. Bei uns wäre er der einzige sehr gute Spieler.
      55 36 Melden
    • Raembe 14.07.2018 18:48
      Highlight Da übertreibst Du jetzt, ich geh ja mit Dir einig, dass Kroatien ein sehr starkes Kader hat. Aber zu sagen, dass Rakitic der einzige sehr gute Spieler bei uns wäre, ist frech. Xhaka, Lichtsteiner und auch Sommer haben dieses Prädikat verdient.
      61 21 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bababobo 14.07.2018 16:20
    Highlight Ich glaube, dass er sich jetzt mehr als bewusst ist, was für ein Depp er ist. Dafür wird er voraussichtlich nie mehr das Trikot der Nationalmannschaft tragen
    129 2 Melden
  • Adrian Huber 14.07.2018 15:55
    Highlight Angesichts dieses Egos muss man sich fragen, warum ihn der Trainer überhaupt aufgeboten hat. In einer Einzelsportart wäre Kalinic definitiv besser aufgehoben.
    81 4 Melden
    • salamandre 14.07.2018 19:09
      Highlight ...genau rudern z.B. da kann er am schluss noch baden gehn!
      27 1 Melden
  • Roman Stanger 14.07.2018 15:08
    Highlight "Der grösste Depp dieser WM" ... bin ich versehentlich auf der Website des BLICK gelandet?
    275 45 Melden
    • Dingsda 15.07.2018 10:23
      Highlight Das Niveau ist mit wenigen Ausnahmen das selbe, nur politisch anders ausgerichtet, wenn man genauer hinschaut
      4 0 Melden
  • Pisti 14.07.2018 14:14
    Highlight Milan muss den unbedingt verkaufen, an einen schlechteren Stürmer die letzten 20 Jahre im Milan Trikot mag ich mich nicht erinnern.
    158 12 Melden
    • Hayek1902 14.07.2018 16:31
      Highlight Falls den jemand nimmt. Ich würde ihm die möglichkeit für einzeltraining geben, ihn ansonsten komplett isolieren und warten, bis ein angebot kommt zur vertragsauflösung von seinem Agenten.
      29 8 Melden
    • kupus@kombajn 14.07.2018 17:14
      Highlight @Hayek: übertreibs! Als er noch für die Fiorentina gespielt hat, war er ziemlich gut. Sonst hätte ihn Milan ja auch nicht geholt.
      39 3 Melden
    • Hayek1902 14.07.2018 20:59
      Highlight und wer soll Geld zahlen für einen 30jährigen Spieler mit einem zu gut dotierten Vertrag bis 2021, der Probleme hat, sich in ein Team einzugliedern und auf der Abschussliste ist des aktuellen Teams? Niemand. Da musst du froh sein, wenn wenigstens jemand einen Teil des Lohnes zahlt.
      16 1 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

Die Schweiz ist zum Siegen zurückgekehrt. Nach zuletzt zwei Niederlagen gewann die Nati in Reykjavik nach einer hektischen Schlussphase das dritte Spiel der Nations League gegen Island 2:1.

In den Schlussminuten mussten die Schweizer doch noch zittern. Alfred Finnbogason hatte in der 81. Minute mit einem herrlichen Weitschuss den starken Debütanten Yvon Mvogo bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

Und nachdem die Schweizer defensiv lange überzeugt hatten, brachen sie plötzlich in Hektik aus. Fabian Schär klärte im letzten Moment auf der Linie (87.), Mvogo parierte den Schuss von Gylfi Sigurdsson glänzend (89.) und der Ex-Basler Birkir Bjarnason …

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