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epa06816189 German fans react to the first goal of Mexico in the FIFA World Cup 2018 match between Germany and Mexico during a public viewing in front of the Brandenburg Gate in Berlin, Germany, 17 June 2018.  EPA/CLEMENS BILAN

Enttäuschung und Ratlosigkeit bei den deutschen Fans. Bild: EPA/EPA

Wie sich die Deutschen nach der Pleite gegen Mexiko selbst zerfleischen

Nach der WM-Auftaktniederlage Deutschlands gegen Mexiko brennt im deutschen Lager der Baum. Die Medien schiessen gegen die Mannschaft und einige Spieler gegen die eigenen Kollegen.



Es mutet schon fast historisch an: Deutschland, Argentinien und Brasilien konnten ihre Auftaktspiele an der Fussball-WM in Russland allesamt nicht gewinnen. Dass diese drei grossen Fussball-Nationen gleichzeitig zum Auftakt keine drei Punkte einfahren, hat es in der WM-Geschichte noch nie gegeben. 

Doch während Argentinien und Brasilien immerhin einen Punkt einheimsen konnten, gab es für Weltmeister Deutschland gegen Mexiko eine historische 0:1-Pleite. Zum ersten Mal seit 1982 und erst zum zweiten Mal überhaupt hat «Die Mannschaft» im ersten WM-Spiel wieder einen Nuller hinnehmen müssen. Immerhin: 1982 kamen sie dennoch in den Final. 

Doch davon spricht bei unserem nördlichen Nachbarn im Moment niemand. Im Gegenteil: Rund ums Team von Bundestrainer Jogi Löw brennt der Baum.

Importierte Probleme

Die diesjährige WM-Kampagne Deutschlands begann schon unruhig. Die beiden Spieler mit türkischen Wurzeln, Mesut Özil und Ilkay Gündogan, trafen vor einem Monat in London den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Sie überreichten ihm dabei auch Trikots ihrer Klubs Arsenal (Özil) und Manchester City(Gündogan).

Diese Aktion löste in Deutschland heftige Reaktionen aus. Von allen Seiten wurde auf die beiden Spieler eingeschossen, Erst recht als Teammanager Oliver Bierhoff im Alleingang beschloss, dass darüber nicht mehr gesprochen werden dürfe. Aber auch Trainer Jogi Löw stand in der Kritik, als er Özil und Gündogan trotz des Vorfalls für die WM aufbot und die Probleme so mit nach Russland nahm.

Captain Manuel Neuer gab denn auch zu, dass die Thematik für das Team belastend gewesen sei. Die Hoffnung, dass die Probleme «in positive Energie umgewandelt werden», hat sich nicht erfüllt.

Löw streicht Pressetermin

Nach der Auftaktpleite gegen Mexiko zieht sich der DFB zurück. Eigentlich wäre für heute eine Pressekonferenz der deutschen Mannschaft und Philipp Lahm vorgesehen gewesen. Die Medienschaffenden können sich die Reise ins deutsche Lager allerdings sparen: Bundestrainer Löw und Co. haben den Termin kurzerhand abgesagt.

Die Leader-Frage

81 Fehlpässe spielten die Deutschen in ihrem ersten Spiel gegen Mexiko und gewannen dabei nur 44 Prozent der Zweikämpfe. Es scheint, als fehle der deutschen Elf ein Leader, jemand der dem Spiel Struktur und Ordnung verleiht. Toni Kroos hätte zwar die Qualität um diese Rolle zu übernehmen, doch er wurde von den Mexikanern konsequent abgemeldet. Seine Leistung in der Defensive war gar indiskutabel, oft trabte er nur neben den angreifenden Mexikanern her.

epa06816524 Mats Hummels of Germany reacts after the FIFA World Cup 2018 group F preliminary round soccer match between Germany and Mexico in Moscow, Russia, 17 June 2018.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/PETER POWELL   EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY  EPA-EFE/PETER POWELL   EDITORIAL USE ONLY   EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Mats Hummels schiesst gegen seine Kollegen. Bild: EPA/EPA

Ein anderer möglicher Leader, Bayerns Mats Hummels, schiesst derweil gegen seine Kollegen. «Unsere Absicherung ist nicht gut, das muss man ganz klar sagen. Jerome Boateng und ich stehen da oft alleine», kritisiert der Abwehrspieler die Defensivleistung seiner Mannschaft. Er habe dieses Problem schon öfters intern angesprochen. Aber: «Das fruchtet anscheinend noch nicht so ganz.»

Wie weiter?

Auch die Medien gehen mit der Mannschaft hart ins Gericht. «Der Weltmeister, ein fetter Kater», schreibt beispielsweise die Zeit. Dieses Spiel sei mehr als eine Niederlage, es enthalte alarmierende Signale. TV-Experte Lothar Matthäus ist ebenfalls enttäuscht: «Ich habe die deutsche Mannschaft bei einem grossen Turnier lange nicht mehr so schwach gesehen. Mir hat in dieser Partie fast alles gefehlt.»

epa06816041 Germany's head coach Joachim Loew (L) and assistant coach Thomas Schneider (2L) during the FIFA World Cup 2018 group F preliminary round soccer match between Germany and Mexico in Moscow, Russia, 17 June 2018.

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Riechen die Finger derart gut oder sind Jogi Löw und sein Assistent Thomas Schneider einfach nur konsterniert? Bild: EPA/EPA

Ruhe dürfte in Jogi Löws Mannschaft so schnell nicht einkehren. Verloren ist noch nichts, aber Deutschland braucht nun zwei Siege (gegen Schweden und Südkorea), wenn es noch vom Gruppensieg träumen will. Und selbst wenn das gelingt, wären sie noch auf einen Ausrutscher Mexikos in den anderen beiden Partien angewiesen. 

Wie weit kommt Deutschland an der WM?

Sollte es nur für den zweiten Rang reichen, dürfte im Achtelfinal bereits Brasilien warten. Mit einem Auftritt wie gegen Mexiko wäre spätestens dort Endstation. 

Die besten Bilder der Fussball-WM 2018 in Russland

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Die besten Bilder der Fussball-WM 2018 in Russland
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