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epa06859571 Players Belgium celebrate after scoring the winning goal during the FIFA World Cup 2018 round of 16 soccer match between Belgium and Japan in Rostov-On-Don, Russia, 02 July 2018.

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Belgien lebt noch! Der Jubel nach dem 3:2-Siegtreffer in der Nachspielzeit. Bild: EPA/EPA

«Wer Weltmeister werden will, muss alles gewinnen» – Belgien, das neue Deutschland?

Geheimfavorit Belgien dreht den WM-Achtelfinal gegen Japan dank einer historischen Aufholjagd. Aus einem 0:2 machen die Belgier ein 3:2 – und träumen nun endgültig vom ersten WM-Titel.



Was für eine zweite Halbzeit! Was für ein Comeback! Geheimfavorit Belgien sah im WM-Achtelfinal gegen Japan mal wieder wie ein Geh-Heim-Favorit aus, schaffte dann aber eine unglaubliche Wende. 0:2 lagen die «Roten Teufel» nach einem japanischen Doppelschlag unmittelbar nach der Pause zurück, 3:2 hiess es am Ende.

Nacer Chadli schloss in der 94. Minute einen Konter zum Sieg ab, die «Blue Samurai» suchten nach einem Eckball etwas gar euphorisch und naiv den Siegtreffer und wurden im Gegenzug bitter bestraft. Belgien im Freudentaumel – Japan am Boden!

epa06859442 Belgian soccer fans celebrate their team scoring while watching the FIFA World Cup 2018 Round of 16 match between Belgium and Japan, in Jette, a Brussels municipality, Belgium, 02 July 2018.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Ausgelassener Jubel in Brüssel nach dem Last-Minute-Tor von Belgien. Bild: EPA/EPA

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2:3 nach 2:0-Führung: Die Japaner können es nicht fassen. Bild: AP/AP

Zuletzt gelangen derartige Wenden nur noch Deutschland: 1970 in Mexiko in den Viertelfinals gegen England (3:2 n.V. nach einem 0:2-Rückstand) und 1982 im Halbfinal gegen Frankreich (Sieg im Penaltyschiessen nach einer Aufholjagd vom 1:3 zum 3:3 in der Verlängerung).

Solche Wenden gab es erst sechs an WM-Endrunden: Einen Zwei-Tore-Rückstand in einer K.o.-Runde hatte zuletzt Deutschland beim legendären 3:2 in Mexiko 1970 gegen England aufgeholt. Franz Beckenbauer, Uwe Seeler mit dem Hinterkopf und Gerd Müller sorgten damals für den Sieg.

Das berühmteste Spiel: Das «Wunder von Bern», als Deutschland 1954 im WM-Final im Wankdorf Ungarn nach einem frühen 0:2-Rückstand ebenfalls mit 3:2 besiegte.

Belgiens «Goldene Generation» schaffte jetzt das «Wunder von Rostow». Unmittelbar nach der Pause wusste der Geheimfavorit gar nicht wie ihm geschah. Die Japaner wirbelten die behäbige Defensive ordentlich durcheinander. Das sah dann etwa so aus:

Doch am Ende jubelten ja bekanntlich die Belgier. Weil sich ihre Klasse doch noch durchsetzte und weil Trainer Roberto Martinez ein gutes Händchen bewies. Marouane Fellaini und Nacer Chadli erzielten als Joker die Tore zum 2:2 und 3:2.

«Das sind Geschichten, wie sie nur an Weltmeisterschaften geschrieben werden», freute sich Belgiens spanischer Coach nach Spielschluss. «Für mein Team war dieser 0:2-Rückstand ein Charaktertest. Wir haben diese Prüfung bestanden. Wir sind weiter, das ist das Wichtigste. Dieses Spiel wird meine Mannschaft noch mehr motivieren. Unsere Reaktion hat gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt.»

«Das sind Geschichten, wie sie nur an Weltmeisterschaften geschrieben werden.»

Belgien-Trainer Roberto Martinez

Kevin De Bruyne analysierte die Partie so: «Du hast immer schwierige Situationen im Fussball. Aber wir wussten, wir kriegen unsere Chancen. Wir hätten beim 2:2 auch auf Nummer sicher gehen können, wir hätten auf Verlängerung gehen können. Aber wir wollten das 3:2.» Am Ende folgte dann die grosse Kampfansage: «Ich denke man hat dann in der 94. Minute bei unserem Konter gesehen, was die Mannschaft will. Wir wollen die WM gewinnen. Wer Weltmeister werden will, muss alles gewinnen.»

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Kevin De Bruyne nimmt im ZDF-Interview kein Blatt vor den Mund. bild: screenshot zdf

23 Mal in Serie hat Belgien nun nicht verloren (18 Siege, 5 Unentschieden). Nach dem Aus im WM-Viertelfinal gegen Argentinien und dem Aus im EM-Viertelfinal gegen Wales scheint der ewige Geheimfavorit nun endlich bereit zu sein für den grossen Coup. Im Viertelfinal dieser WM wartet jedoch die härtestmögliche Prüfung: Rekordweltmeister Brasilien. Dort müssen die «Roten Teufel» nun endgültig beweisen, dass sie das neue Deutschland sein können.

Ganz anders die Stimmung bei den Japanern. Trainer Akira Nishino haderte nach dem Schlusspfiff mit dem Schicksal: «Wir haben nicht nur gut gespielt, sondern wir hätten gewinnen müssen. Unsere Mannschaft war gut genug dazu.» Doch am Ende bleibt den Japanern nur die Enttäuschung – und der Respekt der ganzen Fussball-Welt, beinahe die nächste Riesen-Überraschung an dieser WM geschafft zu haben.

Die Reaktionen der (Fussball-)Prominenz

Come on Belgium !!! 🇧🇪🇧🇪👹👹

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(pre/sda)

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