Strasse
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Aktivistinnen und Aktivisten des Referendumskomitees deponieren die Referundumsunterschriften gegen eine zweite Gotthardroehre, am Dienstag, 13. Januar 2015 vor der Bundeskanzlei in Bern. Der Verein

Das Referendum gegen die zweite Gotthard-Röhre wird eingereicht. Bild: KEYSTONE

Referendum eingereicht

Die zweite Gotthard-Röhre kommt vor das Volk

Das Volk kann erneut über den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard entscheiden. Die Gegnerinnen und Gegner haben am Dienstag die Unterschriften zum Referendum eingereicht, manche als Gämsen, Steinböcke oder Murmeltiere maskiert.

Der Verein «Nein zur zweiten Gotthardröhre» sammelte nach eigenen Angaben über 125'000 Unterschriften. Davon liess er 75'731 beglaubigen. Nötig sind 50'000 Unterschriften. Das ausgezeichnete Sammelergebnis zeige, dass der Gedanke des Alpenschutzes in der Schweiz bestens verankert sei, sagten die Vertreter des Vereins bei der Übergabe der Unterschriften.

Aus Sicht von Bundesrat und Parlament ist ein neuer Strassentunnel nötig, um den ersten, 1980 eröffneten zu sanieren. Der neue Tunnel soll ab etwa 2020 in sieben Jahren gebaut werden. Anschliessend würde der bestehende gesperrt und saniert. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels je einspurig betrieben werden. 

Umfrage

Braucht die Schweiz eine zweite Gotthard-Röhre?

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1,470 Votes zu: Braucht die Schweiz eine zweite Gotthard-Röhre?

  • 51%Ja, unbedingt!
  • 49%Nein, Schutz der Alpen geht vor.

Verdoppelung der Lastwagen befürchtet

Gegen diese Pläne stellen sich über 50 nationale, regionale und lokale Organisationen und Parteien, darunter die Alpeninitiative, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Parteien SP, Grüne und GLP. Sie glauben nicht daran, dass die Tunnels längerfristig tatsächlich einspurig betrieben würden.

Die Verdoppelung der Röhren am Gotthard werde über kurz oder lang zu einer Verdoppelung der Fahrspuren und einer Verdoppelung der Lastwagen führen, sagte Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Vereins «Nein zur zweiten Gotthardröhre». Die Beschränkung der Kapazitäten im Gesetz sei keine Versicherung gegen die Lastwagenflut.

Tausende Unterschriften aus dem Tessin

Am meisten Unterschriften wurden im Kanton Uri gesammelt. Die Gegnerinnen und Gegner betonen indes, dass es auch im Tessin Widerstand gegen den Bau eines zweiten Strassentunnels gibt. Mehr als 10 Prozent der beglaubigten Unterschriften stammten aus dem Südkanton. Dies sei ein deutliches Signal, sagte Jon Pult, Co-Präsident des Nein-Vereins und Präsident der Alpen-Initiative. «Glauben Sie nicht, dass das Tessin geschlossen für den Tunnel ist.»

Die Tessiner Regierung und die bürgerliche Tessiner Vertretung im Bundeshaus, welche die zweite Röhre befürworten, gäben die Stimmung im Volk in keiner Weise wieder. Insbesondere im Südtessin litten die Menschen seit Jahren unter miserabler Luftqualität und chaotischen Zuständen auf den Strassen.

Güterverkehr auf die Schiene

Aus Sicht der Gegnerinnen und Gegner ist der Bau eines zweiten Strassentunnels unnötig. Dank des Gotthard-Basis-Eisenbahntunnels, der im nächsten Jahr eröffnet werden soll, stünden auf der Schiene genug Kapazitäten zur Verfügung, um den Güterverkehr konsequent von der Strasse auf die Schiene zu verlagern und die Sanierung des bestehenden Strassentunnels ohne zweite Röhre effizient und kostengünstig zu bewältigen.

Der Bau eines zweiten Tunnels ist mit 2,8 Milliarden Franken zwar teurer, als wenn der Tunnel zur Sanierung geschlossen würde, doch bliebe die Route durchgehend befahrbar. Damit soll insbesondere dem Anliegen des Tessins Rechnung getragen werden, während der Sanierung über eine gute Strassenverbindung an den Norden angeschlossen zu sein.

Es ist das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutzinitiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard entscheiden kann. Bisher sagte es Nein. (whr/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • kdeana 13.01.2015 17:31
    Highlight Highlight ich bin für 2 Röhren mit je 2 Spuren. Die zweite Spur sollte allerdings nur wenige Tage im Jahr geöffnet sein (zB 10 Tage) und sonst als Pannenstreifen dienen. So gibts mehr Sicherheit und weniger Stau an zB Ostern, aber trotzdem nicht mehr Verkehr. Finanzieren sollte man das ganze mit einer Maut für Tunnel und Pass.
    8 3 Melden
  • Lowend 13.01.2015 17:20
    Highlight Highlight "Nieder mit den Alpen! Freie Sicht auf's Mittelmeer!" war mal der Slogan der autonomen Jugend, der nun von der reaktionären Autolobbyisten und Hurapatrioten geklaut wird, aber es macht ja sooo viel Sinn dieses Loch in den Alpen zu vergrössern, denn dann kann sich jeder, der täglich rund um die grösseren Städte im Stau steht voll patriotischem Stolz sagen, dass er dafür jetzt viiiel schneller und sicherer im einst so schönen Tessin ankommt, um dort die Strassen zu verstopfen, wenn er es im städtischen Dauerstau nicht mehr aushält! Ein echt kafkaeskes Völklein, diese wackeren Eidgenossen!
    5 5 Melden
  • Oberon 13.01.2015 17:17
    Highlight Highlight Der bau dieser neuen Röhre hat doch viel mehr Vorteile als Nachteile.
    Als erstes verbessern wir die Sicherheit jedes einzelnen Fahrers der dort durch möchte.
    Dadurch wird über das ganze Jahr hinweg gesehen bestimmt die Umwelt geschont.
    Dann würden viele Arbeitsplätze über die Zeit geschützt und das generiert auch wieder Steuereinnahmen. Man sollte jedoch nicht den Fehler machen die Aufträge ausserhalb der Schweiz zu vergeben. Falls man dann noch die Durchfahrt regulieren möchte kann ja eine Maut (z.B. 50% Alpenschutz, 25% Staat und 25% Wartung) erhoben werden.
    5 3 Melden
  • Kasi 13.01.2015 15:03
    Highlight Highlight Ich finde interessant wie hier eine Diskussion geführt wird obwohl es nichts zu diskutieren gibt. In der Bundesverfassung Art. 84 Absatz 3 steht : "Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöt werden."

    Jetzt soll noch jemand sagen, dass eine zweite Röhre keine Erhöhung der Kapazität ist. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich ja der Verkehr regulieren. Wenn aber das Verkehrsaufkommen weiterhin anwächst würde sicherlich die ganze Kapazität genutzt. Alles andere wäre ja Schwachsinn. 2.8 Milliarden ausgeben und dann das Potential nicht nutzen.
    4 7 Melden
  • tom99 13.01.2015 13:12
    Highlight Highlight Alle verhinderer sollten sich mal ueberlegen, was sie mit bewusst provoziertem stau der natur antun. idiologische zwaengelei hat in den letzten 20 jahren nichts gebracht und das wird sich auch nicht aendern.
    7 5 Melden
  • Matthias Studer 13.01.2015 12:08
    Highlight Highlight Wieder eine Initiative die nur Geld verschlingt. Alpenschutz steht am Schluss nicht im direkten Zusammenhang mit der zweiten Röhre.
    9 10 Melden
    • Shlomo 13.01.2015 12:42
      Highlight Highlight Sicher schon. Glauben Sie wirklich man wird die beiden Röhren nur einspurig befahren? Wir währen ja ziemlich doof, 2.8 Milliarden zu investieren für die gleiche Kapazität. Und jetzt ja nicht kommen mit den armen Tessinern, die haben vorher nimanden interessiert und die werden auch später kein interessieren welcher für die 2. Röhre ist.
      10 3 Melden
    • Matthias Studer 13.01.2015 19:56
      Highlight Highlight Doch, wir haben über die Alpenschutz Initiative abgestimmt und angenommen. Einfach so können Sie gar nicht 4-Spurig durchfahren.
      Was ich mir aber vorstellen könnte, wäre eine Split-Lösung. An Zeiten mit viel Verkehrsaufkommen, wie Ferienzeit, die Autobahn auf 4 Spuren erweitern. Denn stundenlange Staus sind auch nicht ökologisch Sinnvoll.
      0 2 Melden

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