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Nach dem Protest im Bahnhof Luzern versammeln sich die Mitglieder der Vereinigung der Islamischen Jugend Schweiz, VIJS, an einer Podiumsdiskussion der Jungen SVP mit dem Thema ''Muslime in der Schweiz - wie weiter?'' im Gersag in Emmenbruecke. Die Junge SVP Luzern hat den Saal eigens gemietet um das Sommerseminar der VIJS im Gersag zu verhindern. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Mitglieder der Vereinigung der Islamischen Jugend Schweiz, VIJS, an einer Podiumsdiskussion. Bild: KEYSTONE

Initiative geplant

Unterwalliser SVP will Kopftücher in Schulen verbieten – Schweizer Trachten ausgenommen



Im Kampf gegen die Religionsfreiheit gibt die SVP Unterwallis keine Ruhe: Vor zwei Wochen wurde das von Jean-Luc Addor und Jérôme Desmeules postulierte Verbot von Kopfbedeckungen jeglicher Art – vom Kapuzenpulli über Schirmmützen bis zum islamischen Schleier – im Kantonsparlament zwar abgeschmettert. Hinnehmen wollen die Verfechter katholisch-konservativer Werte die Ablehnung aber nicht: Gestern Abend hat die SVP Unterwallis einstimmig beschlossen, eine neue kantonale Volksinitiative zu lancieren.

Statt komplett nackte Köpfe in den Walliser Schulen wollen die Initianten jetzt also ein Kopftuchverbot. Die Forderung ist damit zwar eine andere als noch bei der vom Kantonsparlament abgelehnten Initiative. Doch das Motiv ist das gleiche. Addor und Desmeules geht es ums Prinzip.

«Die Walliser Schule ist nicht konfessionslos»

Dieses Prinzip ist erzkonservativ: Die obligatorische Schule sei dazu da, christliche Werte zu vermitteln und zu bewahren. Ohne das Verbot von Kopfbedeckungen würde die Schule zu einem Ort verkommen, wo Sippenverhalten zelebriert werde und Attribute von anderen Religionen zur Schau getragen würden, hiess es noch in der Begründung zur abgelehnten «Nackte Köpfe»-Initiative. 

Die neue Initiative fusst auf denselben Argumenten, doch um nicht wieder eine Diskussion um Kapuzenpullis loszutreten, formulieren Addor und Desmeules dieses Mal konkrete Ausnahmen: Die Initiative würde das Tragen traditioneller Kopfbedeckungen mit christlichem Hintergrund selbstverständlich nicht verbieten. Schliesslich seien die Schüler «auf christliche Aufgaben» vorzubereiten. Und die Walliser Schule kein konfessionsloser Ort.

Diese Kopftücher wären also in den Walliser Schulzimmern gern gesehen:

Des participantes en costume d'Evolene regardent danser des Saviesans a Salvan, en Valais, ce dimanche 16 juin 2002. Les costumes folkloriques font toujours recette. La 57eme fete cantonale des costumes, qui c'est deroulee ce week-end a Salvan, a attire 52 societes. Toujours appreciee, la presence du soleil a toutefois fait grimper le thermometre et oblige les quelques 1500 participants a rechercher les endroits ombrages. (KEYSTONE/Andree-Noelle Pot)

Tracht aus Bagnes VS. Bild: KEYSTONE

Diese Hüte hier auch:

Des participants en costume de Bagnes se preparent pour le cortege a Salvan, en Valais, ce dimanche 16 juin 2002. Les costumes folkloriques font toujours recette. La 57eme fete cantonale des costumes, qui c'est deroulee ce week-end a Salvan, a attire 52 societes. Toujours appreciee, la presence du soleil a toutefois fait grimper le thermometre et oblige les quelques 1500 participants a rechercher les endroits ombrages. (KEYSTONE/Andree-Noelle Pot)

Tracht aus Evolene VS. Bild: KEYSTONE

Der Walliser SVP-Grossrat Addor ist für absurde Vorschläge bekannt. Letztes Jahr rief er über eine Facebook-Seite zur Einführung der Todesstrafe auf. Er stiess damit auf scharfe Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Und im Primarschulgesetz wollte er einen Paragraphen verankern, der das Anbringen von Kruzifixen in Schulzimmern zur Pflicht erklärt hätte.

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