Syrien
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Ein Grossteil der Flüchtlinge sind Familien mit ihren Kindern. Bild: EPA/EPA

Syrien

UNO: Fast die Hälfte aller Syrer auf der Flucht

Die Situation der Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien spitzt sich laut den Vereinten Nationen (UNO) dramatisch zu. Inzwischen sei fast die Hälfte aller Syrer wegen der Gewalt auf der Flucht oder aus den Heimatorten vertrieben worden.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht nach neuesten Zahlen von drei Millionen Flüchtlingen aus. 6,5 Millionen Menschen seien innerhalb Syriens auf der Suche nach Sicherheit. Unter den entwurzelten Menschen seien ganz viele Kinder, teilte das Flüchtlingshilfswerk am Freitag in Genf mit.

«Die Krise in Syrien ist zum grössten humanitären Notfall unserer Zeit geworden, aber die Welt versagt dabei, den Menschen und den Ländern, in die sie flüchten, zu helfen», sagte der UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres. Selbst grosszügige Angebote reichten nicht aus.

«Die bittere Wahrheit ist, es ist zu wenig», sagte Guterres. Zu den bisher gespendeten 3,1 Milliarden Euro würden zusätzlich bis Jahresende noch einmal 1,5 Milliarden Euro gebraucht, um die Flüchtlinge über den Winter zu bringen.

Libanesische Soldaten helfen syrischen Flüchtlingen auf einen Transporter  Bild: X03121

Totale Erschöpfung

Laut UNHCR passieren die Menschen die Grenzen immer öfter total erschöpft, im Schockzustand, völlig verängstigt und ohne Ersparnisse. Die meisten seien seit mindestens einem Jahr auf einer Odyssee von Dorf zu Dorf gewesen, bevor sie sich endgültig zur Flucht entschlossen haben.

Die Flucht selbst werde immer schwerer. Die Familien würden gezwungen, die Grenzposten zu bestechen oder Menschenschmuggler zu bezahlen.

In solchen Zeltdörfern leben die syrischen Flüchtlinge im Libanon Bild: AP/AP

Inzwischen lebten im Libanon 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge, in der Türkei 815'000, in Jordanien 600'000. Dort explodierten in einigen Regionen die Lebensmittelpreise, koste ein Brot mehr als zehnmal so viel wie vor einem Jahr, berichtete die UNO weiter. Die Hilfsoperation sei inzwischen das grösste Projekt in der 64-jährigen Geschichte des Flüchtlingshilfswerks.

Die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad versucht seit mehr als drei Jahren, einen Aufstand niederzuschlagen. Im Bürgerkrieg sind nach UNO-Erkenntnissen etwa 200'000 Menschen getötet worden. Menschenrechtler werfen den Regierungstruppen und Rebellen wie dem Islamischen Staat Kriegsverbrechen vor. (gag/sda/dpa/reu)



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 29.08.2014 12:09
    Highlight Highlight Egal wie stark eine Volkswirtschaft ist, es lassen sich nicht unbegrenzt Mittel zur Hilfe von Flüchtlingen bereitstellen. Die Frage sollte also immer sein, wie man mit einem begrenzten Budget so vielen Menschen wie möglich helfen kann. Die Aufnahme in Europa ist mit Abstand die teuerste Form der Hilfe. Bei der Aufnahmediskussion handelt es sich daher immer nur um ein Pflaster für das eigene Gewissen. Man hat ein paar Tausend Menschen geholfen, das muss reichen. Was mit den Millionen Anderen passiert, ist egal.
  • Zeit_Genosse 29.08.2014 10:04
    Highlight Highlight Was und wo ist Syrien? Ist ein Staat ohne Menschen und ohne Rechtsordnung noch existent? Jene Menschen die die Vertreibung überleben, werden traumatisiert auf die Welt verteilt oder in Lagern verrotten. Nährboden für Wut, Frust und neue Propheten. Sie kommen auch hilfesuchend zu uns nachdem sie durch das alleingelassene und überforderte Italien eingereist sind. Diese humanitäre Katastrophe ist definitiv bei uns angekommen. Wir können nichts dafür. Wir können "nur" helfen.

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