Syrien
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Syrian refugees wait to be registered with the UNHCR services, during the Australian Foreign Minister Julie Bishop's visit to the compound, to meet with the  UNHCR representative to Jordan, Andrew Harper, regarding the Syrian refugee situation, in Amman, Jordan, Monday, April 21, 2014.  Bishop said that the Australian Government has announced that they will accept to receive the first 500 as Syrian refugees. (AP Photo/Muhammad Hamed, Pool)

Syrische Flüchtlinge vor einem UNHCR-Schalter in der jordanischen Hauptstadt Amman. Bild: AP/Pool Reuters

Die Türkei und die syrischen Flüchtlinge

«Sollen wir unseren Brüdern sagen: ‹Sterbt in Syrien?›»



Der Bürgerkrieg in Syrien lässt die Zahl der Flüchtlinge in den Nachbarländern massiv ansteigen. Allein in der Türkei haben nach Angaben von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan inzwischen fast eine Million Syrer Zuflucht gesucht.

Erdogan verteidigte nach Angaben seiner Partei AKP bei einer Fraktionssitzung in Ankara die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in der Türkei. Sie haben das Land nach offiziellen Angaben vom Februar schon damals umgerechnet 2,5 Milliarden Dollar gekostet. «Sollen wir unseren Brüdern sagen: ‹Sterbt in Syrien?›», fragte Erdogan. 

Syrian refugee children play outside their tents at a refugee camp in Nizip in Gaziantep province, near the Turkish-Syrian border March 17, 2014. Aleppo continues to bear the brunt of the civil war, in which about 140,000 people have died. Almost two years after rebels grabbed half of the city, they are now on the defensive, with government forces advancing on three sides. Turkey began building its refugee camps near the border in mid-2011, little knowing the war would last so long and bring such vast numbers of people, many of them women and children. More than 220,000 Syrians are living in the Turkish camps, but some three times that number struggle to exist outside them. Some try and eke out an existence around southeast Turkey, the country's poorest region.  Picture taken March 17, 2014. To match SYRIA-REFUGEES/ REUTERS/Murad Sezer (TURKEY - Tags: POLITICS SOCIETY)

Lager mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei. Bild: X90138

Die Türkei hat nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nach Libanon die meisten Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Und in Jordaniens Wüste wird Ende des Monats ein neues Riesencamp eröffnet, das künftig bis zu 100'000 Menschen aufnehmen soll. Insgesamt sind nach Angaben des UNHCR 2,7 Millionen Syrer in den Ländern der Region offiziell als Flüchtlinge registriert.

Erneuter Einsatz giftiger Chemikalien

Die USA werfen dem Regime in Damaskus mittlerweile erneut den Einsatz giftiger Chemikalien im Bürgerkrieg vor. Es handle sich vermutlich um Chlorgas, das diesen Monat gegen das von der Opposition kontrollierte Dorf Kafr Sita eingesetzt worden sei, sagte Jen Psaki, Sprecherin im Washingtoner Aussenministerium am Montag.

A woman affected by what activists say was a gas attack on the town of Telminnes breathes through an oxygen mask at Bab al-Hawa hospital, where she was transferred to, close to the Turkish border April 21, 2014. Chlorine gas attacks in Syria this month, if proven, expose a major loophole in an international deal which promised to remove chemical weapons from Syria and suggest chemical warfare could persist after the removal operation has finished. In addition, chlorine gas that was never included on the list submitted to the OPCW is now allegedly being used on the battlefield, leading some countries to consider requesting an investigation, possibly through the United Nations. On Monday, opposition groups reported a further attack, this time 20 miles (30 km) northeast of Kfar Zeita in the town of Telminnes. Picture taken April 21, 2014.  REUTERS/Amer Alfaj (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT)

Opfer eines angeblichen Giftgas-Einsatzes. Bild: Reuters

Sie forderte eine Untersuchung zur genauen Klärung. Psaki sprach allerdings nicht ausdrücklich von einem Chemiewaffen- oder Giftgaseinsatz. Zugleich ging sie mit scharfen Worten auf die für den 3. Juni angekündigten Präsidentenwahlen in dem Bürgerkriegsland ein. Es handle sich nicht um eine echte Abstimmung, sondern um eine «Parodie von Demokratie». Auch die Vereinten Nationen in New York kritisierten das geplante Votum. 

Deutscher Ex-Rapper wohl in Syrien getötet

Indessen gibt es Gerüchte über den Tod eines deutschen Dschihadisten in den von Rebellen eroberten Gebieten. Offiziell wurde dies zunächst nicht bestätigt. Wie die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, kam bei einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen zwei islamistischen Gruppierungen – der Al-Nusra-Front und der Miliz Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIS) – im Nordosten des Landes auch ein Kämpfer mit dem Namen Abu Talha Al-Almani ums Leben.

Diesen Namen hatte sich der Salafist und ehemalige Gangsta-Rapper «Deso Dogg» Denis Cuspert gegeben. Auch in Internetforen wurden der Tod des Islamisten vermeldet und Nachrufe veröffentlicht. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte betonte, dass nicht sicher sei, ob es sich bei dem Toten tatsächlich um Cuspert handle.

Deso Dogg (2007): «Willkommen in meiner Welt» Video: Youtube/Chrom83

Nach Angaben der Aktivisten kam es bereits am späten Sonntagabend zu dem Zwischenfall. Zwei Selbstmordattentäter der Al-Nusra-Front hätten in der Ortschaft Ghariba nördlich von Deir as-Saur einen Stützpunkt der ISIS angegriffen. 16 Menschen wurden dabei getötet.

Aktionsplan gegen Kämpfer aus Frankreich 

Die französische Regierung will mit einem Aktionsplan verhindern, dass junge Islamisten aus Frankreich in den Bürgerkrieg in Syrien ziehen. Staatschef François Hollande sagte am Dienstag in Paris, es gelte, «mit allen Mitteln» angehende Dschihadisten von ihrem Vorhaben abzubringen, sie an der Umsetzung ihres Plans zu hindern. (dhr/sda/dpa)

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