Syrien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this image released by the U.S. Navy on Friday, Dec. 5, 2014, a fighter jet launches from the flight deck of the Nimitz-class aircraft carrier USS Carl Vinson (CVN 70) as the ship conducts flight operations in the U.S. 5th Fleet area of operations supporting Operation Inherent Resolve targeting Islamic State militants in Iraq and Syria. (AP Photo/Mass Communication Specialist 2nd Class John Philip Wagner Jr., U.S. Navy)

Startender US-Kampfjet von einem Flugzeugträger Bild: AP/U.S. Navy

US-Bündnis gegen IS

31 Luftschläge an einem Tag

Die USA und ihre Verbündeten gehen in diesen Tagen schwer gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» vor. Auch die syrische Luftwaffe fliegt Angriffe. Dabei sollen auch Zivilisten getötet worden sein. 

26.12.14, 21:37

Ein Artikel von

Die USA und ihre Verbündeten sind über Weihnachten mit massiven Luftschlägen gegen Stellungen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) vorgegangen. Allein am Freitag seien 31 Angriffe geflogen worden, teilte die Allianz mit. In Syrien seien 16 Ziele und 15 weitere im Irak bombardiert worden.

An den Luftschlägen sind neben den USA mehrere arabische Staaten beteiligt, darunter auch Jordanien. Die jüngsten Angriffe gegen den IS in Syrien konzentrierten sich nach Angaben der Allianz auf Gebäude und Stellungen nahe der Stadt Kobane. Dabei seien auch zwei grosse IS-Verbände getroffen worden.

Die USA und ihre Verbündeten fliegen seit August Luftangriffe gegen Stellungen der Dschihadisten, zunächst im Irak, seit Ende September auch in Syrien. In den ersten 120 Tagen der Bombardements wurden im Durchschnitt neun Angriffe pro Tag geflogen.

Die syrische Luftwaffe ging im Norden des Landes gegen die von IS-Extremisten kontrollierte Stadt Bab vor. Nach Angaben von Einwohnern sowie der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben dabei mindestens 45 Zivilisten, etwa 175 weitere wurden verletzt. Bewohner berichteten von Bombenabwürfen durch Kampfflieger und Hubschrauber über Wohn- und Industriegebieten.

epa04538778 (FILE) A file picture dated 23 October 2014 of onlookers watching an explosion following an alleged airstrike carried out by the international anti-Islamic State (IS) coalition as part of operation Inherent Resolve on the Syrian town of Kobane, from the Turkish side of the border, near Suruc district, Sanliurfa, Turkey. On 23 December 2014, 100 days have passed since the Islamic State militant group started attemps to capture the town of Kobane in northern Syria since mid-September. Kobane is strategically situated in northern Syria close to the Turkish border. To Syrian Kurds, the town is a symbol of resistance and pride.  EPA/SEDAT SUNA *** Local Caption *** 51654251

Beobachter an der türkischen Grenze sehen die Bombenangriffe auf Kobane Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Türkei und Irak vereinbaren Kooperation 

Die Türkei und der Irak verständigten sich darauf, im Kampf gegen den IS enger zu kooperieren. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu teilte bei einer Pressekonferenz mit seinem irakischen Kollegen Haider al-Abadi mit, die Militärhilfe bei der Ausbildung irakischer Kämpfer solle ausgeweitet werden. Abadi deutete an, die Türkei sei möglicherweise auch zur Lieferung von Waffen bereit.

Die Regierung in Ankara lehnt eine herausgehobene Rolle bei der Luftoffensive mit der Begründung ab, Luftschläge allein brächten keine dauerhafte Stabilität. 

Widersprüchliche Angaben gibt es über die Ursache des Absturzes eines Kampfjets. Er war am Mittwoch in der Nähe von Rakka im Nordosten Syriens mit einem jordanischen Piloten an Bord in die Hände des IS gefallen. Ein jordanischer Regierungssprecher sagte zunächst, das Flugzeug sei vom Boden aus mit einer Rakete abgeschossen worden. Später sagte er, ein Abschuss sei nicht sicher.

Kampfjet-Absturz möglicherweise wegen «technischen Deffekts»

IS-Kämpfer feierten die Gefangennahme und zeigten auf Fotos Trümmer des Jets. Die Miliz behauptet, das Flugzeug mit einer Abwehrrakete mithilfe von Wärmesensoren abgeschossen zu haben. Dem widersprechen Aktivisten aus Rakka. Sie gehen von einem «technischen Defekt» aus. Demnach sei der Kampfjet abgedreht, nachdem er eine Baustofffabrik getroffen habe, «Rauch» sei aus der Maschine gekommen.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berief sich auf «Quellen» in der Region, die von einem «technischen Defekt» ausgingen. Demnach sei das Flugzeug «sehr niedrig» geflogen, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. IS-Kämpfer hätten mit schweren Maschinengewehren und tragbaren Raketenwerfern auf die Maschine geschossen.

People shout slogans to call for the freedom of Jordanian pilot Mu'ath al-Kaseasbeh, held by the Islamic State group in the Syrian city of Raqqa, as police officers try to control the protest after prayers in downtown Amman, Jordan, Friday, Dec. 26, 2014. The father of the pilot pleaded for his son's release on Thursday, asking the group to treat him well in captivity as a fellow Muslim. (AP Photo/Raad Adayleh)

In Amman (Jordanien) fordern die Menschen die Freilassung des Piloten Bild: Raad Adayleh/AP/KEYSTONE

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Extremisten auf, den Piloten menschlich und in Einklang mit dem Völkerrecht zu behandeln. Der Vater des Mannes bat um Gnade für seinen Sohn. Die Miliz hat bereits zahlreiche Geiseln enthauptet.

Der IS hat in den vom ihm beherrschten Teilen des Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen. Die Kämpfer gehen brutal gegen alle Menschen vor, die sie für Ungläubige halten. Dazu zählen sie auch schiitische Muslime und Christen.

Papst Franziskus verurteilte in seiner Weihnachtsansprache die Verfolgung von ethnischen und religiösen Gruppen durch den IS. Zu lange litten die Angehörigen dieser Gruppen in den beiden Ländern unter den Auswirkungen des Konflikts und grausamer Verfolgung, sagte er auf dem Petersplatz. (sun/Reuters/AFP)



Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 28.12.2014 13:26
    Highlight Die Terroristen der IS, Hamas etc. legen es drauf an, getötet zu werden. Wer auf barbarische Weise wahllos "Ungläubige" ermordet und nach dem Credo "töten oder getötet werden" lebt, der verdient den Tod.
    Es ist nicht so als könne man sich mit diesen Terroristen an einen Tisch setzen, die schliessen das kategorisch aus. Religiöse Verblendung kennt keine Grenzen und gehört zu den gefährlichsten Phänomenen, die unsere Welt zu bieten hat.
    Möge diesen Barbaren in der ganzen Welt gezeigt, was man von ihnen hält. Ausser den Taugenichtse,die ihnen aus Deutschland,der Schweiz, Österreich etc.zulaufen.
    0 0 Melden

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Der Filmer Michael Moore und der Yale-Historiker Timothy Snyder warnen davor, dass die USA in einen «freundlichen Faschismus» abgleiten.

In den Schlusssequenzen seines neuesten Films «Fahrenheit 11/9» lässt Michael Moore Trump und Hitler zu einer Person verschmelzen. Die Botschaft ist klar: Trump ist der Führer eines neuen Faschismus im 21. Jahrhundert geworden.

Moore ist ein Propagandist, der mit einem sehr breiten Pinsel malt und sich wenig um Details kümmert. Doch er ist kein einsamer Rufer in der Wüste. Prominente Historiker und Totalitarismus-Experten wie Anne Applebaum oder Timothy Snyder teilen seine Befürchtungen; und …

Artikel lesen