Syrien
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Angriff auf nordsyrische Stadt

Weitere IS-Attacke abgewehrt – kurdische Selbstmord-Attentäterin soll IS-Kämpfer getötet haben



Kurdische Kämpfer haben nach Angaben von Aktivisten einen neuen Angriff der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auf die syrische Stadt Kobane abgewehrt. IS-Kämpfer hätten in der Nacht zum Montag versucht, die Stadt von Osten und Westen aus zu stürmen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Es habe heftige Kämpfe gegeben, die am Montag zunächst nachgelassen hätten. Sporadisch habe es noch IS-Angriffe mit Mörsergranaten gegeben. Der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Montag, mittlerweile kämpften 5000 Kurden in Kobane.

Dschihadisten rüsten auf

Trotz neuer Luftschläge der von den USA geführten Koalition erhöht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihren Druck auf die nordsyrische Stadt Kobane. Die Dschihadisten hätten Verstärkung aus ihren Hochburgen in Al-Rakka und Deir as-Saur im Kampf um Kobane hinzugezogen, berichtete die PKK-nahe Agentur Firat am Sonntag unter Berufung auf Angaben der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG), die die Stadt verteidigen.

Refugees from the Syrian town of Ain al-Arab, known as Kobane by the Kurds, walk with their belongings after crossing the Turkish border with Syria near the city of Sanliurfa on October 4, 2014. Kurdish fighters supported by US-led air strikes held back jihadists attacking a Syrian border town, following an international outcry at the murder of a British hostage by the Islamic State group. The dusty Syrian town of Ain al-Arab (Kobane) on the frontier with Turkey has become a key battleground between IS jihadists and their opponents, who include local Kurdish fighters as well as the United States and its allies. AFP PHOTO / ARIS MESSINIS

Kobane oder Ain al-Arab an der Grenze zur Türkei: Türkische Soldaten bewachen den Flüchtlingsstrom. Bild: AFP

Die kurdischen Kämpfer hätten sich am Sonntag «Nahkampf-Gefechte» mit der Miliz geliefert. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 86 IS-Extremisten getötet worden, auf Seiten der YPG seien 16 Kämpfer ums Leben gekommen.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor berichtet, 16 IS-Extremisten und 11 kurdische Kämpfer seien bei Gefechten am Sonntagmorgen getötet worden. Die Angaben der Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.  

Beide Seiten versuchten am Sonntag einen strategisch wichtigen Hügel südlich der kurdischen Enklave zu sichern. Der IS hat vor rund drei Wochen begonnen die Region um Kobane zu erobern.

Türkische Grenzdörfer wegen Granatenbeschuss aus Syrien evakuiert

Nach wiederholtem Granatenbeschuss aus Syrien haben die türkischen Behörden die Evakuierung von zwei Grenzdörfern angeordnet. Journalisten seien zudem aufgefordert worden, sich von der Grenze zum türkischen Ort Suruc zurückzuziehen, berichtete die Zeitung Hürriyet Daily News.

epa04432764 after it was hit by a mortar shell from Syria, at Atmanek village in Suruc district near Sanliurfa city, southeastern Turkey, 05 October 2014. Islamic State jihadists rained artillery fire a day earlier on the Kurdish enclave of Kobane near the border, as its embattled defenders appealed for air support from the US-led coalition against the extremists. The fall of Kobane - the smallest of three autonomous Kurdish cantons established last year by the PYD and allies - would give the Islamic State uncontested control of a huge stretch of Syria's border with Turkey.  EPA/SEDAT SUNA

Ein von Mörsergranaten zerstörtes türkisches Wohnhaus  Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Am Sonntag waren im Distrikt Suruc erneut Mörsergranaten eingeschlagen. Eines der Geschosse traf ein Wohnhaus. Dabei seien vier Menschen verletzt worden, berichtete die Zeitung. Bei der Explosion einer weiteren Granate erlitt ein Polizist nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu Verletzungen durch Splitter. Auf der anderen Seite der Grenze toben die Gefechte um die Stadt Kobane.

USA setzen Luftschläge im Irak und in Syrien fort

Die USA setzen ihre Luftschläge gegen die Terrormilizen IS im Irak und in Syrien fort. In Syrien flogen US-Kampfjets am Samstag und Sonntag drei Angriffe und im Irak sechs, teilten die Militärs in Tampa (Florida) mit. Im Irak wurden unter anderen nordöstlich von Falludscha zwei Granatwerfer-Stellungen sowie zwei kleinere IS-Einheiten unter Beschuss genommen, hiess es.

In Syrien hätten die Piloten bei zwei Angriffen nordwestlich der Stadt Rakka eine grosse IS-Einheit getroffen und sechs Abschussvorrichtungen zerstört. Nahe der Stadt Al Majadin seien zwei IS-Panzer und weitere Fahrzeuge zerstört worden. Sowohl im Irak als auch in Syrien seien alle Flugzeuge sicher zurückgekehrt, teilten die Militärs in Tampa mit.

Kurdische Selbstmord-Attentäterin soll IS-Kämpfer getötet haben

Eine kurdische Kämpferin soll bei einem Selbstmord-Anschlag südlich der Stadt Kobane Dutzende Extremisten des Islamischen Staates (IS) getötet haben. Die Frau sei Mitglied der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gewesen, sagte der YPG-Kommandant in Kobane nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Welati.

Die Frau sei in das von IS-Kämpfern kontrollierte Gebiet südlich von Kobane vorgedrungen und habe den Anschlag am Sonntag verübt, berichtete Welati. Die Seite Hawar News, die eng mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden ist, bestätigt den Selbstmordanschlag. Details wurden nicht genannt.

Die kurdische Enklave Kobane in Nordsyrien wird seit mehreren Tagen von IS-Einheiten belagert. Am Wochenende hatten sich die Kämpfe auf die Eroberung eines strategisch wichtigen Hügels der Stadt konzentriert. (wst/sda/dpa/afp)

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