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Thailands Regierungschef flüchtet wegen Demonstranten



In Thailand haben Demonstranten ein Treffen des Regierungschefs Niwattamrong Boonsongphaisan mit der Wahlkommission gestört und ihn zur Flucht gezwungen. Sie überrannten Polizeiwachen an der Luftwaffe-Akademie in Bangkok und stürmten das Gelände.

«Ich wollte nur mit ihnen über die politische Situation reden, aber sie sind weggerannt»

Protestführer Suthep Thaugsuban

Regierung und Wahlkommission wollten über die Machbarkeit einer Parlamentswahl am 20. Juli diskutieren. Die Regierung sieht darin den besten Weg, die politische Krise in Thailand. Die Regierungsgegner hingegen wollen einen Urnengang verhindern. Sie verlangen eine ungewählte Übergangsregierung, die Reformen durchführen soll.

Kurz vor dem gescheiterten Treffen waren bei Schüssen auf Regierungsgegner Augenzeugen zufolge drei Menschen getötet und mehr als zwanzig verletzt worden. Wer hinter dem Angriff steckte, blieb unklar. Gewaltbereite Anhänger der «Rothemden» aus dem Lager der abgesetzten Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra werden verdächtigt.

Die Spannung im Königreich hat wieder zugenommen, seit das Verfassungsgericht vor einer Woche Yingluck und neun ihrer Minister wegen Machtmissbrauchs mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthob. Jetzt wird das Kabinett von Yinglucks Vertrautem Niwattumrong geführt. Die Regierungsgegner sehen ihre Forderungen aber als nicht erfüllt.

Hinter Yingluck und ihrem Bruder steht vor allem die arme Landbevölkerung. Die Opposition wird von der Mittelschicht Bangkoks und von Anhängern des Königshauses unterstützt. (tvr/sda/reu/afp/dpa)

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