TV
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Der Bestatter»: Aargauer Tote – gute Quote

Toter Kältetechniker, tote Kindergärtnerin, toter Hotelkritiker: Auf Luc Conrad wartet in der neuen Staffel der SRF-Serie «Der Bestatter» viel Arbeit. Hauptschauplatz sind drei Dörfer im Aargau und eines in Zürich, die im Fernsehen im fiktiven Morgenthal eins werden.

Mario Fuchs / Aargauer Zeitung



Manchmal verwischen Fiktion und Wirklichkeit auf tragische Art. Mathias Gnädinger spielte im Dienstagabendkrimi «Der Bestatter» den Bösewicht Louis Lauener. Im Februar dieses Jahres, es läuft das Finale der 3. Staffel, das Ende der letzten Folge, sagt er: «So sieht das Ende aus. Aber das weisst du ja.» Der Bösewicht stösst den Bestatter in ein ausgehobenes Grab, zielt mit der Pistole auf ihn. Doch mit der Verbündeten von Luc Conrad hat Lauener nicht gerechnet – am Schluss liegt er selber tot im Grab. Zwei Monate später verstirbt Mathias Gnädinger 74-jährig im Unispital Zürich an Lungenversagen. Die Trauer im Land ist gross.

Der Bestatter, gespielt von Mike Müller, hat überlebt. Und wie: Im Frühling beginnen die Arbeiten an der neuen Staffel. Im Sommer wird bekannt, dass das Schweizer Fernsehen den «Bestatter» in Synchronfassungen nach Deutschland, Kanada und in die USA verkaufen konnte. Auch auf Netflix ist Müller inzwischen zu sehen. Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion bei SRF, erklärt das grosse Interesse so: «Damit eine Serie international erfolgreich wird, muss sie primär auf dem heimischen Markt funktionieren. Und zwar mit Geschichten, die nah am Schweizer Alltag sind.»

Bild

Lynchjustiz: «Bestatter» Luc Conrad (Mike Müller) nimmt Schwarzkittel (Peter Freiburghaus) unter die Lupe.
bild: SRF/Sava Hlavacek

Für den Kanton Aargau bedeutet das: Er erhält diesmal einen noch grösseren Auftritt. Zu den bisherigen Drehorten in und um Aarau, Untersiggenthal (das Bestattungsinstitut Conrad), Seengen, Windisch oder Wettingen kommen neue hinzu: Freienwil, Auenstein, Teufenthal und Weiningen ZH. Sie bilden zusammen das fiktive Dorf Morgenthal – den Mittelpunkt einer Geschichte, die sich durch die gesamte neue Staffel fortschreibt. Bereichsleiter Fitze: «In der neuen Staffel setzen wir noch stärker auf lokale Geschichten und entführen unser Publikum in die aargauische Provinz, wo sich ungeahnte Abgründe auftun.»

Elf Drehtage für 58 Minuten

Gedreht und geschnitten wird «Der Bestatter» von der Produktionsfirma Snakefilm GmbH des Meisterschwandeners Markus Fischer. Eine 58-minütige Episode braucht elf Drehtage – in etwa gleich viel wie eine vergleichbare amerikanische Serie. Nur: Die Verhältnisse beim Dreh waren offenbar nicht amerikanisch, sondern eben eher aargauisch, wie Müller kürzlich im Interview mit dem Portal «Klein-Report» witzelte: «Wir haben halt keine Camper, sondern fünf Campingstühle aus dem Jumbo.» Nebst Fischer sind zahlreiche weitere Akteure mit Wurzeln im oder Bezügen zum Aargau involviert.

Bild

Tödlicher Absturz: TV-Ermittlerin Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli, Martin Ostermeier als Dr. Semmelweis, Sina Zimmerann als Opfer Miry (liegend)
bild: SRF/Sava Hlavacek

Simone Schmid wurde neu ins Team der Drehbuchautoren aufgenommen, die «Tages-Anzeiger»-Reporterin wuchs unter anderem im Fricktal auf. Mona Petri spielt Karin Geiser, die Ehefrau des Morgenthaler Försters. Petri ist seit 2007 Ensemblemitglied im Theater Marie in Aarau. Joris Gratwohl war nach der Ausbildung zum Diplomkaufmann Anfang der Neunzigerjahre ein Jahr Fussballprofi beim FC Aarau. Danach wurde er Schauspieler, im «Bestatter» tritt er als Möbelbauer Ruedi Weber auf, ein waschechter «Morgenthaler». Ebenfalls in «Morgenthal» zu Hause ist Barfrau Lejla Ivanovic, gespielt von der Brugger Schauspielerin Lale Yavas.

Fernsehstart am 5. Januar

Der Plot wird in der 4. Staffel dort aufgenommen, wo er am Ende der letzten Staffel stehengeblieben war: in einem dunklen Kellerloch, in dem Kommissarin Anna-Maria Giovanoli eingesperrt ist – eingesperrt von ihrem Bruder Mario. Derweil wird ihre Mutter in Morgenthal beerdigt und im Wald eine Frauenleiche entdeckt. Luc Conrad befürchtet, es handle sich dabei um seine Anna-Maria – dass diese unter der Erde um ihr Leben kämpft, weiss er noch nicht.

Doch die Leiche im Wald ist jene einer Kindergärtnerin. Und die Morgenthaler haben den Mörder schnell gefunden: «Schwarzkittel», der Einsiedler, der im Wald wohnt. Der war schon immer komisch, und in seiner Hütte werden gar Kleider der Toten gefunden. Die Morgenthaler «Nachbarschaftshilfe» ist wütend – und schreitet selbst zur Tat. Ausgestrahlt werden die sechs Folgen ab dem 5. Januar 2016 auf SRF 1.

(aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen

«Simpsons» werden in US-Wahlkampf hineingezogen – jetzt kontert Marge

Die Zeichentrick-Familie «Die Simpsons» ist in den US-Präsidentschaftswahlkampf hineingezogen worden – und findet das offenbar gar nicht lustig. Eine Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Jenna Ellis, hatte die Stimme der demokratischen Vize-Kandidatin Kamala Harris am Mittwoch in einem Tweet mit der von Marge Simpson verglichen.

«Die Simpsons» reagierten am Freitag auf Twitter mit einem Video-Clip, in dem sich die Mutter der Figuren Lisa, Bart und Maggie über den Vergleich beschwert. …

Artikel lesen
Link zum Artikel