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«Tatort»-Kommissarin stürzt sich auf Mord bei deutscher Luftwaffe

Im Niedersachsen-«Tatort» ermittelt Charlotte Lindholm auf einem Luftwaffenstützpunkt – und verfällt dabei der Verführung durch brummende Frachtmaschinen. Fliegerkitsch erster Güte, aber perfekt gemacht.

Christian Buss



Ein Artikel von

Spiegel Online

Am Nachthimmel brummen die Transall-Maschinen und Airbusse, am Boden melden sich die Hormone. «Ich liebe es, wenn die Maschinen hier nachts reindonnern. Dafür lebe ich», sagt der Luftwaffenoberst (Richard van Weyden), während er mit Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) im Auto unter der Einflugschneise sitzt.

Dann sagt er noch: «Küssen?» Und sie: «Ich wusste, dass das kommt.» Als die alleinerziehende Ermittlerin Lindholm nach Hause kommt, wird sie von ihrer Mutter, die auf das Kind aufpasst, darauf hingewiesen, dass die Bluse nicht richtig sitzt.

Streitkräfte und Körpersäfte: Der aktuelle «Tatort» spielt im Luftwaffenmilieu, ist aber weniger an militärischen Aspekten als an menschlichen Bedürfnissen interessiert.

Die Ex-Frau eines Piloten wurde brutal erschlagen aufgefunden, die Kommissarin gerät in eine Welt, in der die Bundeswehrangestellten alle gen Himmel streben, während ihre Angehörigen irgendwie die Zeit am Boden über die Runden bringen müssen. Anspannung und Langeweile, Aufopferung und Betrug, diese Gegensätze prägen das Leben rund um den Fliegerhorst.

Die Transall als Liebhaber

Geschrieben und gedreht wurde «Spielverderber» von Hartmut Schoen, einem Regisseur, der grosse politische Themen stets aus der kleinen, intimen Perspektive zu beleuchten versucht. Schon vor zehn Jahren hat er zum Beispiel in seinem Film «Der Grenzer und das Mädchen» das Thema Festung Europa als Liebesgeschichte an der EU-Aussengrenze zur Ukraine aufbereitet, in dem RAF-Traumata-Drama «In den besten Jahren» erzählte er aus der Sicht einer alten Frau vom Deutschen Herbst.

In seinem «Tatort» lässt Schoen nun zwar die unvermeidlichen Stichworte zur Luftwaffe fallen. Einmal fällt, in Anspielung auf die veraltete Ausstattung des Stützpunkts, der Begriff «Bankrottarmee». Und immer wieder wird auf vergangene Transall-Einsätze in Mali oder Afghanistan hingewiesen.

Im Grunde genommen aber interessieren den Regisseur weniger die politischen Rahmenbedingungen als deren soziale Folgen für die kleine abgeschottete Welt der Flieger und ihres Anhangs. Der Flugsimulator ist hier zum Beispiel vor allem ein Rückzugsort zum Flirten. Streckenweise schnurrt und schlurrt die Geschichte vor sich hin, in einer sehr blutigen Szene in der Gerichtsmedizin sieht man Kai Diekmann als Leiche mit geöffneter Magendecke auf dem Obduktionstisch liegen. Manchmal weiss man nicht so recht, wo die Geschichte eigentlich hinwill.

Aber es gibt auch einige sehr interessante Figuren, etwa eine junge Pilotin (Jasmin Gerat), die mit Leidenschaft ihren Beruf ausfüllt, während ihr Künstlerehemann am Boden Bilder malt, über die sich die Nachbarn auf dem Fliegerhorst nur mokieren können. Die Pilotin hat am Ende eine wunderschöne Szene, in der sie ihre Transall-Maschine streichelt wie einen Liebhaber, während aus dem Off der Song «Somewhere Over the Rainbow» erklingt. Fliegerkitsch erster Güte, aber perfekt gemacht.

Das Finale schliesslich, so viel sei verraten, sprengt alle Dimensionen des deutschen Fernsehfilms. Bleib also bitte dran, auch wenn sich die Fliegererotik zwischenzeitlich etwas schleppt.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

«Tatort: Spielverderber», Sonntag, 20.05 Uhr, SRF 1

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