Ukraine
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epa04198277 Armed supporters of the self-declared Donetsk People's Republic depart for  Mariupol to help to separatists fighting with Ukrainian National Guard forces, after the Victory Day celebrating in Donetsk, Ukraine, 09 May 2014. On May 09 people of former USSR celebrate the 69th anniversary of the victory in the WWII over Nazi Germany. Two eastern Ukrainian provinces will go ahead with a referendum on seceding from the country as planned this weekend despite Russian President Vladimir Putin's call for a delay, separatist leaders told Russia's Interfax news agency on 08 May. 'The referendum on May 11 will take place,' said Miroslav Rudenko, a separatist leader of the self-proclaimed Donetsk People's Republic. The secession referendum will let the three million residents of the provinces of Luhansk and Donetsk vote on whether they want to stay part of Ukraine. Ukrainians opposed to a split see it as a precursor to an eventual merger with Russia, as happened with Crimea in March.  EPA/PHOTOMIG

Mitglieder der «Volksrepublik Donezk» Bild: Keystone

Auch ein Schweizer war unter den Geiseln

Ukraine: Separatisten sollen Rot-Kreuz-Geisel misshandelt haben 

Wegen Spionageverdachts sind sieben Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Donezk von Unbekannten über Stunden festgehalten worden. Nach ihrer Freilassung wurde bekannt, dass einer der Gefangenen heftig geschlagen wurde. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Donezk – Sieben Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Donezk, darunter ein Schweizer, sind sieben Stunden lang in dem von den prorussischen Milizen besetzten Gebäude der Regionalverwaltung festgehalten worden.

Ein Sprecher der selbsternannten «Volksrepublik Donezk», Kiril Rudenko, hatte erklärt, die Männer seien am Freitagabend unter Spionageverdacht festgenommen worden. Worauf dieser begründet war, sagte er nicht.

Gegen 19 Uhr waren Unbekannte in das Büro der Organisation gekommen und hatten die Rot-Kreuz-Männer in ihre Gewalt gebracht. Mehrere ebenfalls anwesende Frauen liessen sie offenbar zurück. Gegen zwei Uhr nachts wurden die Gefangenen dann wieder freigelassen. Eine Vertreterin des örtlichen Roten Kreuzes berichtete, eine der Geiseln sei heftig geschlagen worden. «Er befindet sich jetzt im Krankenhaus», sagte Irina Tsaryuk der Nachrichtenagentur Reuters.

Geilsennehmer klauen Arznei-Vorräte

Das Internetportal «Nowosti Donbassa» schrieb, die Geiselnehmer hätten ausserdem grosse Vorräte an Arzneien mitgehen lassen. Dabei handelt es sich um Medikamente, die am 7. Mai ins Rote-Kreuz-Hauptquartier geliefert worden waren. Die Mittel sollten ursprünglich in der Region verteilt werden, wo es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt.

Im Osten der Ukraine halten prorussische Separatisten seit Wochen Polizeiwachen und Verwaltungsgebäude besetzt und nahmen wiederholt ausländische Journalisten wegen angeblicher Spionage fest. In Slawjansk hielten sie zudem eine Gruppe ausländischer OSZE-Militärbeobachter über eine Woche lang gefangen, darunter vier Deutsche.

«Ein Schritt in den Abgrund»

Separatisten in Donezk haben für Sonntag zu einem Referendum über eine Abspaltung von der Ukraine aufgerufen. Die Regierung in Kiew zeigte sich erneut bereit zum Dialog: «Wir haben den Donbass gehört und sind bereit, uns an den Verhandlungstisch zu setzen», sagte der prowestliche Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Samstag. Die Führung wolle Gespräche mit politischen und gesellschaftlichen Vertretern führen, sagte Turtschinow in einer Fernsehsendung. Ausdrücklich davon ausgenommen seien «Terroristen, die sich die Zerstörung des Landes zur Aufgabe gemacht haben». 

Turtschinow warnte die prorussischen Kräfte in der Ostukraine vor den Folgen einer Abspaltung der wirtschaftlich starken Gebiete Donezk und Luhansk. «Das wäre ein Schritt in den Abgrund», sagte der Interimspräsident.

Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Petro Poroschenko hat derweil mit der Bundesregierung über deutsche Investitionen in der Ostukraine gesprochen. «Sonderinvestitionen waren das Hauptthema meiner Gespräche mit Angela Merkel diese Woche in Berlin», sagte der Unternehmer dem "Focus". Poroschenko rief den Westen auf, die Wahl mit der Entsendung von Beobachtern und Vermittlungsgesprächen mit Russland abzusichern. Der Westen könne zudem Sanktionen gegen ganze russische Wirtschaftszweige verhängen, um «Russland auf den Weg des Dialogs zurückzulotsen».

Hackerangriff auf Belgiens Aussenministerium 

Am Samstag wurde bekannt, dass Hacker offenbar versucht haben, mit einem Computervirus Zugang zu «Informationen und Dokumenten zur Ukraine-Krise» im belgischen Aussenministerium zu bekommen. Aussenminister Didier Reynders erklärte, das Ministerium und der militärische Geheimdienst hätten die Cyberattacke bereits vor «einigen Tagen» entdeckt.

Die Behörden prüften nun Schäden und Identität der Hacker, auch Ministerpräsident Elio Di Rupo sei eingebunden. Den Zeitungen «De Tijd» und «L'Echo» zufolge steht Moskau hinter den Angriffen. (ala/dpa/afp/Reuters)



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