Ukraine
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FILE - This Jan. 8, 2009 file photo shows a Turkish coast guard boat, left in the foreground, at the port of the BOTAS liquefied natural gas, LNG, import terminal in Marmara Ereglisi, near the city of Tekirdag, western Turkey. The United States and the European Union on Wednesday April 2, 2014 vowed to help Ukraine in its efforts to gain more independence from Russian energy supplies and are working to wean Europe off an over-reliance on gas from Moscow. U.S. Secretary of State John Kerry said that together with the EU they will seek to provide Ukraine gas through Poland, Hungary and Slovakia. At the same time, both sides are working to get more gas from Asia to Europe through Azerbeijan and Turkey instead of over Russian soil. (AP Photo/Murad Sezer, File)

Bild: AP/AP

Konflikt geht weiter

Die Ukraine und Russland streiten ums Gas – und um Milliarden



Die Ukraine und Russland steuern auf einen neuen Gaskonflikt zu. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk warf dem Nachbarland "wirtschaftliche Aggression" vor. Kiew werde die massiv erhöhten Preise für russisches Gas nicht zahlen.

"Das ist kein wirtschaftlicher, sondern ein politischer Preis", sagte Jazenjuk. Er warnte, Russland könne die Lieferungen ganz einstellen. Die Ukraine und die EU müssten darauf vorbereitet sein.

Ukrainian Prime Minister Arseny Yatseniuk gestures during an interview with Reuters in Kiev April 3, 2014. The Kiev government will stick to unpopular austerity measures

Arseni Jazenjuk Bild: Reuters

Die Ex-Sowjetrepublik ist das wichtigste Transitland für russisches Gas nach Westen. Wegen bilateralen Streits waren in der Vergangenheit wiederholt auch in der EU die Vorräte knapp geworden.

«Wir können Gas nicht kostenlos liefern»

Gazprom-Chef Alexej Miller forderte die nahezu bankrotte Ukraine mit Nachdruck auf, ihre Schulden zu begleichen. Kiew steht nach Moskauer Angaben mit 2,2 Milliarden US-Dollar allein für Gas in der Kreide.

"Wir können Gas nicht kostenlos liefern", sagte Miller. Wegen eines günstigen Gasvertrages mit Kiew vom April 2010 seien Moskau 11,4 Milliarden US-Dollar entgangen, sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin.

Russia's Prime Minister Dmitry Medvedev (L) meets with Gazprom Chief Executive Alexei Miller in Moscow, April 3, 2014. The head of Russia's top natural gas producer, Gazprom, said on Thursday it would further increase the gas price for Ukraine to $485 per 1,000 cubic metres from April, after introducing an export duty. REUTERS/Dmitry Astakhov/RIA Novosti/Pool (RUSSIA  - Tags: POLITICS BUSINESS ENERGY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

Medwedew und Miller Bild: Reuters

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte zum April den Gaspreis auf 485,5 Dollar angehoben und den Schritt mit Milliardenschulden der Ukraine und dem Wegfall eines Sonderrabatts im Gegenzug für die Nutzung des Marinehafens von Sewastopol auf der Krim begründet. Moskau steht im Ruf, die Gaspreise auch als politisches Druckmittel einzusetzen.

«Gas ist keine Waffe, es ist eine Ware»

Gazprom-Vize Alexander Medwedew wies die Vorwürfe zurück. "Gas ist keine Waffe, es ist eine Ware", sagte Medwedew dem "Handelsblatt". "Wir haben nicht die Preise erhöht", sagte der Topmanager. "Wir kommen jetzt einfach wieder zurück zu der vereinbarten marktorientierten Preisformel." Der ukrainische Energieminister Juri Prodan drohte, Gazprom vor einem internationalen Schiedsgericht zu verklagen.

epa03452340 A handout aerial photo dated 28 February 2012 and made available 23 October 2012 by Russian energy giant Gazprom, showing installations and buildings at Gazprom's Bovanenkovo gas fields. Russia's state-owned energy company Gazprom said on 30 Oxctober 2012 it would invest 38 billion dollars to develop a gas field in eastern Siberia and build a pipeline to deliver gas to the Pacific region. The projects are aimed at luring more Asian customers, Gazprom head Aleksei Miller said at a Monday meeting with President Vladimir Putin. The Chayanda field could produce as much as 25 billion cubic metres of gas annually, which will be pumped to the Pacific port city of Vladivostok, Miller said, according to a Vedemosti newspaper report.  EPA/GAZPROM / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Gazprom hat den Gaspreis erhöht Bild: EPA

In der Ostukraine sorgten prorussische Aktivisten erneut für Krawalle. In der Millionenstadt Charkow besetzten sie die Gebietsverwaltung und schwenkten die russische Flagge aus dem Gebäude.

Rund 120 Kilometer südöstlich von Kiew wurde die Leiche eines ukrainischen Journalisten und Mitglieds der ultrarechten Swoboda-Partei aufgefunden. Nach Angaben der Partei wies der Körper Folterspuren auf.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB räumte ein, dass sich Vizechef Sergej Besseda am 20. und 21. Februar in Kiew aufgehalten habe - also zu der Zeit, als dort die tödlichen Schüsse auf Dutzende Regierungsgegner fielen. Thema sei aber allein der Schutz der russischen Botschaft gewesen, zitierten Moskauer Agenturen namentlich nicht genannte FSB-Mitarbeiter. Die ukrainische Regierung macht den FSB mitverantwortlich für das Blutbad im Zentrum von Kiew. (aeg/sda)

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