Ukraine
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Russian President Vladimir Putin, right, meets with South African President Jacob Zuma in the Novo-Ogaryovo residence outside Moscow, Russia, Thursday, Aug. 28, 2014. (AP Photo/RIA-Novosti, Alexei Druzhinin, Presidential Press Service)

Putin denkt nicht dran, die Lage zu entschärfen: In einer Kreml-Mitteilung in der Nacht zum Freitag lobt er die «wichtigen Erfolge» der Separatisten.  Bild: AP/RIA Novosti Kremlin

Russische Invasion? 

Putin giesst Öl ins Feuer und lobt Erfolge der Separatisten 

Russlands Präsident Putin wendet sich zum ersten Mal direkt an die Separatisten in der Ostukraine – und lobt ihren Einsatz ausdrücklich. Er fordert sie auf, einen Fluchtkorridor für ukrainische Regierungstruppen einzurichten. 

29.08.14, 08:02 29.08.14, 09:18

Ein Artikel von

Erstmals hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin direkt an die Rebellen in Donezk und Luhansk gewandt. Putin ruft die Separatisten darin auf, einen «humanitären Korridor» zu öffnen für den Abzug eingekesselter ukrainischer Truppen. Im Zuge der Rebellenoffensive wurden in den vergangenen Tagen ukrainische Truppenteile eingekreist. Die Rede ist von mehreren tausend Mann.

Die entsprechende Mitteilung wurde in der Nacht zum Freitag auf der Webseite des Kreml veröffentlicht. Zur Entspannung dürfte sie kaum beitragen: Der Inhalt wird weder dem Westen noch Kiew gefallen. 

Putin lobt «wichtigen Erfolge der Landwehr»

So ist keine Rede von den verdeckt an der Seite der Separatisten operierenden russischen Soldaten. Ihr Einsatz wurde bekannt, nachdem Kiew zehn russische Militärs festgenommen hatte und in russischen Garnisonsstädten Gefallene beigesetzt wurden. Die Nato geht von mindestens 1000 russischen Soldaten im Konfliktgebiet aus. 

Stattdessen lobt Putin ausdrücklich die jüngsten «wichtigen Erfolge der Landwehr», die Separatisten würden Kiews Militäroperation unterbinden, die «eine tödliche Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen». Russlands Präsident richtete die Botschaft zudem nicht etwa an die Vertreter der «Volksrepubliken» Donezk und Luhansk. Der Kreml spricht stattdessen den Widerstand von «Noworossija - Neurussland» an. 

Unter diesem Kampfbegriff fassen rechte Kreise in Russland den ganzen, russisch-geprägten Südosten der Ukraine zusammen. Das Gebiet ist um ein vielfaches grösser als die bislang umkämpfte Region Donbass. 

Putin fordert Waffenruhe von Kiew 

Putin rief die Regierung in Kiew auf, «unverzüglich die Kampfhandlungen zu beenden, das Feuer einzustellen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen». Einen Appell an die Aufständischen, das Feuer einzustellen, enthält die Mitteilung nicht. 

Der Kreml selbst wollte noch am Montag nicht über eine Feuerpause verhandeln, Russland sei keine Konfliktpartei und habe keinen Einfluss auf die Separatisten, beteuerte Putin bei Gesprächen in Minsk. Der Kreml kündigte zudem weitere humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung an. Erst kürzlich hatte ein russischer Hilfskonvoi Ängste vor einem verdeckten russischen Einmarsch geschürt. 

Separatistenführer Alexander Sachartschenko begrüsste den Appell aus Moskau. Die «Volkswehr» sei bereit, Regierungseinheiten abziehen zu lassen – aber ohne Waffen und Munition, sagte er dem russischen Staatsfernsehen. (beb/fab/dpa)



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 29.08.2014 17:52
    Highlight Wenn Sie schon mitdenken, dann bitte gründlich. Einfach Verschwörungstheorien ohne Beweise raushauen kann jeder.
    1 0 Melden
  • manhunt 29.08.2014 12:33
    Highlight Es ist leider so, das sich nach dem Niedergang der Sowjetunion ein ausgeprägter Nationalismus entwickelt hat, denn nun alle "Nicht ethnischen Russen" mit voller härte zu spüren bekommen. Ohne seine Anrainerstaaten die Russland mit den dringend benötigten Rüstungs- und Komsumgütern beliefern, weil die eigene Wirtschaft zu schwach und ineffizient ist, würde dieses Land geopolitisch kaum mehr eine Rolle spiele. Daher ist es für Putin unerlässlich, in "abtrünnigen" Staaten zu intervenieren. Denn ansonsten würde er den Rückhalt in der Bevölkerung relativ schnell verlieren.
    1 1 Melden
  • pierolefou 29.08.2014 12:14
    Highlight Putin ist ein ganz geschickter und gefährlicher Taktiker. Ihn schmerz noch immer der Verlust aller Staaten währen der Glasnost-Zeit und
    will unter allen Umständen sein ehemaliges "Reich" wieder zurück,
    koste es was es wolle, da der Westen und die Nato sowieso uneins ist.
    2 1 Melden
  • Kaufmann Myriam 29.08.2014 10:13
    Highlight Mir wird übel, so einfach kann man sich also über die Souverentiät eines Staates hinweg setzen, was für ein Mieser Typ. Dein Land pariert nicht, macht nichts ich hetze Dir ein Möchtegern Freiheitskämper auf den Hals und wenn es diese Looser nicht packen, dann sende ich ein paar von meinen Leuten, die werden es schon richten. Zuerst die Krim und jetzt die Ostukraine. Ein Aparatschick aus der guten alten Sowietzeit.
    6 1 Melden
  • Zeit_Genosse 29.08.2014 08:33
    Highlight Keiner traut sich den Putin zu stoppen, der einen starken Rückhalt aus der eigenen Bevölkerung erfährt. So geht die Ukraine an die russische Grossherrschaft verloren. Russland erstarkt gegenüber einem ungeeinten und schwächelndem Europa und einer zahmen NATO. Keiner will einen Konflikt riskieren, dabei sind wir bereits mittendrin. Auch die USA haben keine Strategie und damit ergeben sich Spielräume für Putin, die er nutzt. Diktatoren - und Putin ist ja einer in einer Scheindemokratie - wird die Bodenhaftung ob seiner Macht ohne Gegenwehr verlieren und damit gefährlich. Die Geschichte ist voller Beispiele.
    4 2 Melden
    • Fly Boy Tschoko 29.08.2014 11:58
      Highlight Eine direkte Intervention Europas oder der USA ist auch mehr als Riskant. Ein offener Konflikt zwischen Atommächten darf es nicht geben.
      3 0 Melden
    • Zeit_Genosse 29.08.2014 14:41
      Highlight @tschoko
      Darum muss man Putin stoppen. Wie sich ein Volk durch einen Diktator erfolglos aushungern lässt, zeigen Nordkorea und Kuba. Putin als Führer zu destabilisieren ist momentan eine Mission impossible. In Russland wissen nur wenige was da geht (und wir auch nur einen Teil). Jetzt aber wird Putin gestärkt, weil sein Handeln vor der Weltgemeinschaft keine offensichtlichen Konsequenzen hat. Die Sanktionen werden der Bevölkerung weh tun und die werden sich gegen die aussenstehenden Aggressoren einen. Putin wird noch mächtiger im eigenen Land. In der Ukraine will Russland das Tafelsilber retten und einen russischen Landzugang zur bereits einverleibten Krim. Das wird ihm gelingen. Wir können ihn gewähren lassen und das als politische Lösung feiern. Dann bis zum nächten Mal....
      1 0 Melden
    • mitdenker 29.08.2014 14:58
      Highlight Putin stoppen?!? wie denn? Militärisch? erschreckend zu sehen, dass unsere Propaganda in der heutigen Zeit noch so erfolgreich ist.. lieber mal Hirn einschalten als sich so gedankenlos aufhetzen zu lassen. Merkt Ihr nicht, dass Russland immer mehr von Terrororganisation Nato eingekesselt wird? Die Sowjetunion ist Geschichte, die Nato jedoch wird immer weiter ausgebaut. versetzt euch doch mal in Putins Lage und beurteilt die Lage objektiv. Übrigens, warum werden Beweise über MH17 nicht veröffentlicht? Blackbox, Stimmrekorder müssten längst ausgewertet sein.. Jaja unsere Medien, sehr objektiv
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