Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Luzerner Turnerin Ariella Kaeslin gewann an der Kunstturnweltmeisterschaften in London, Grossbritannien die Silbermedaille im Pferdsprung und wird nun in ihrer Wohngemeinde herzlichst empfangen, am Montag, 19. Oktober 2009 in Meggen. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Stolz zeigt Ariella Kaeslin beim Empfang in ihrem Heimatdorf Meggen die Silbermedaille. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

Ariella Kaeslin springt zur ersten WM-Medaille einer Schweizer Turnerin

17. Oktober 2009: Die 22-jährige Ariella Kaeslin feiert in London den wertvollsten Erfolg ihrer Karriere. Am Sprung gewinnt sie Silber – damals die erste WM-Medaille einer Schweizer Kunstturnerin.



Das Jahr 2009 ist das beste ihrer Karriere. Im Frühling gewinnt Ariella Kaeslin an der EM zunächst Bronze im Mehrkampf – die erste einer Schweizerin in dieser Disziplin – und anschliessend gar Gold im Sprung. Auch das ist eine Première, Kaeslin ist die erste Schweizer Turn-Europameisterin.

Eine Woche nach ihrem 22. Geburtstag gehört die Innerschweizerin aus Meggen deshalb auch an den Weltmeisterschaften zum Favoritenkreis. Wenn alles gelingt, dann kann Kaeslin am Sprung erneut eine Medaille gewinnen. Doch der Wettkampf wird zur Zitterpartie.

abspielen

Die beiden Sprünge zur WM-Silbermedaille. Video: YouTube/ciciginastica

«Es lief mir kalt und warm über den Rücken»

Die Pause zwischen ihren beiden Sprüngen ist ungewöhnlich lang. Das Kampfgericht ist sich nicht einig, ob Kaeslins erster Sprung, der Tschussowitina, gestreckt oder gebückt ausgeführt war. Nach einer Videoanalyse kommt die Jury zum Schluss, dass er gestreckt war – das andere Urteil hätte Kaeslin 0,4 Punkte gekostet. Kaeslin lässt sich durch die Diskussion nicht aus dem Konzept bringen: «Ich hatte halt einfach eine längere Pause.»

Sie behält einen kühlen Kopf und steht auch den Jurtschenko, ihren zweiten Sprung, sicher. Hinter der überlegenen Amerikanerin Kayla Williams gewinnt Kaeslin die Silbermedaille – auch weil die haushohe Favoritin Hong Un Jong aus Nordkorea zwei Mal stürzt.

Auf dem Podest habe sie Hühnerhaut gehabt, schildert Ariella Kaeslin anschliessend: «Es lief mir kalt und warm über den Rücken. Nach EM-Gold nun WM-Silber, das ist genial, einfach sensationell!»

Lara Gut, rechts, und Ariella Kaeslin, links, an den Credit Suisse Sports Awards in Basel am Samstag, 12. Dezember 2009. (KEYSTONE/Walter Bieri)

An den Sport Awards 2009 setzt sich Ariella Kaeslin gegen Skirennfahrerin Lara Gut durch. Bild: KEYSTONE

Der Vergleich mit Messi und der verlorene Killerinstinkt

Trainer Zoltan Jordanov vergleicht seine Turnerin gar mit Lionel Messi. «Sie besitzt die Eigenschaft, sich sehr stark auf ein Ziel zu fokussieren und hat das, was man einen Killerinstinkt nennt. So wie Fussballstar Messi vom FC Barcelona», sagt er der «Luzerner Zeitung».

Dieser kommt Kaeslin jedoch rascher abhanden, als ihr lieb ist. Im Sommer 2011, nachdem die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres (2008, 2009 und 2010 in Serie) noch einmal EM-Bronze im Sprung gewonnen hat, erklärt sie mit noch nicht einmal 24 Jahren ihren Rücktritt vom Spitzensport.

abspielen

Unter Tränen gibt die erfolgreichste Schweizer Kunstturnerin der Geschichte ihren Rücktritt bekannt. Video: YouTube/Blick

«Es ist mir nicht leichtgefallen, aber ich habe auf meinen Körper und mein Herz gehört», erklärt die Turnerin, die die vielen Entbehrungen und das harte Training nicht mehr auf sich nehmen will. Die Olympischen Spiele von 2012 in der Londoner O2-Arena, dem Ort ihres grössten Erfolgs, erlebt Kaeslin nicht mehr als Aktive.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Die Schweizer Fahnenträger

18.10.1968: Bob Beamon springt so weit, dass nicht einmal das Massband reicht

Link zum Artikel

17.09.1988: Zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Seoul gibt es geröstete Tauben

Link zum Artikel

01.10.2000: Der Abschluss der Spiele von Sydney ist der Beginn der grossen Liebe zwischen Roger und Mirka

Link zum Artikel

19.09.2000: Eric «The Eel» Moussambani säuft über 100 m Freistil fast ab und wird trotzdem zum grossen Star

Link zum Artikel

28.8.1972: Mark Spitz holt sich die ersten zwei von sieben Goldmedaillen und schwimmt in jedem Rennen Weltrekord

Link zum Artikel

17.08.2008: Amor trifft besser als der Sportschütze, der nur deshalb berühmt wurde, weil er auf die falsche Scheibe zielte

Link zum Artikel

26.08.1900: Ein Siebenjähriger wird zum jüngsten Olympiasieger aller Zeiten, aber bis heute kennt niemand seinen Namen

Link zum Artikel

Die Geschichte eines Bauernsohns, der im vorletzten Jahrhundert zum Olympiahelden wurde

Link zum Artikel

08.05.1984: Die Sowjets boykottieren Olympia. Eine Retourkutsche, die ihre Wirkung komplett verfehlt

Link zum Artikel

09.06.1924: Die Schweiz verpasst den Olympiasieg – aber wird Europameister!

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel

06.08.2012: Felix Sanchez schmuggelt Foto von totem Grosi unter die Startnummer und schafft das grösste Comeback der Leichtathletik

Link zum Artikel

04.08.2012: Das knappste Finale in der Olympia-Geschichte im Triathlon gewinnt Nicola Spirig dank einer unglaublichen Willensleistung

Link zum Artikel

28.07.1984: Gaby Andersen-Schiess torkelt in der Hitze von LA völlig dehydriert über die Zielgerade des Olympia-Marathons

Link zum Artikel

26.07.1992: Das beste Team, das jemals Basketball gespielt hat, verzaubert die ganze Welt

Link zum Artikel

25.07.1908: Wyndham Halswelle wird Olympiasieger über 400 Meter – weil er im Final der einzige Läufer ist

Link zum Artikel

06.08.1984: Carl Lewis holt sich zum ersten Mal Olympia-Gold in seiner Lieblingsdisziplin

Link zum Artikel

16.10.1968: Tommie Smith und John Carlos sorgen für die berühmteste Siegerehrung bei Olympia

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Die Yakins kehren nach Schaffhausen zurück

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

16.03.2002: Ein Knochenbrecher-Foul macht aus einem fast gewöhnlichen Fussballspiel die «Battle of Bramall Lane» 

16. März 2002: Es ist eine explosive Mischung, die im Championship-Match zwischen Sheffield United und West Bromwich Albion zum grossen Knall führt. Die Partie wird abgebrochen, weil nach Platzverweisen und angeblichen Verletzungen zu wenig Spieler auf dem Feld stehen.

Mal ehrlich: Überrascht es dich, dass der Match nach diesem Foul eskaliert ist?

Sheffield-Verteidiger Georges Santos fliegt in seinen Gegenspieler Andy Johnson und daraufhin vom Platz. Es ist ein Duell mit einer Vorgeschichte: In der Saison zuvor hatte Johnson mit seinem Ellbogen die Augenhöhle von Santos zertrümmert. Santos schwor Rache und die Gelegenheit dazu erhält er an diesem Tag. In der 64. Minute eingewechselt, dauert es bloss wenige Sekunden bis zum brutalen Foul, das seinen …

Artikel lesen
Link zum Artikel