Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
abspielen

Günther Jauch und Marcel Reif blicken auf den Torfall von Madrid zurück. Video: Youtube/weedy09

Unvergessen

01.04.1998: Diese 76 Minuten TV-Geschichte mit Günther Jauch und Marcel Reif lassen jeden Aprilscherz alt aussehen

1. April 1998: Anderthalb Minuten vor Anpfiff des Champions-League-Halbfinals zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund fällt im Bernabeu schon das erste Tor. Die heissblütigen spanischen Fans haben es zum Einsturz gebracht. Was folgt, ist Fernsehgeschichte.



Wenn ein TV-Kommentator live von einer Halbfinal-Partie der Champions League berichtet, macht er sich auf einige Eventualitäten gefasst. Das Szenario, welches sich dem deutschen Profi-Plapperer Marcel Reif an einem Abend im April 1998 bietet, hat er sich aber wohl nicht in seinen schlimmsten Albträumen ausgemalt.

Real Madrid empfängt den Titelverteidiger Borussia Dortmund zum Hinspiel im Bernabeu. Die Hardcore-Fans der Königlichen können den Anpfiff kaum erwarten und besteigen den Zaun vor ihrer Kurve. Um 20.43 Uhr knickt das rostige Gestänge unter der Last zusammen und reisst das daran befestigte Tor mit sich.

Animiertes GIF GIF abspielen

Unfassbare Szene in Madrid: Das Tor bricht kurz vor dem Anpfiff zusammen. GIF: Youtube/Zeruyu

Es folgen 76 wahnwitzige Minuten, während denen auf dem Rasen hektische Betriebsamkeit ausbricht. Real Madrid hat kein Ersatztor auf Lager und versucht den Schaden mit improvisierten Reparaturarbeiten zu beheben.

Traumquoten für Improvisationstheater

Während der Schiedsrichter die Mannschaften zurück in die Kabine schickt, ist man bei der Sendeleitung von RTL nicht sicher, ob man die ungeplante Unterbrechung mit Werbung füllen darf. So moderiert Marcel Reif zusammen mit Günther Jauch mehr als eine Stunde durch, ohne dass auf dem Feld nennenswerte Fortschritte erzielt werden.

Die beiden TV-Männer ernten Traumquoten. 12,76 Millionen Zuschauer wollen sehen, wie sie die prekäre Situation meistern. Das eigentliche Spiel sehen später nur noch sechs Millionen. Jauch und Reif werden für ihre humoristische Glanzleistung mit dem Bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet und für den renommierten Adolf-Grimme-Preis nominiert.

Ein Real-Fan mit einem Lastwagen beendet das ganze Theater. Mit einer Polizeieskorte fährt er zum Trainingsgelände und transportiert von dort ein Ersatztor ins Bernabeu. Das Spiel endet nach Treffern von Fernando Morientes und Christian Karembeu 2:0 für Madrid. Das Ergebnis ist heute längst vergessen, aber die Sprüche von Reif und Jauch bleiben legendär.

«Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan.»

Marcel Reif

«Für alle die, die nicht rechtzeitig eingeschaltet haben. Das erste Tor ist schon gefallen.»

Günther Jauch

«Meine Kenntnisse als Ingenieur sind bescheiden, deswegen gucke ich genauso staunend dahin wie Sie. Vielleicht wissen einige Tiefbaufachleute unter Ihnen zuhause was los ist.»

Marcel Reif

Bild

Screenshot: RTL

«Zwei Handballtore nebeneinander. Ginge das?»

Günther Jauch

«Das ist wie bei den Pfadfindern hier. Jetzt wird der Hering eingeschlagen. Wie im Zeltlager.»

Marcel Reif

«Hier spielen doch die Königlichen und dann frisst da der Gammel das Tor.»

Günther Jauch

«Ach, jetzt ist da auch noch Wasser. Die sind bis aufs Grundwasser gekommen. Oder ist es Öl? Mein lieber Schwan.»

Marcel Reif

Bild

Screenshot: RTL

«Dortmund hat ja auswärts nur ein Gegentor bekommen. So gesehen könnte man das Tor auch flach da liegen lassen, so lange Stefan Klos da drin steht.»

Günther Jauch

«Wenn der jetzt hinten in seinem Kämmerchen, in seinem Keller ein Tor baut, dann ist er der Held von Madrid.»

Marcel Reif

Bild

Screenshot: RTL

«Wem der Spielstand als Verteidiger nicht gefällt, der lehnt sich einmal gegen den Pfosten.»

Günther Jauch

«Warum habe ich keinen vernünftigen Beruf gelernt?»

Marcel Reif

«Wer auf der Seite die Werbebanden gebucht hat übrigens: Glückwunsch!»

Günther Jauch

Bild

Screenshot: RTL

«Jo, ich dachte, wir könnten jetzt so bisschen Fussball gucken, so im Halbfinale der Champions League. Bis jetzt erleben wir hier nur einen Heimwerkerkurs.»

Marcel Reif

«Oh, da hinten der Rote, der hat eine Lösung – nee, das war Rotes Kreuz.»

Günther Jauch

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

St.Paulis Tier im Tor «geht einer ab», wenn er in der 1. Liga Bälle halten kann

18. August 1995: Klaus Thomforde liefert eines der berühmtesten Zitate der Bundesliga-Geschichte. Der Goalie des FC St.Pauli strahlt nach dem zweiten Saisonspiel in die Kamera und meint: «Es ist ja auch geil, in der 1. Liga die Bälle zu halten. Da geht mir einer ab!»

Ganz neu ist die 1. Bundesliga für den FC St.Pauli nicht, als er im Sommer 1995 aufsteigt. Es ist schon das dritte Gastspiel der Hamburger in der obersten Spielklasse. Auch Klaus Thomforde kennt die Beletage des deutschen Fussballs – aber erst von der Ersatzbank aus, denn lange standen ihm Kontrahenten vor der Sonne.

1995 jedoch ist er die Nummer 1 am Kiez. Und er wird im deutschsprachigen Raum berühmt, weil er – nun ja – ziemlich durchgeknallt wirkt. Wenn man so will, ist er der Vorgänger …

Artikel lesen
Link zum Artikel