Unvergessen
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Seventeen-year-old Pele, second from left, scores Brazil's third goal in the World Cup soccer final against Sweden in Stockholm, June 29, 1958. At right, Sweden's goalkeeper Kalle Svensson makes a futile effort to make a save. Brazil won 5-2 to take the World Cup championship. (KEYSTONE/AP Photo)

Bild: AP NY

Unvergessen

29.06.1958: Aus «Dico» wird «Pelé» und dieser wird dank zwei WM-Finaltoren der Weltstar

29. Juni 1958: Im WM-Final von Stockholm erzielt der 17-jährige Pelé bei Brasiliens 5:2 gegen Gastgeber Schweden zwei Tore. Das erste davon gilt als eines der schönsten aller Zeiten. Aus einem Bub wird ein Weltstar.



1956 beginnt die Karriere des berühmtesten Fussballspielers aller Zeiten, ohne dass es in Europa jemand merkt. Am 8. August 1956 unterschreibt Edson Arantes do Nascimento, der Sohn des mässig erfolgreichen und oft hungernden und durch eine Knieverletzung geplagten Fussballprofis Joao Ramos do Nascimento (Dondhino), seinen ersten Spielervertrag. Beim FC Santos.

Der Kontrakt sichert ihm Wohnrecht im Trainingscamp, dazu genug Essen, Fussballschuhe, Wäsche und ein Gehalt. Der dürre Junge mit dem Ballgenie und schier unglaublichen Reflexen wird «Dico» gerufen. Er ist Schlafwandler, irrt nachts durch die Gänge und kommentiert dazu Spiele. Bei Tage schiesst er Tor um Tor.

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Pelé ist im WM-Final 1958 gegen Schweden nicht zu stoppen. Bild: Getty Images

Bereits am 7. Juli 1957 wird er beim Länderspiel um die «Copa Roca» gegen Erzrivale Argentinien im Maracana eingewechselt. Der 16-Jährige erzielt das 1:1, das Spiel geht aber 1:2 verloren. Drei Tage später, beim Rückspiel in Sao Paulo gelingt ihm beim 2:0-Sieg der Führungstreffer. Er feiert seinen ersten Titel. «Ein unsichtbarer Königsmantel hängt um seine Schultern», schreibt der entzückte Dramatiker Nelson Rodrigues. 

Wie aus Dico Pelé wurde

Einen Monat vor der WM 1958 in Schweden erleidet «Dico» eine Knieverletzung. Die Ärzte raten ihm davon ab, nach Schweden zu reisen. Doch Nationalcoach Vicente Feola ignoriert seine Medizinmänner.

In den WM-Vorbereitungspartien und in den ersten zwei WM-Spielen setzt er den nun 17-jährigen Jungen noch nicht ein. In der dritten Partie gegen die UdSSR darf er zum ersten Mal spielen – und wird fortan 15 Jahre lang ein Fixstern der Nationalmannschaft sein.

Aber der Ruhm wird ihm nie zu Kopfe steigen und noch Jahre nach dieser WM, längst ein Weltstar, wohnt er immer noch in der Pension beim Trainingsgelände des FC Santos und begnügt sich mit einem Monatslohn von 600 Dollar. Millionär wird er später.

Brazil's 17- year-old star Pele, center, weeps on the shoulder of goalkeeper Gylmar Dos Santos Neves after Brazil's 5-2 victory over Sweden in the final of the World Cup tournament in Stockholm, June 29, 1958. (KEYSTONE/AP Photo)

Pelé weint an der Brust von Torhüter Gilmar. Bild: AP NY

Im Viertelfinal beim 1:0 gegen Wales erzielt Pelé in der 65 Minute den einzigen Treffer. Im Halbfinal gegen Frankreich (5:2) macht er die drei Tore zum 3:1, 4:1 und 5:1. Zu Hause in Brasilien, so geht die Legende, nennt ihn sein Vater spontan und zum ersten Mal «Pelé». Diesen Namen lässt der Junge nach der WM als Markenzeichen eintragen.

Zum Weltstar wird Pelé im Final gegen Schweden am 29. Juni 1958. Es regnet an diesem Sonntag. Sind die Südamerikaner gegen diese Schweden, Europas beste und cleverste Mannschaft, im Regen nicht chancenlos?

Pelés Treffer für die Ewigkeit

Das Gegenteil ist der Fall, die Brasilianer siegen 5:2. Mit einer der beeindruckendsten Leistungen der WM-Geschichte. Als erste südamerikanische Mannschaft holen sie den Titel in Europa. In Erinnerungen ist bis heute vor allem das erste von zwei Toren Pelés geblieben.

Er stoppt den Ball im Strafraum mit der Brust, hebt ihn über einen schwedischen Verteidiger und trifft volley in der 58. Minute zum 3:1. Das Kunststück steht für die Ewigkeit. Eines der schönsten Tore aller Zeiten, Länder, Ligen und Turniere.

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Pelés Treffer zum 3:1. YouTube/Igor Oliveira

Nach dem 5:2 laufen die Brasilianer mit der schwedischen Flagge eine Ehrenrunde. Pelé weint an der Brust von Didi und Torwart Gilmar. Und die «Bild»-Zeitung schreibt in Deutschland (die Deutschen wurden bei dieser WM als Weltmeister entthront): «Ob wir je wieder einen so herrlichen Fussball sehen werden?»

Pelé wird den Königsmantel nie mehr ablegen. Er gewinnt mit Brasilien auch 1962 und 1970 die WM, wird von der FIFA zum «Weltfussballer des 20. Jahrhunderts» und vom IOC zum «Sportler des Jahrhunderts» ernannt. Er erzielt in 1363 Spielen unglaubliche 1281 Tore.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

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07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

7. März 2007: Natitrainer Köbi Kuhn telefoniert mit seinem Captain Johann Vogel und teilt ihm mit, dass er künftig auf ihn verzichten werde. Die Reaktion des Genfers geht in den Schweizer Fussball-Sprachschatz ein.

1626 Kilometer liegen Zürich und Sevilla auseinander. In der Schweiz greift Natitrainer Köbi Kuhn zum Telefon, um Johann Vogel anzurufen, der bei Betis spielt. Er teilt seinem Captain mit, dass er ihn nicht mehr für die Nationalmannschaft aufbieten werde.

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