Unvergessen
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Anaheim Ducks celebrate their Stanley Cup win over the Ottawa Senators, 6-2, in Game 5 of Stanley Cup hockey finals in Anaheim, Calif., Wednesday, June 6, 2007. (AP Photo/Kevork Djansezian)

Das grosse Ziel erreicht: Anaheim holt 2007 den Stanley Cup. Bild: AP

Ein Film wird Realität: Der lange Weg der Mighty Ducks of Anaheim zum Stanley Cup

13. Oktober 1993: Ein neuer Name taucht auf der Liste der siegreichen NHL-Teams auf. Die Mighty Ducks of Anaheim können in ihrer dritten Partie erstmals jubeln. Der Stanley Cup bleibt damals aber noch in weiter Ferne.



Die Enten lassen sich ein wenig Zeit. Doch nach zwei Niederlagen zum Start in die NHL-Saison 1993/94 ist es am dritten Spieltag soweit: Die Mighty Ducks of Anaheim gewinnen erstmals in ihrer Geschichte ein Spiel. Mit 4:3 schlagen sie die Edmonton Oilers.

Das Team ist ein Konstrukt, das von A bis Z auf dem Reissbrett entsteht. Der Disney-Konzern entscheidet sich nach dem Blockbuster «Mighty Ducks of Anaheim», ins Eishockey-Geschäft einzusteigen. Für 50 Millionen Dollar kauft er sich in die NHL ein. Gespielt wird im Arrowhead Pond, der «Pfeilspitzen-Teich» liegt unmittelbar neben dem grossen Disney-Vergnügungspark.

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Die Pre-Game-Show vor dem allerersten NHL-Auftritt der Enten in ihrem Teich. Video: YouTube/Spike Coffman

Was reimt sich auf Ducks? Genau, das F-Wort …

Umstritten ist die Namenswahl. Zwar erscheint es logisch, das NHL-Team nach den Jungs im Kinofilm aus dem Jahr 1992 zu benennen. Andererseits grenzt es aber auch an Grössenwahn, ein frisch gegründetes Team als «mächtig» zu verkaufen. Disney-Geschäftsführer Michael Eisner ist sich dieser Tatsache bewusst. «Wenn wir ein sehr gutes Team sind, dann ist der Name grossartig», sagt er bei der Präsentation. «Wenn wir ein miserables Team sind, dann ist der Name schlecht.»

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Der Trailer zu «Mighty Ducks» (1992). Video: YouTube/The Shape

Eisner meint zudem, er freue sich schon jetzt auf Wortspiele. Damit spielt er auf das F-Wort an, das sich auf Ducks reimt. Und in den Anfangsjahren gibt es auch viel Grund, um zu fluchen. In den ersten drei Saisons wird die Playoff-Qualifikation verpasst und zwischen 1993 und 2002 gewinnen die Mighty Ducks bloss einmal eine Playoff-Serie.

Vor der Saison 2002/03 tätigen die Klub-Bosse dann einen wegweisenden Entscheid, der den Erfolg nach Anaheim bringt. Mike Babcock erhält seine erste Trainerstelle in der NHL. Er führt das Team, bei dem der Emmentaler Goalie Martin Gerber 24 Mal eingesetzt wird, bis in den Stanley-Cup-Final.

Anaheim Mighty Ducks' goaltender Martin Gerber keeps his eyes on the puck as Edmonton Oilers' Jarret Stoll, left, tries to knock it out of the air, during first-period NHL action in Edmonton on Thursday, Jan. 15, 2004. (AP Photo/John Ulan)

Gerber im Anaheim-Tor. 2006 gewann er mit den Carolina Hurricanes den Stanley Cup. Bild: AP CP

Aus den Mighty Ducks of Anaheim werden die Anaheim Ducks

Doch der Erfolg ist flüchtig. Im Jahr darauf verpassen die Enten die Playoffs. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig, Disney verliert die Lust und Babcock wechselt nach Detroit. Mit den Red Wings wird er später den Stanley Cup gewinnen, Kanada macht er zum Weltmeister und Olympiasieger. Als einziges Mitglied hat er die Aufnahme in den exklusiven «Triple Gold Club» nicht als Spieler, sondern als Trainer geschafft.

Zurück nach Anaheim. Nach dem Verkauf des Teams ändern sich auch Name und Logo. Das «Mighty» verschwindet ebenso wie die aggressive Goaliemaske mit Entenschnabel. Fortan tritt man als Anaheim Ducks an – und hat schon sehr bald Erfolg. 16 Spiele in Serie gewinnt die Franchise aus Kalifornien zu Beginn der Saison 2006/07; nie zuvor ist ein NHL-Team besser gestartet.

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Die Trikots früher (oben) und heute. bild: wikipedia

Der Triumph 2007

Der Höhenflug hält an und die von Randy Carlyle gecoachten Ducks ziehen als Sieger der Pacific Division in die Playoffs ein. Dort werfen sie der Reihe nach die Minnesota Wild, die Vancouver Canucks und die Detroit Red Wings aus dem Rennen.

Vier Jahre nach dem ersten Versuch nimmt Anaheim erneut Anlauf, um den Stanley Cup zu gewinnen. Und dieses Mal klappt es: Mit 4:1 Siegen gegen die Ottawa Senators holen die Anaheim Ducks die begehrte Trophäe.

Die Stanley-Cup-Sieger 2007

Tor: Ilja Brysgalow, Jean-Sébastien Giguère. 
Abwehr: François Beauchemin, Joe DiPenta, Kent Huskins, Richard Jackman, Scott Niedermayer, Sean O’Donnell, Chris Pronger. 
Angriff: Ryan Carter, Ryan Getzlaf, Chris Kunitz, Andy McDonald, Todd Marchant, Brad May, Drew Miller, Travis Moen, Joe Motzko, Rob Niedermayer, Samuel Påhlsson, George Parros, Dustin Penner, Corey Perry, Teemu Selänne,Ryan Shannon, Shawn Thornton. 
Cheftrainer: Randy Carlyle. 
General Manager: Brian Burke.

Anaheim Ducks Scott Niedermayer, right, and his brother Rob hoist the Stanley Cup after the Ducks defeated the Ottawa Senators, 6-2, in Game 5 of Stanley Cup hockey finals in Anaheim, Calif., Wednesday, June 6, 2007. (AP Photo/Kevork Djansezian)

Die Gebrüder Niedermayer mit dem Pokal: Rob (links) und Captain Scott. Bild: AP

In der Filmvorlage «Mighty Ducks – Das Superteam» dauert es 77 Minuten, bis eine Verlierer-Truppe ihr Ziel erreicht und die Junioren-Meisterschaft in Minnesota gewinnt. Von der Gründung des NHL-Teams in Anaheim bis zum Stanley-Cup-Triumph vergehen 14 Jahre. In der Realität dauern Wunder manchmal eben ein bisschen länger.

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«Mighty Ducks – Das Superteam»: Der komplette Film auf deutsch. Video: YouTube/Landry Entertainment

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Champions Ducks: Dokumentation über den Stanley-Cup-Sieg 2007. Video: YouTube/Daniel Carlsson

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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Nach Martin Gerber hütete auch Jonas Hiller Anaheims Tor. Eines seiner Highlights: Der Shutout im Outdoor-Derby

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