Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Kurz vor dem Aufprall: Der Pokal fliegt vom offenen Doppeldecker.  bild: youtube

Unvergessen

Reals erster Pott seit drei Jahren geht kaputt, weil Sergio Ramos zu schwach ist

20. April 2011: In der ersten Saison unter Trainer José Mourinho gewinnt Real Madrid dank einem 1:0-Finalsieg gegen Erzrivale Barcelona die Copa del Rey. Der erste Cupsieg seit 18 Jahren wird so ausgiebig gefeiert, dass der Pokal die Nacht nicht heil übersteht.



Der Jubel nach dem Schlusspfiff ist grenzenlos. Verteilt aufs ganze Feld liegen sich die Spieler von Real Madrid auf dem Rasen des Estadio Mestalla von Valencia in den Armen. Dank dem goldenen Tor von Cristiano Ronaldo in der 103. Minuten gewinnen die Königlichen den packenden Final der Copa del Rey gegen den FC Barcelona mit 1:0 und feiern im ersten Jahr unter Trainer José Mourinho gleich den ersten Titel.

Dass es nicht die Meisterschaft oder die Champions League ist, stört an diesem Abend niemanden. Schliesslich wartet Real seit drei Jahren und dem Meistertitel von 2008 auf den nächsten Pott. Da kommt der erste Pokalsieg seit 18 Jahren gerade recht. 

VALENCIA, BARCELONA - APRIL 20:  Iker Casillas (R) and Sergio Ramos of Real Madrid celebrate after the Copa del Rey final match between Real Madrid and Barcelona at Estadio Mestalla on April 20, 2011 in Valencia, Spain.  (Photo by Manuel Queimadelos Alonso/Getty Images)

Sergio Ramos und Iker Casillas präsentieren die Copa del Rey. Bild: Getty Images Europe

Besonders schön: Endlich hat man dem verhassten Barcelona, das zuletzt zweimal Meister wurde und einmal den Pokal holte, wieder einen Titel abluchsen können. In der Meisterschaft liegen die Katalanen nach dem 1:1 im Meisterschafts-Clásico vier Tage zuvor nämlich bereits fast uneinholbar in Front. Und bald stehen im Champions-League-Halbfinal die nächsten zwei Direktduelle an.

Zehntausende wollen den Königspokal sehen

Doch das interessiert an diesem Abend keinen. Nach der Pokalübergabe geht die Siegertrophäe von einer Hand zur nächsten. Jeder darf das Objekt der Begierde einmal in die Höhe stemmen. Als im Mestalla die Lichter ausgehen, machen sich die siegestrunkenen Real-Spieler auf nach Madrid. 

MADRID, SPAIN - APRIL 21:  Fans cheer Real Madrid players on an open-top bus upon at Plaza Cibeles on April 21, 2011 in Madrid, Spain. Real beat Barcelona 1-0 in the Copa del Rey final in Valencia's Mestalla stadium on April 20.  (Photo by Denis Doyle/Getty Images)

Nachts um vier Uhr geht's im offenen Bus durch die Madrider Innenstadt. Bild: Getty Images Europe

Dort haben sich die Fans der Königlichen wie üblich rund um den Cibeles-Brunnen versammelt. Um vier Uhr nachts, als die Cup-Helden endlich in der Hauptstadt ankommen, säumen noch Zehntausende die Strassen. Und alle wollen ihn sehen: Den Königspokal.

Die Real-Spieler erfüllen ihren Fans den Wunsch und präsentieren die «Copa del Rey» vom Oberdeck eines offenen Busses. Dann passiert das Missgeschick. Der 15 Kilogramm schwere Pokal rutscht Sergio Ramos aus den Händen und fällt auf die Strasse. Der Busfahrer bekommt davon allerdings nichts mit und überfährt die Trophäe.

«Der Pokal ist runtergefallen, aber es geht ihm gut. Er ist ein Geschenk des Himmels, deswegen hat er überlebt», heuchelt der wohl nicht mehr ganz nüchterne Pechvogel Ramos nach seinem Faux-Pas. Der Pokal kann in der Folge nämlich nicht mehr gezeigt werden. Denn die Trophäe ist in mehrere Teile zerbrochen.

Pokal erleidet Totalschaden

Am Tag danach zeigt sich das Ausmass der Zerstörung: Die Trophäe ist nur noch Schrott. «Wenn ein Pokal aus fünf Metern auf den Asphalt fällt und unter den Bus gerät, ist eine Reparatur schwierig. Versicherungstechnisch ist es ein Totalschaden», weiss Juwelier Federico Alegre, der Hersteller des Pokals. Und so ist es auch: Damit in der Vitrine im Vereinsmuseum kein Schrott ausgestellt werden muss, kriegen die Königlichen umgehend eine Kopie.

Bild

Der zerstörte Königspokal. bild: realmadrid.com

Es bleibt die einzige Trophäe in Mourinhos erster Saison als Real-Trainer. Im Champions-League-Halbfinal zieht sein Team gegen Barcelona nach einem 0:2 im Heimspiel und einem 1:1 im Camp Nou den Kürzeren. Den zweiten und letzten Titel unter Mourinho gewinnen die Königlichen mit der spanischen Meisterschaft im Jahr 2012. Und diesmal überlebt der Pokal die Feierlichkeiten auch unbeschadet.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Die 10 bestverdienenden Fussballer 2015/16

«Oh Zinédine, pas ça!» Zidanes Kopfstoss im WM-Final gegen Materazzi erschüttert die Welt

Link zum Artikel

Marco van Basten schiesst den «ewigen Zweiten» mit seinem Traumtor zum EM-Titel

Link zum Artikel

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

Link zum Artikel

Andrés Escobar wird nach einem Eigentor an der WM mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

Ailton wettert: «For mi das nicht Profi-Mannschaft, das nicht Profi-Fussball. Unglaublig»

Link zum Artikel

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

Jay-Jay Okocha demütigt Oliver Kahn und drei Verteidiger mit einem Wahnsinnstanz

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

«Decken, decken, nicht Tischdecken» – als man(n) im TV noch über Frauenfussball lästerte

Link zum Artikel

Nati-Goalie Zuberbühler schiebt die Schuld für ein Riesen-Ei dem «Blick» zu

Link zum Artikel

Der Goalie mit Pudelmütze sorgt für eine der grössten Sensationen der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

«Hoch werd mas nimma gwinnen» – der legendäre Ösi-Galgenhumor beim 0:9 gegen Spanien

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn lässt ganz Italien weinen

Link zum Artikel

Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt ein Rätsel

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

Mit dem letzten Spiel im Hardturm gehen 78 Jahre Schweizer Fussball-Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

Martin Palermo schafft's ins Guinness-Buch – weil er 3 Penaltys in einem Spiel verschiesst

Link zum Artikel

Die Schweizerin Nicole Petignat pfeift als erste Frau ein Europacup-Spiel der Männer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Unvergessen

Ausgerechnet Burri trifft – und dann ist das legendäre Wankdorf-Stadion Geschichte

7. Juli 2001: Die Young Boys und Lugano bestreiten das letzte Spiel im alten Wankdorf-Stadion. Die Partie endet 1:1 – Reto Burri erzielte das letzte Tor in der Kultstätte. Einen Monat später wurde der Mythos Wankdorf gesprengt.

Das letzte Spiel! 22'200 Zuschauer kamen zur Dernière, unter ihnen der deutsche Ehrenspielführer Uwe Seeler und Ottmar Walter, ein Weltmeister von 1954. Gerhard Schröder, der Kanzler, entsandte eine Trauerbotschaft.

Reto Burri, der letzte Torschütze, erzählt, dass er «heute noch auf dieses letzte Tor im Wankdorf angesprochen wird». Die YB-Fans hätten sich womöglich einen anderen letzten Torschützen gewünscht. Burri war bei den Fans nicht beliebt. Manchmal hätte er sogar Angst gehabt, von …

Artikel lesen
Link zum Artikel