Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Jan. 1, 1968 file photo two-time world champion driver Jim Clark of Scotland drives his Lotus 49 during the South African Grand Prix at Kyalami circuit. Lotus is returning to Formula One racing. FIA, the sport's governing body, on Tuesday Sept. 15, 2009 awarded Lotus the 13th spot on the grid for the 2010 season. (AP Photo/File)

Bild: Keystone

Grausame Ironie

Unvergessen

Der Tod lässt sich nicht bescheissen – wieso Teufelskerl Jim Clark als Nichtraucher an Tabak starb  

7. April 1968: Jim Clark verliert auf dem Hockenheimring in einem unbedeutenden Formel-2-Rennen sein Leben. Nur noch der tödliche Unfall von Ayrton Senna hat die Rennsportwelt so stark erschüttert.



Als er sein Leben verlor, galt Jim Clark als bester Rennfahrer aller Zeiten. Der Mythos des Schotten lebt. Noch heute zählt er zu den Besten, die es je gegeben hat. Er war 1963 und 1965 Weltmeister und verlor den Titel 1962 und 1964 erst durch technischen Defekt im letzten Rennen. 1965 war er der erste Europäer, der nach dem zweiten Weltkrieg die 500 Meilen von Indianapolis gewann. 

Er war Kultfigur für zahlreiche spätere Champions wie Jackie Stewart, Alain Prost oder Ayrton Senna. Mit seiner bescheidenen Art unterschied er sich von den vielen Lebemännern im Renngeschäft. Er trank kaum Alkohol und war Nichtraucher. Er liebte die Frauen, blieb aber Junggeselle und als echter Gentleman gab er sich nie dem Lebensstil eines Playboy hin.

Der Tod fuhr schon in Monza mit

Bereits am 10. September 1961 war Clark in einen der schwersten Unfälle der Formel-1-Geschichte verwickelt. Beim GP von Italien in Monza kollidierte Wolfgang Graf Berghe von Trips in seinem Ferrari in der zweiten Runde mit dem Lotus von Jim Clark bei der Anfahrt zur Parabolica-Kurve. Der Ferrari des Grafen, der unmittelbar vor dem Gewinn des WM-Titels stand, geriet auf den seitlichen Erdwall der Geraden vor der Kurve und prallte gegen die Drahtabzäunung vor der Tribüne.

14 Zuschauer wurden getötet und 60 weitere verletzt. Berghe von Trips wurde aus seinem Boliden geschleudert, brach das Genick und war sofort tot. Jim Clark blieb unverletzt. Doch der Unfall sollte ihn noch jahrelang verfolgen.

Rennfahrer-Kollege Jackie Stewart erinnert sich in einer Kurz-Doku mit eindrücklichen Bildern an den verstorbenen Jim Clark. Video: Youtube/Rillenreifen

Auch Nichtrauchen kann tödlich sein

Welch eine grausame Ironie des Schicksals, dass der Nichtraucher Jim Clark im Grunde wegen Tabakreklame sein Leben lassen musste. Nach der Einführung der Tabakreklame sollte auch Clark mit den neuen rollenden Werbemobilen Geld verdienen. Sogar bei Formel 2-Rennen, die für ihn sportlich längst keinen Sinn mehr machten. 

«Die Strecke ist lächerlich. Sie hat zu viele Geraden.»

Jim Clark am Tag vor seinem tödlichen Unfall.

Samstag, 6. April 1968. Jim Clark wird am Sonntag das Formel 2-Rennen auf dem Hockenheimring fahren. Nun gibt er im Aktuellen Sportstudio des ZDF noch ein Interview. Er sagt unter anderem: «Die Strecke ist für Formel 2-Rennen einfach lächerlich. Die Strecke hat zu viele Geraden. Der Fahrer kann überhaupt nichts machen.» Niemand ahnt, dass es sein letztes Interview war.

Am nächsten Tag, am Sonntag, 7. April steht um 12.30 Uhr das Formel 2-Rennen auf dem Programm. Es ist ein regnerischer und trüber Tag und das Rennen ist für den Formel 1-Champion völlig bedeutungslos. Es geht um den Werbeauftritt. Jim Clark steht in der dritten Startreihe neben Chris Amon. Jean-Pierre Beltoise geht auf dem Matra M7A in Führung, Clark kommt als sechster aus der Startrunde zurück. In der fünften Runde – er ist bereits auf Rang 7 zurückgefallen – kommt es zum tödlichen Drama.

Nachrichtenbeitrag zu Clarks Tod. Video: Youtube/JimSchumacher

Zehn fatale Verletzungen

Jim Clarks gerät mit seinem Lotus auf der Waldgeraden nach dem Motodrom wahrscheinlich wegen eines schleichenden Plattfusses und Reifenschadens ins Schleudern und rast in einen Baum. Es gibt keinen unmittelbaren Augenzeugen, da an dieser Stelle keine Zuschauer stehen.

Einziger Augenzeuge ist ein Streckenposten. Er erzählt später: «Clark hatte keine Kontrolle mehr über sein Fahrzeug. Und donnerte zwölf Meter neben mir in den Wald. Sein Pech war, dass er mit dem Kopf gegen einen Baum prallte. Sein Auto wurde auseinandergerissen, Motor und Getriebe flogen in den Wald hinein. An der Unfallstelle drehte ich Clark auf den Rücken. Kurz darauf traf der Krankenwagen ein. Später hörte ich, dass er zehn Verletzungen, jede für sich tödlich, gehabt haben soll.»

Schwarze Jahre für den Motorsport

Die späten 1960er und frühen 1970er Jahre sind von einer ganzen Reihe von tödlichen Unfällen überschattet. Zwischen 1967 und 1971 verlieren Lorenzo Bandini (Monaco), Lucien Binachi (Le Mans), Mike Spence (Indianapolis), Piers Courage (Zandvoort), Ludovico Scarfiotti (Bergrennen Rossfeld), Bruce McLaren (Goodwood), Jochen Rindt (Monza), Pedro Rodrigues Norisring) und Jo Siffert (Brands Hatch) in ihren Höllenmaschinen das Leben.

Lotus-Chef Colin Chapman liess den Unfall untersuchen. Er beauftragte damit Peter Jowitt, einem auf Unfallermittlungen von Militärflugzeugprototypen spezialisierten Ingenieur. Diese Untersuchung ergab, dass Jim Clark keine Chance hatte. Auf dem Waldboden versuchte er noch mit Maximaldrehzahl das Fahrzeug in eine andere Richtung zu steuern, doch durch die Vielzahl der Bäume fehlte der Platz und es kam zu dem fatalen Einschlag. Peter Jowitt kam zu dem Ergebnis, dass ein Reifenschaden ursächlich für das Unglück war.  

Heute würde dieser Unfall nicht mehr passieren. Nach der Tragödie werden Leitplanken montiert, ein Sicherheitsstreifen angelegt und nahe der Unfallstelle eine Bremsschikane in die Piste eingebaut, die sogenannte «Jim-Clark-Schikane». 

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Das könnte dich auch interessieren:

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

Link zum Artikel

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

48
Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

28
Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

92
Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

40
Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

146
Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

112
Link zum Artikel

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

6
Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

23
Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

48
Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

28
Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

92
Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

40
Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

146
Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

112
Link zum Artikel

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

6
Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

23
Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Todt schaute mit Schumacher den Hockenheim-GP: «Kommunikation ist nicht mehr dieselbe»

Fünfeinhalb Jahre ist es her, seit Michael Schumacher beim Skifahren im französischen Méribel verunglückte und sich dabei schwere Kopfverletzungen zuzog. Seine Familie schirmt den siebenfachen Weltmeister seither komplett ab, nur selten dringen Neuigkeiten über den in Gland VD wohnhaften «Schumi» an die Öffentlichkeit. Informationen rund um seinen Gesundheitszustand sind noch immer streng geheim.

Umso verwunderlicher ist es, dass Schumachers Ex-Teamchef Jean Todt nach dem GP von Deutschland in …

Artikel lesen
Link zum Artikel