DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Gerardo Bedoya – auch als «das Biest» bekannt – war einer der härtesten Fussballer der Welt. Jetzt ist er Trainer. Und macht genauso weiter.
Gerardo Bedoya – auch als «das Biest» bekannt – war einer der härtesten Fussballer der Welt. Jetzt ist er Trainer. Und macht genauso weiter.Bild: Bolsa Contenido
Unvergessen

Der Rekordhalter mit 46 Roten Karten ist Trainer – und fliegt nach 20 Minuten vom Platz

23. März 2016: Gerardo Bedoya galt während seiner 17-jährigen Fussballer-Karriere als Bad Boy. 46 Mal flog der Kolumbianer vom Platz. An diesem Tag feiert er sein Debüt als Assistenztrainer – und muss nach 20 Minuten gleich auf die Tribüne.
23.03.2017, 00:0123.03.2017, 07:43
Reto Fehr
Folgen

Der kolumbianische Verein Santa Fe Independiente verpflichtete vor einem Jahr ein neues Trainergespann. Alexis Garcia übernahm als Trainer, zu seinen Assistenten gehören Carlos Valencia, Javier Arango und Gerardo Bedoya. Hellhörig wird man in unseren Breitengraden vielleicht beim letzten Namen. Denn Bedoya hält einen traurigen Rekord: Er ist der Spieler mit den meisten Roten Karten. Deren 46. 

Der defensive Mittelfeldspieler gilt als einer der härtesten Spieler der Geschichte. Kicken konnte er allerdings nicht nur des Gegners Beine, sondern auch den Ball. 49-mal lief Bedoya für Kolumbien auf, von 2001 bis 2006 war er Stammspieler der Nationalmannschaft und feierte unter anderem den Gewinn der Copa America 2001. Im Klubfussball lief er in seiner Heimat Kolumbien sowie auch in Argentinien und Mexiko auf. 14 Vereinswechsel vollzog das Raubein.

Hier kommt er geflogen: Gerardo Bedoya im Nati-Spiel 2010 gegen Venezuela.
Hier kommt er geflogen: Gerardo Bedoya im Nati-Spiel 2010 gegen Venezuela.Bild: AP

Oft halt auch, weil seine ständigen Aussetzer auf dem Platz einfach nicht zu akzeptieren waren. Einmal wurde Bedoya 15 Partien gesperrt (41. Rote Karte). In den Farben von Santa Fe schlug er 2012 im Derby gegen die Millonarios Gegenspieler Jhonny Ramirez erst den Ellbogen ins Gesicht und trat den am Boden liegenden Gegner danach noch an den Kopf:

Kein Wunder nannte man ihn auch einfach «das Biest». Acht Rote Karten kassierte Bedoya alleine während seiner aktiven Zeit bei Santa Fe. 2015 beendet er seine Karriere.

Am 23. März 2016 spielt dieses Santa Fe gegen Atlético Junior. Und Bedoya sieht beim Debüt als Assistenztrainer auf der Bank in der 7. Minute das 1:0 seiner Mannschaft. Doch nur drei Minuten später glich Vladimir Hernandez zum 1:1 aus:

Das fragliche 1:1, welches der Ursprung von Bedoyas Platzverweis war.Video: streamable

Alles korrekt, wie im Video klar ersichtlich. Doch die Santa-Fe-Bank sieht dies natürlich anders. Abseits soll es gewesen sein. Und wie es sich für den südamerikanischen Fussball gehört, schreit und tobt der ganze Staff. Die Reklamationen nützten natürlich nichts, so dass – wie es sich in Südamerika ebenfalls gehört – sich die Beteiligten schnell wieder beruhigen.

Ausser Gerardo Bedoya.

Dieser motzt in den folgenden Minuten immer wieder auf Linienrichter Wilmar Navarro ein. Bis dieser nach zehn Minuten genug hat. Er ruft den Schiedsrichter und dieser schickt Bedoya in der 20. Minute auf die Tribüne.

Damit steht Bedoya jetzt bei 47 Platzverweisen. Und neu hält er nicht mehr nur den Rekord für die meisten Platzverweise, sondern auch denjenigen für den schnellsten Ausschluss eines Trainers in der Geschichte. Santa Fe siegte übrigens 3:2.

Da ging es auch mit mittelamerikanischem Temperament zur Sache: Das skandalöse Gold-Cup-Halbfinale zwischen Mexiko und Panama

1 / 20
Das skandalöse Gold-Cup-Halbfinale zwischen Mexiko und Panama
quelle: ap/ap / david goldman
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kult-Goalie Jorge Campos hängt seine knallbunten Trikots an den Nagel
8. Januar 2004: Europas Fussballfans erwachen mit der Nachricht von Jorge Campos' Rücktritt. Der mexikanische Goalie bleibt nicht bloss wegen seiner selber entworfenen Trikots in guter Erinnerung.

Aus Acapulco, da kommen die Verrückten her. «Going loco, down in Acapulco», sangen einst «The Four Tops». Vermutlich haben sie dabei eher an die berühmten Klippenspringer gedacht als an Jorge Campos. Doch auch auf ihn, den berühmtesten Fussballer der Stadt, trifft das Adjektiv «loco» («verrückt») zu.

Zur Story