Unvergessen
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Netherlands' Giovanni van Bronckhorst, background center, celebrates with teammate Arjen Robben after scoring the opening goal as Uruguay goalkeeper Fernando Muslera, foreground right, reacts during the World Cup semifinal soccer match between Uruguay and the Netherlands at the Green Point stadium in Cape Town, South Africa, Tuesday, July 6, 2010.  (AP Photo/Frank Augstein)

Robben und van Bronckhorst jubeln über ein Wahnsinnstor. Bild: AP

Unvergessen

06.07.2010: «Ik probeer het maal», denkt sich Giovanni van Bronckhorst im WM-Halbfinal und erzielt aus 37 Metern dieses Traumtor

6. Juli 2010: Holland träumt mal wieder vom ersten WM-Titel, doch im Halbfinal wartet Geheimfavorit Uruguay. Mit einem satten Linksschuss stellt Captain Giovanni van Bronckhorst nach 18 Minuten im Spätherbst seiner Karriere die Weichen auf Sieg.



Die Distanz zum Tor ist weit, trotzdem ist der Ball in der 18. Minute des WM-Halbfinals zwischen Holland und Uruguay nicht lange in der Luft, vielleicht zwei Sekunden. Dann schlägt er im Tor von Uru-Keeper Fernando Muslera ein. Fast schon eine Frechheit, von dort abzuziehen.

«Es war der perfekte Schuss»

Natürlich sieht der 1,90-m-Mann beim Schuss aus 37 Metern nicht gut aus, doch falsch gemacht hat er eigentlich nichts. Er ist gut positioniert und übergreift während seiner Flugphase mustergültig.

Aber obwohl «Jabulani», der WM-Ball von 2010, für einmal nicht flattert, hilft alles Strecken und Recken nichts. Es ist ein Traumtor, 1:0 für Holland. «Es war der perfekte Schuss», sagt Hollands Assistenztrainer Frank De Boer nach der Partie.

Uruguay's Edison Cavani, right, competes for the ball with Netherlands' Giovanni van Bronckhorst, front left, during the World Cup semifinal soccer match between Uruguay and the Netherlands at the Green Point stadium in Cape Town, South Africa, Tuesday, July 6, 2010.  (AP Photo/Julie Jacobson)

Van Bronckhorsts übliche Aufgabe: Stürmer wie Edinson Cavani stoppen. Bild: AP

Geschossen hat den Treffer, der später zum schönsten Tor der WM in Südafrika gewählt wird, kein Toptorjäger. Auch nicht Arjen Robben, oder Wesley Sneijder, sondern Linksverteidiger Giovanni van Bronckhorst. Nur einem wie ihm, kann es einfallen, aus dieser Position zu schiessen. Es ist im 105. Länderspiel erst das sechste Tor des 35-jährigen Oranje-Captain.

Van Bronckhorsts Traumtor löst den Knoten

Es ist wohl sein wichtigstes. Holland, das sich nach zwei verlorenen WM-Finals so sehr nach dem ersten Titel sehnt, übernimmt gegen Uruguay sofort das Spieldiktat, rennt an. Zu Torchancen kommt die «Elftal» aber nicht, die Südamerikaner mauern von Beginn an. Doch dann lassen sie van Bronckhorst auf der linken Seite zu viel Platz. Dieser fasst sich ein Herz und zieht ab. Vielleicht haben die Urus ja gedacht, der trifft eh nicht.

Van Bronckhorsts Treffer löst den Knoten bei Holländern. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Diego Forlan machen Wesley Sneijder und Arjen Robben in der zweiten Halbzeit alles klar. Der 2:3-Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kommt zu spät. «Oranje» darf tatsächlich vom ersten Titel träumen.

Der grosse Jubel des GvB. Bild: KEYSTONE

Meister mit Glasgow, Arsenal und Barcelona

Schon vor der WM hatte Captain van Bronckhorst angekündigt, dass er seine Karriere nach 17 Jahren Profi-Fussball beenden werde. «Gio», wie er seit seiner Zeit beim FC Barcelona genannt wird, hat fast alles erreicht, was man in diesem Geschäft erreichen kann: Cupsieger mit Feynoord Rotterdam in Holland, Meister und Cupsieger mit den Glasgow Rangers in Schottland, Meister und Cupsieger mit Arsenal in England, Meister und Champions-League-Sieger mit Barça in Spanien.

«Weltmeister zu werden, ist mein letzter grosser Traum.»

Giovanni van Bronckhorst

Seit 2007 lässt der Vielgereiste, dessen Vorfahren einst von der indonesischen Inselgruppe der Molukken nach Holland auswanderten,  seine Karriere bei seinem Stammklub Feyenoord ausklingen. In Rotterdam trifft er auf Trainer Bert van Marwijk.

Iniesta vermiest van Bronckhorst das Karriereende

Als dieser 2008 das Amt als holländischer Nationaltrainer antritt, macht er van Bronckhorst zum Captain. In Südafrika soll endlich auch der grosse Coup mit der «Elftal» gelingen: «Weltmeister zu werden, ist mein letzter grosser Traum», sagt er.

epa02239307 Coach of the Netherlands, Bert van Marwijk and player Giovani van Bronckhorst celebrate after the FIFA World Cup 2010 semi final match between Uruguay and Netherlands at the Green Point stadium in Cape Town, South Africa, 06 July 2010.  EPA/OLIVER WEIKEN Please refer to www.epa.eu/downloads/FIFA-WorldCup2010-Terms-and-Conditions.pdf

Van Bronckhorst mit seinem letzten Förderer: Bert van Marvijk. Bild: EPA

Doch die Holländer verlieren den Final gegen Spanien nach hartem Kampf mit 0:1. Andrés Iniesta trifft in der Verlängerung mitten ins Oranje-Herz und sorgt damit dafür, dass van Bronckhorsts und Hollands grosser Traum nicht in Erfüllung geht. Als Trost wird der Captain nach der WM von Königin Beatrix zum Ritter geschlagen.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei. 

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