Unvergessen
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Milaim Rama, Stuermer beim FC Thun,  zeigt strahlend  das rote Trikot, das er nun als neues Mitglied der Schweizer Nati tragen darf, am Dienstag, 3. Juni 2003, vor dem Hotel in Feusisberg, im Trainingslager der Schweizer Fussball Nationalmannschaft zur Vorbereitung fuer das EM Qualifikationsspiel gegen Russland vom Samstag, 7. Juni in Basel. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Stolz präsentiert Rama das Trikot der Nationalmannschaft, für die er neu spielen darf. Bild: KEYSTONE

Milaim Rama wird Schweizer und so zum Wegbereiter für Shaqiri und Co.

15. April 2003: Thuns Stürmer Milaim Rama erhält den Schweizer Pass. Wenig später steht er schon im Kader der Nationalmannschaft, es ist ein sagenhafter Aufstieg. Oder wie Rama meint: «Ein absolutes Wunder.»



Eine Schweizer Nationalmannschaft ohne Spieler mit albanischen Wurzeln? Schwer vorstellbar. Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri sind die beiden wichtigsten Spieler des Teams, Valon Behrami hatte diesen Status ebenfalls, auch Admir Mehmedi oder Blerim Dzemaili sind albanischer Herkunft. Dabei ist es noch gar nicht lange her, als erstmals ein Fussballer mit Wurzeln im Kosovo für die Schweiz auflief.

Milaim Rama ist der Wegbereiter, dessen wundersamer Aufstieg mit sieben Länderspiel-Einsätzen gekrönt wird. 1993 kommt er in die Schweiz, da ist er 17 Jahre alt und hat noch nie in einem Klub gespielt. Sein erstes richtiges Team ist der FC Interlaken, Rama beginnt ganz zuunterst, in der 5. Liga.

Bundesrat Samuel Schmid, 2. links, im Gespraech mit den Schweizer Fussball Nationalspielern Hakan Yakin, links, Murat Yakin, rechts, und Milaim Rama, 2. rechts, am Samstag, 5. Juni 2004, im Bundeshaus in Bern. Die Spieler sowie die Funktionaere der Schweizer Fussball Nationalmannschaft wurden am Samstag von Bundesrat Samuel Schmid ins Bundeshaus eingeladen, wo ihnen der Sportminister fuer die kommende Europameisterschaft in Portugal alles Gute wuenschte. (KEYSTONE/Juerg Mueller)

Anstossen auf eine gute EM 2004: Rama mit Bundesrat Samuel Schmid, Hakan (links) und Murat Yakin. Bild: KEYSTONE

«Danach ging es sehr schnell. Es war fast wie ein Wunder», schildert Rama seinen Aufstieg. Der FC Thun wird auf den Stürmer aufmerksam, holt den 21-Jährigen. In der Nationalliga B weht jedoch ein anderer Wind, Milaim Rama trifft nur selten. Bis in der Saison 2001/02 der Knopf aufgeht – und wie! Unter dem neuen Trainer Hanspeter Latour schiesst Rama die Thuner mit 25 Toren in die Nationalliga A.

Bei der Einbürgerung geht's flott

Kein Wunder, ist er heute eine der grössten Legenden der Thuner Klubgeschichte. Sein steiler Aufstieg geht auch in der höchsten Spielklasse weiter. Rama schiesst 20 Tore, nur GC-Meistermacher Richard Nuñez ist mit 27 Treffern noch besser.

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Zusammenstellung vieler Rama-Tore. Video: YouTube/Milaim Rama

Nationaltrainer Köbi Kuhn bleibt der Thuner Knipser nicht verborgen. Der Verband setzt sich deshalb dafür ein, dass Rama eingebürgert wird. Nur vier Monate nach seinem Antrag erhält Milaim Rama den Schweizer Pass, vier weitere Monate später absolviert er bereits sein erstes Länderspiel.

Hakan Yakin, rechts, und Milaim Rama, links, feiern mit Schweizer Fahnen, nach dem Fussball  EM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen Irland in Basel, am Samstag, 11. Oktober 2003. Mit einem 2-0 hat sich das Schweizer Team fuer die EM 2004 in Portugal qualifiziert. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Mit der Schweizer Fahne in der Hand feiert Rama mit seinen Kollegen die Qualifikation für die EM 2004. Bild: KEYSTONE

«Ich hatte mir das Aufgebot mit meinen Toren verdient», so Rama heute. Dass er es so weit gebracht hatte, bezeichnet er als «ein absolutes Wunder. Denn mir fehlen im Vergleich zu anderen zehn Jahre Ausbildung in einem Fussballklub. Aber ich habe das Unmögliche möglich und alle Albaner stolz gemacht.»

Ausgerechnet beim Thuner Höhenflug nicht dabei

Ein Tor gelingt ihm im Dress des Nationalteams nicht. Er darf aber auch nur zwei Mal wenigstens eine Halbzeit lang ran, die anderen fünf Länderspiele sind Kurzeinsätze von höchstens zwölf Minuten. Höhepunkt sind die fünf Minuten im EM-Spiel 2004 gegen Frankreich, auch wenn die Schweiz zum Zeitpunkt von Ramas Einwechslung mit 1:3 zurückliegt und die Partie dann auch mit diesem Resultat verliert. Sauer? «Ich bin sehr dankbar, dass mich Köbi Kuhn zum Nationalspieler gemacht hat», sagt Rama bloss.

France's Mikael Silvestre, left, Fabien Barthez and Claude Makalele embrace after their 3-1 win over Switzerland in a Group B Euro 2004 first round match at the Cidade de Coimbra Stadium, in Coimbra, Portugal,  Monday, June 21 2004. Switzerland's Milaim Rama (21) looks on. England and Croatia also play in Group B.  (AP Photo/Murad Sezer) ** FOR EDITORIAL USE ONLY NO WIRELESS COMMERCIAL OR PROMOTIONAL LICENSING PERMITTED  **

Da will Rama lieber nicht hinschauen: Die Franzosen Silvestre, Barthez und Makelele (von links) feiern ihren Sieg über die Schweiz. Bild: AP

Unglücklich für Milaim Rama, der über hundert Tore für den FC Thun geschossen hat, ist die Tatsache seiner Absenz bei der Champions-League-Sternstunde der Berner Oberländer. Denn als Thun 2005 als Vizemeister sensationell im Konzert der Grossen mitmischt, verdient Rama seine Brötchen nach einem Abstecher in die deutsche Regionalliga (Augsburg) beim FC Schaffhausen.

Portrait von Milaim Rama, Fussballer im Kader der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, aufgenommen am Dienstag, 17. Februar 2004 in Rabat, Marokko. Der Schweizer Milaim Rama wurde am 29. Februar 1976 geboren.    (KEYSTONE/Walter Bieri)

Ein Bild, zu schade fürs Archiv: Foto-Shooting mit dem Neu-Nationalspieler. Bild: KEYSTONE

«Ich bereue nicht, dass ich die Champions League verpasst habe. Ich bereue einzig, dass ich die Nerven verloren habe und nach nur einem Jahr in Augsburg den Vertrag aufgelöst habe.» Erst 2006 kehrt Milaim Rama nach Thun zurück, wo er bis zu seinem Rücktritt 2012 bleibt. Heute lebt der frühere Stürmer im Kanton Aargau und arbeitet in der Versicherungsbranche.

Der Thuner Milaim Rama verabschiedet sich vor dem Fussball Super League Spiel zwischen dem FC Thun und dem FC Zuerich am Mittwoch, 23. Mai 2012 in der Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

2012: Rama wird von Mitspielern und Fans verabschiedet. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Limpleg 15.04.2019 10:55
    Highlight Highlight Rama war ja eigentlich ein fürchterlicher Stogglihund, aber immer an richtiger Stelle und ein Knipser vor dem Herrn! Coole (Thun)Zeiten
  • Cucina 15.04.2019 09:27
    Highlight Highlight Ehrenmann
  • Glenn Quagmire 15.04.2019 09:04
    Highlight Highlight 03 im Joggeli, riesen Euphorie... heute ist die Quali für die Endrunden eher eine Randnotiz. Eigentlich eine tolle Entwicklung, unser Fussball ist nicht mehr international gesehen eine graue Maus, wie zB Österreich oder andere vergleichbare Nationen.

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