Unvergessen
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Mit weit aufgerissenen Augen blickt Gross seinen Star Yakin an. bild: srf

Unvergessen

Christian Gross motiviert Hakaaaan bis in die Zehenspitzen und wir dürfen zuschauen

9. Mai 2002: Das Schweizer Fernsehen strahlt einen Dok-Film über den FC Basel aus, der auf dem Weg zum ersten Meistertitel der Neuzeit ist. In Erinnerung bleibt besonders eine Pausenansprache von Trainer Christian Gross.



Acht Meistertitel in Folge zwischen 2010 und 2017 – bis YB zu seinem Höhenflug ansetzte, war der FC Basel das Mass aller Dinge im Schweizer Klubfussball. Dabei liegen die Zeiten, als Rot-Blau selber zu den Habenichtsen gehörte, noch gar nicht weit zurück.

Erst 2002 holt der FCB den ersten Titel der Neuzeit und aus dieser Zeit stammt auch ein köstliches Video. Es zeigt die Halbzeit-Ansprache von Trainer Christian Gross im Rückspiel des UI-Cup-Finals bei Aston Villa im August 2001, die bei seinem Star Hakan Yakin auf wenig Begeisterung stösst:

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«Hakan, nöd so egoistisch! Mit em George hettet Sie no chönne de Doppelpass spiele!» Video: YouTube/Storyfilter

Doch die Pausenschelte für Yakin und das Lob für die anderen nützt nichts. Im Gegenteil: Aus der 1:0-Führung im Villa Park wird noch ein 1:4 und der FCB muss sich die Qualifikation für den UEFA-Cup abschminken.

Der Dok-Film

«Den Topf im Kopf» gibt's auf dem SRF-Portal in voller Länge zu sehen.

Der lange Weg nach oben

FCB-Erfolge sind damals rar gesät: Seit 1980 muss der FC Basel auf einen Meistertitel warten. Triste Jahre verbringt der Klub in der Nationalliga B; Champions-League-Auftritte gegen Liverpool, Barcelona und Bayern München sind weit, weit entfernt. Die Realität heisst Urania Genf, Etoile Carouge oder FC Bulle.

Das Fussball Nationalliga B-Spiel, FC Basel gegen FC Chur im Basler St. Jakob-Stadion, aufgenommen am 3. August 1988. (KEYSTONE/Str)

Längst vergangene NLB-Zeiten: Basel spielt im alten Joggeli gegen Chur. Bild: KEYSTONE

Nach der Rückkehr in die NLA 1994 sind drei Personalien und eine Immobilie massgeblich daran beteiligt, dass der FC Basel heute die unangefochtene Nummer 1 im Land ist:

Ein Gedanke am Rande

Wieso kommt eigentlich kaum je ein Bericht über Christian Gross ohne die Bemerkung aus, dass er ein «Polizistensohn aus Höngg» ist? Von keinem anderen Fussballer weiss man, womit der Vater sein Geld verdiente, sofern er nicht auch schon Profi war.

Unternehmer Jäggi verzettelt sich zunächst zwar mit der Verpflichtung mehrerer Bundesliga-Spieler wie Franco Foda, Markus Schupp oder Maurizio Gaudino, nur Oliver Kreuzer schlägt ein. Er schafft aber noch rechtzeitig den Turnaround.

Gross' Verpflichtung ist der Schlüssel zum Erfolg. Der Zürcher führte GC 1995 als ersten Schweizer Klub in die Champions League, was ihm in der Folge ein Engagement bei Tottenham Hotspur brachte. Und weil es Jäggi gelingt, Milliardärin Oeri ins Boot zu holen, braucht sich der FCB um Geld keine Sorgen mehr zu machen.

ZU DEN SCHWEIZER MEISTERTITELN DES FC BASEL 1893 SEIT DER SAISON 2000/01 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -   JAHRESRUECKBLICK 2005 - SPORT - SCHWEIZ FUSSBALL MEISTERFEIER FCB: Basels Maezenin Gigi Oeri, rechts, und Meistertrainer Christian Gross, links, jubeln mit Pokal nach dem Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Basel und Neuchatel Xamax am Samstag, 28. Mai 2005, in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Erfolgsduo mit Meisterpokal: Gross und Oeri feiern den Titelgewinn 2005. Bild: KEYSTONE

Die erfolgreichste Ära im Schweizer Fussball

Während in der Saison 1999/2000 der sensationelle FC St.Gallen zu stark ist und im Jahr darauf die Grasshoppers Meister werden, schlägt 2002 die erste grosse Stunde des «neuen» FC Basel. Überlegen holt sich Rotblau den Titel, mit zehn Punkten Vorsprung auf GC.

Das Meister-Team 2002

Tor: Pascal Zuberbühler, Miroslav König, Romain Crevoisier.
Abwehr: Thimothée Atouba, Massimo Ceccaroni, Philippe Cravero, Philipp Degen, Oliver Kreuzer, Alexandre Quennoz, Murat Yakin, Marco Zwyssig.
Mittelfeld: Yao Aziawonou, Sébastien Barberis, Mario Cantaluppi, Scott Chipperfield, Ivan Ergic, Benjamin Huggel, Nenad Savic, Carlos Varela, Hakan Yakin.
Sturm: Christian Gimenez, George Koumantarakis, Edmond N'Tiamoah, Hervé Tum.

Es ist der Beginn der erfolgreichsten Ära im Schweizer Fussball. Der FC Basel lässt seither elf weitere Meistertitel folgen, gewinnt sieben Mal den Cup, begeistert regelmässig in der Champions League und stösst 2013 bis in den Halbfinal der Europa League vor.

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Die Entscheidung: Der FC Basel siegt bei YB und wird nach 22 Jahren erstmals wieder Schweizer Meister. Video: YouTube/SRF Archiv

Gross wieder glücklich

Auch Christian Gross hat heute wieder Erfolg. Nachdem er einige Jahre unten durch muss – 2009 wird er in Basel entlassen, beim VfB Stuttgart und bei YB floppt er – ist er ab 2014 zwei Mal für den saudischen Spitzenklub Al-Ahli tätig.

epa04618567 Al-Ahli coach Christian Gross celebrates with the trophy after winning the Crown Prince Cup final soccer match against Al Hilal at the King Fahd International Stadium in Riyadh, Saudi Arabia, 13 February 2015.  EPA/AHMED YOSRI

Gross feiert 2015 mit der Trophäe des Kronprinzen-Pokals in Saudi-Arabien. Bild: EPA/EPA

Gross – neun Mal Trainer des Jahres in der Schweiz – gewinnt in der ersten Saison den Cup und in der zweiten holt er den Meistertitel. Wie einst beim FCB geht auch bei Al-Ahli eine lange Zeit des Wartens vorbei: Für den Klub ist es der erste Meistertitel nach 32 Jahren. Seit April 2018 arbeitet Christian Gross in Ägypten, beim Topklub Zamalek in Kairo.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Die grössten Schweizer Europacup-Erfolge

Farbe und nackte Haut: Kunst an der Art Basel

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Video: srf/SDA SRF

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15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

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07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

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05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JonSerious 09.05.2019 10:23
    Highlight Highlight "Hakaaaan!"
    Jap, das ist wirklich unvergessen. In unserem Freundeskreis fällt noch sehr oft ein "Als Aregig, Hakan, doch nöd als Kritik!" wenn es in die Situation passt. 🤩

    "Nöd. so. egoistisch. Hakan. Deet eimal, hätted sii chönne mitem Georg e Doppelpass spile. Mitem Georg!"😁
  • giandalf the grey 09.05.2019 08:12
    Highlight Highlight Der Polizistensohn aus Höngg und der Mann aus Sursee... Kommentatoren und Journalisten legen sich halt Synonyme zu, damit sie nicht immer den gleichen Namen sagen/schreiben müssen.
  • Mr. Wayne 09.05.2019 07:00
    Highlight Highlight Das Problem von Gross und auch anderen Trainer seiner Zunft ist die Spielweise. Das Kampfbetonte Spiel mit hohen Bällen funktioniert heute einfach nicht mehr im Spitzenfussball. Lange Bälle auf den grossen Stürmer welcher dann den Ball irgendwie verarbeiten kann ist nicht erfolgsversprechend. Das eigene Spiel wird berechenbar und langsam.
    Darum hat gross in Qatar noch erfolg weil die Spielweise, da noch auf einem anderen Level ist.

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