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Screenshot: twitter/@mister_fan 

Der höchste Fussball-Sieg aller Zeiten

Unvergessen

31.10.2002: Madagaskar-Meister verliert mit 0:149 – weil sie nach dem Anspiel gleich wieder ein Eigentor schiessen

31. Oktober 2002: Aus Protest gegen die Schiedsrichterleistung im vorherigen Spiel, schiesst der SOE Antananarivo gegen AS Adema 149 Eigentore. Der bis heute höchste Fussball-Sieg aller Zeiten.



Nach dem Meisterschaftsende in Madagaskars höchster Fussballliga wird eine Meisterschaftsrunde unter den besten vier Mannschaften in der Tabelle ausgetragen. Dabei spielt jeder gegen jeden jeweils zweimal (auswärts und Zuhause). Meister wird also der Tabellen-Erste nach sechs Spielen. 

Im Jahre 2002 qualifizierten sich für die Meisterschaftsrunde AS Adema, Domoina Soavina Atsimondrano, SOE Antananarivo und Union Sportive Ambohidratrimo. In den ersten vier Spielen erreicht der amtierende Meister SOE Antananarivo enttäuschenderweise nur einen Sieg, zwei Remis und eine Niederlage und kommt somit auf 5 Punkte. 

Madagaskar: Der zweitgrösste Inselstaat der Welt hat im Fussball einen wohl ewigen Rekord  produziert. 

Erzrivale AS Adema hat bei einem Spiel mehr dagegen schon 10 Punkte (3 Siege, 1 Remis und eine Niederlage). SOE Antananarivo muss also das vorletzte Spiel gegen Domoina Soavina Atsimondrano unbedingt gewinnen, um im letzten Spiel – und im direkten Duell gegen AS Adema – die Meisterschaft mit einem weiteren Sieg verteidigen zu können.

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Das Logo von Stade Olympique de l'Emyrne  Antananarivo. Screenshot: wikimedia.com/SOE Antananarivo

Ein zweifelhafter Penalty als Auslöser

Kurz vor Spielende führt SOE Antananarivo noch mit 2:1, bevor der Schiedsrichter einen höchst umstrittenen Elfmeter gibt. Domoina lässt sich die Chance nicht entgehen und kann durch den Penalty-Treffer den 2:2-Endstand markieren. Die AS Adema steht also bereits vor dem direkten Duell gegen SOE Antananarivo als neuer Meister fest. 

Der Frust sitzt wahrscheinlich tief bei Noch-Meister SOE Antananarivo, die Wut auf den Unparteiischen scheint grenzenlos. Es kommt wenig später in dieser angespannten Situation beim letzten Meisterschaftsspiel ausgerechnet zum Duell zwischen dem amtierenden und dem neuen Meister. SOE-Trainer Zaka Be streitet kurz vor der Partie mit dem Schiedsrichter. 

Nachdem der Schiedsrichter das Spiel anpfeift, schiessen die Spieler von SOE Antananarivo den Ball nach jedem Anstoss sofort wieder ins eigene Tor. Die Spieler von AS Adema sollen der Erzählung nach das Geschehen genüsslich verfolgt haben, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Da die Spieler dieses (kuriose) Spiel bis zum Ende durchziehen, steht am Schluss die unglaubliche Zahl von 149 auf dem Scoreboard. Macht einen Schnitt von einem Eigentor alle knapp 40 Sekunden. Einige Zuschauer verlassen angeblich das Stadion vorzeitig, um an der Kasse ihr Geld zurückzuverlangen.

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Die (verrückte) Abschlusstabelle der Meisterschaft in Madagaskar. Screenshot: worldsfootball.com

Der höchste Sieg in einem Fussballspiel

Nach dem Skandal-Spiel straft der madagassische Verband den SOE-Trainer mit einem dreijährigen Berufsverbot sowie landesweitem Stadionverbot. Eine Sperre bis Saisonende und Stadionverbot erhalten Goalie Mamisoa Razafindrakoto (auch Nationalgoalie), Captain Mamisoa Razafindrakoto sowie die zwei weiteren Spieler Nicolas Rakotoarimanana and Dominique Rakotonandrasana. Die anderen Mitspieler erhalten dagegen «nur» Verwarnungen. 

Leider gibt es von diesem legendären Spiel weder Bild- noch Videomaterial. Dafür bleibt das 149:0 der höchste Sieg, den es in der Geschichte des Fussballs je gegeben hat. Ein Rekord, der wohl noch lange bestehen bleiben wird.

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Screenshot: twitter/@mr_fan

Im Februar 2014 hat der sizilianische Achtligist Bagherias übrigens einen (kleinen ) Angriff auf die Rekordmarke gestartet. Um dem Erzrivalen Partinicaudace den Einzug in die nächste Runde bei der Coppa Sicilia zu verhindern, produzierten sie in der Schlussphase gleicht acht Eigentore.

Auch im Oktober 2014 machten zwei Teams mit vielen Eigentoren auf sich aufmerksam. In Indonesien siegt PSS Sleman gegen PSIS Semarang mit 3:2, alle fünf Tore fallen in den letzten sechs Minuten mittels Eigentore. Beide Mannschaften wollten dabei verlieren, um in der nächsten Runde den «stärksten» Klub der Liga zu vermeiden.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

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