Unvergessen
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Die Statue von Kareem Abdul-Jabbar, die vor dem Staples Center in Los Angeles steht. bild: youtube

Kareem Abdul-Jabbar knackt den NBA-Punkterekord, den er bis heute besitzt

5. April 1984: Gegen die Utah Jazz schraubt Kareem Abdul-Jabbar sein Karrieretotal auf 31'420 Punkte. Der Star der Los Angeles Lakers baut diesen Rekord anschliessend weiter aus, so dass weder Michael Jordan noch Shaquille O'Neal oder Kobe Bryant in seine Nähe kommen.



Wilt Chamberlain ist die grosse Figur des Basketballs. Zwischen 1959 und 1973 wirft er in der NBA Korb um Korb, einmal schafft er sagenhafte 100 Punkte in einem einzigen Spiel. Wilt Chamberlain hält auch den NBA-Rekord für die meisten Skorerpunkte – bis zum 5. April 1984. Dann überflügelt ihn der Star der Los Angeles Lakers: Kareem Abdul-Jabbar. 

18'389 Fans im Thomas and Mack Center in Las Vegas werden Zeuge, wie der 37-Jährige den Rekord an sich reisst. Los Angeles führt gegen die Utah Jazz mit 17 Punkten Vorsprung, jetzt will jeder in der Arena nur noch eines sehen: Abdul-Jabbars Wurf zum Rekord.

Sein erster Versuch, 31'420 Punkte zu erreichen, misslingt. Doch beim nächsten Angriff erhält er eine zweite Chance – und die nutzt Kareem Abdul-Jabbar.

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Kareem Abdul-Jabbar knackt 8 Minuten und 53 Sekunden vor dem Ende den Rekord. Video: streamable

Aus dem Traum wird Wirklichkeit

Nach dem Rekord wird das ohnehin schon entschiedene Spiel zur Nebensache. Es wird unterbrochen, Abdul-Jabbar wird gefeiert, von den Eltern umarmt, von den Teamkollegen sowieso und er wird noch auf dem Parkett interviewt. Der zum Islam konvertierte New Yorker aus Harlem beendet es mit dem Dank an Allah.

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Das Spiel wird spontan unterbrochen: NBA-Commissioner David Stern interviewt den neuen Rekordinhaber. bild: getty images

Die Fans in Las Vegas haben Glück, dass sie den Rekord miterleben dürfen. Denn als Abdul-Jabbar nur noch vier Punkte benötigt, will ihn Coach Pat Riley aus dem Spiel nehmen, damit er die Bestmarke zuhause in Los Angeles knacken kann. «Nein, lass' es mich beenden», sagt ihm der Star und so spielt er auch im letzten Viertel.

Denn je näher der Rekord gerückt war, umso öfter hatte Abdul-Jabbar sich mit ihm beschäftigt. «Ich habe sogar davon geträumt», verrät er, «es war verrückt. Es war wie bei einem Wettrennen. Ich sah Wilt, dem ich auf den Fersen war und dem ich immer näher kam.» Nun ist der Rekord in der Tasche.

A pair of marathon runners pass by building-sized murals of Los Angeles Lakers stars, from left, Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar and Shaquille O'Neal on Olympic Boulevard as they near the finish line of the Los Angeles Marathon, Sunday, March 3, 2002, in downtown Los Angeles. (AP Photo/Reed Saxon)

Marathon-Läufer in Los Angeles vor den übergrossen Bildern der Lakers-Ikonen Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar und Shaquille O'Neal (von links). Bild: AP

«Rekord kann gebrochen werden»

Nach 20 Jahren in der NBA beendet Kareem Abdul-Jabbar 1989 seine Karriere. Er wird sechs Mal Meister und sammelt in dieser Zeitspanne 38'387 Punkte. «Der Rekord kann gebrochen werden», sagt dessen Inhaber, «wenn ich das geschafft habe, dann kann das auch jemand anders erreichen.» Er schränkt aber zugleich ein: «Ich denke nicht, dass es noch viele Spieler geben wird, die so lange dabei sind, wie ich es war.» Denn heute, so Abdul-Jabbar, verdiene man so viel mehr, dass man die Karriere früher beenden könne.

Momentan ist kein Spieler in Sicht, der den Punkterekord dereinst an sich reissen könnte. Dirk Nowitzki, die Nummer 6 der ewigen Skorerliste, ist bald 40 Jahre alt und hat über 7000 Punkte Rückstand. Vielleicht können es LeBron James oder Kevin Durant schaffen – sofern sie spielen, bis sie 40 sind und ihr hohes Niveau halten können. Realistischer scheint aber, dass Kareem Abdul-Jabbar seinen Punkterekord nie mehr hergeben muss.

Bonus

Kareem Abdul-Jabbar spielte parallel zur Basketball-Karriere auch in einigen Filmen und TV-Serien mit. Am bekanntesten ist er für seine Rolle des Co-Piloten Roger Murdock in der Kultkomödie «Airplane! Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug».

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Captain Clarence Oveur, Co-Pilot Roger Murdock und Navigator Victor Basta im Funkverkehr mit dem Tower.  Video: YouTube/Chem Busta Rhymes

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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