Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Perfekte Haltung beim Absprung, aber mit dem Telemark hapert es. Bild: Havard finstad

Unvergessen

Schöner als beim Neujahrsspringen fliegen sie nur in der Premier League

1. Januar 2007: Skispringer Andreas Küttel gewinnt in Garmisch-Partenkirchen den Jahresauftakt der Wintersportler. Aber den schönsten Flug des Tages legt eindeutig Sean Davis vom FC Portsmouth hin.



Zu sagen, die Neujahrs-Schwalbe im Fratton Park habe für grossen Wirbel gesorgt, wäre masslos übertrieben. Weder im Matchbericht der BBC noch in dem des Guardian wird die Szene überhaupt erwähnt. Dabei ist sie wirklich äusserst witzig:

abspielen

Die Gegenschwalbe von Sean Davis. Video: streamable

Die Szene ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich die Medienwelt in den letzten Jahren verändert hat. Jede Wette, dass die einschlägigen Portale – selbstverständlich auch watson – die «Gegenschwalbe» von Sean Davis im Spiel zwischen Portsmouth und Tottenham (1:1) gross thematisieren würden, wenn sie heute passierte.

Davis setzt vor neun Jahren zum kleinen Singvogel an. Der Mittelfeldspieler von Portsmouth befindet sich im Zweikampf mit seinem Gegenspieler Lee Young-Pyo. Als dieser etwas gar widerstandslos zu Boden geht, zeigt Sean Davis dem Koreaner, was er davon hält. «Deine Schwalbe ist lächerlich. SO geht eine richtige Schwalbe», gibt er Lee über alle Sprachgrenzen hinaus zu verstehen.

Schon die Altmeister wussten, wie man richtig fliegt

Das Publikum tobt, schliesslich ist so ein Gaudi genau das richtige, wenn man mit einem Silvester-Kater im kalten Stadion hockt. Legende Gary Lineker kommentiert im Fernsehen: «Was Davis gemacht hat, fasst zusammen, was wir alle von Schwalben halten.»

Dabei handelt es sich keineswegs um eine Uraufführung. Schon Jahrzehnte vorher, im November 1971, wirft sich Manchester-City-Spieler Francis Lee im Derby gegen Manchester United spektakulär in den Rasen:

abspielen

Francis Lee zeigt, was der Gefoulte gemacht hat. Video: streamable

Ob sich Davis von Altmeister Lee inspirieren liess? Gut möglich, denn die Szene wird in England in den Jahren danach immer wieder gezeigt, wenn ein Manchester-Derby ansteht. Oder sprachen Davis' Lehrmeister doch eher Italienisch?

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Schöner fliegen – mit Arjen Robben durch die Strafräume dieser Welt

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Unvergessen

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

13. September 1985: Gabet Chapuisat hat sich bis zum Herbst seiner Karriere den Namen als Raubein regelrecht ertreten. Doch was er gegen Lucien Favre zeigt, schockt alle.

Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein. Auf der einen Seite Pierre-Alain «Gabet» Chapuisat: überharter Abwehrchef, ein Klopfer, ein Raubein, das «Enfant terrible» im Schweizer Fussball. Auf der anderen Seite Lucien Favre: eleganter Regisseur, gesegnet mit einem linken Zauberfuss, eine Augenweide.

Während Chapuisat – der Vater des späteren BVB- und Nati-Stürmers Stéphane – mit 37 Jahren im Spätherbst seiner Karriere steht und nach 34 Länderspieleinsätzen (letztes Spiel 1979) …

Artikel lesen
Link zum Artikel