Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bill 'Dixie' Dean, Everton

Dixie Dean in seiner Lieblingspose. Bild: S&G and Barratts

Everton trauert um Dixie Dean – den Stürmer, der nur noch einen Hoden hatte

1. März 1980: Für die Fans des FC Everton wird das Resultat vom Derby gegen Liverpool an diesem Tag zur Nebensache. Denn auf der Tribüne stirbt ihr grösstes Idol: Dixie Dean. Der Stürmer, der nur einen Hoden hatte.



Der 1. März 1980 ist ein Tag der Trauer für alle Fans des FC Everton. Nicht weil ihr Club das Derby gegen Stadtrivale Liverpool mit 1:2 verliert. Sondern weil auf der Tribüne kurz nach dem Schlusspfiff die Klublegende Dixie Dean einen Herzinfarkt erleidet und stirbt.

Zwischen 1925 und 1937 schnürt Dean seine Schuhe 433 Mal für Everton und er schiesst dabei sagenhafte 383 Tore. Auch in der englischen Nationalmannschaft ist er ein Goalgetter der Sonderklasse, was 18 Treffer in 16 Einsätzen belegen.

Image

Einlauf ins Stadion. Bild: Getty images north

«Wenn du noch ein Tor schiesst, wird es dein letztes sein!»

All das schafft William Ralph Dean, der eigentlich lieber mit Bill angeredet werden will als mit Dixie, mit nur einem Hoden. Noch vor seiner Zeit bei Everton geht er als Teenager für die Tranmere Rovers auf Torejagd, auch dort ist seine Quote mit 27 Treffern in 30 Spielen äusserst eindrucksvoll.

Als Dean in einer Partie mit Tranmeres Nachwuchs gegen Altrincham skort, soll ihn sein Gegenspieler gewarnt haben: «Wenn du noch ein Tor schiesst, wird es dein letztes sein!»

Dean lässt sich durch die Drohung nicht einschüchtern, der 17-Jährige schiesst noch ein Tor. Daraufhin tritt ihm der Verteidiger derart hart ins Gemächt, dass der Stürmer einen Hoden verliert. Als ein Teamkollege ihn zur Linderung der Schmerzen massiert, bellt ihn Dean an: «Du musst nicht rubbeln, zähle sie!»

Dixie Dean

Dixie Dean auf einer Autogrammkarte. Bild: Wikipedia

Bis heute unerreicht

Nach seinem Transfer zu Everton schiesst Dixie Dean 1927/28 in einer Saison unvorstellbare 60 Tore, 40 davon mit dem Kopf – obwohl er sich ein Jahr zuvor bei einem Töffunfall lebensgefährlich am Schädel verletzt hat. Bis heute hat kein Spieler in der höchsten Liga Englands mehr Tore in einer Spielzeit erzielt.

Mit diesem Tormonster in ihren Reihen werden die «Toffees» Meister. Vier Jahre und ein Abstieg später gewinnt Everton mit Dean nach dem direkten Wiederaufstieg erneut den Titel.

Play Icon

Seltene Bewegtbild-Aufnahmen von Dixie Dean. Video: YouTube/goldenvision63

Das vermeintliche Wiedersehen mit dem Hoden-Treter

Kurz nach diesem Erfolg trifft Dean in einem Liverpooler Pub auf den Mann, den er als denjenigen identifiziert, der ihm einen Hoden zerstört hat. «Er liess mir ein Bier bezahlen und ich konnte das Gesicht zunächst nicht zuordnen», erinnert sich Dean gemäss dem Guardian später.

«Als ich wusste, wer er war, habe ich ihm dermassen eine runtergehauen, dass er ins Spital musste.» Blöd für beide, dass sich Dean irrt und es sich bei seinem Opfer nicht um den Treter handelt.

Vor dem Goodison Park, der Heimstätte des FC Everton, steht seit Mai 2001 eine Statue, die an Dixie Dean erinnert. An den Stürmer, der nur einen Hoden hatte.

Dixie Dean

Die Statue vor dem Goodison Park. Bild: Wikipedia

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.
​Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Für immer unvergessen: Diese Sportler gibt's als Statue

Das ist der moderne Fussball

Der Moment, in dem ich den allerletzten Glauben an den ehrlichen Fussball verlor

Link to Article

Der Videobeweis kommt auch in der Super League – die Frage ist nur wann und wie

Link to Article

So viele Schweizer Klubs hätte Liverpool statt Shaqiri kaufen können

Link to Article

Scheichs, Tormusik oder Wappenküsser – 16 Dinge, die schleunigst wieder aus dem Fussball verschwinden sollten

Link to Article

Die FIFA ist endlich die Korruption losgeworden – aber nicht so wie du denkst

Link to Article

Ausländer-Trios, werbefreie Trikots oder das Nasenpflaster – 16 Dinge, die aus dem Fussball verschwunden sind

Link to Article

Fussball im Jahr 2018 ist, wenn statt der Münze eine Kreditkarte geworfen wird

Link to Article

Diese Elf kostet mehr als eine Milliarde, aber kennst du die Top 10 für jede Position?

Link to Article

Wer noch immer nicht recht wusste, was Büne mit «Pussy-Fussball» meinte: Genau DAS hier

Link to Article

Alle sagen, moderner Fussball sei super. Ich sage: Im modernen Fussball haben sich Saumoden eingenistet, die mich laufend kotzen lassen

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf YouTube – über den FC Aarau

25. November 2009: Der FC Aarau erlebt gerade eine gute Phase, beendet die Super League zwei Mal in Folge auf Rang fünf. Mitten in diesem Hoch wird ein Gute-Laune-Song ins Internet eingespiesen, der in Schweizer Fankreisen längst Kult ist: «Brügglifäld olé! Brügglifäld ola!»

Verschneiter Rasen, rote Plastikstühle, zwei einsame Fans. Mit dieser Einstellung beginnt ein Musikvideo für die Ewigkeit. Die beiden, es wird sich noch herausstellen, sind betätigen sich als Sänger. Plötzlich erspähen sie einen gelben Ball auf dem Platz. Klar, dass sich das magische Zweieck diese Chance nicht nehmen lässt, ein gepflegtes Kurzpass-Spiel auf den Rasen des Brügglifelds zu zaubern!

«Sit ehr bereit für nes Fuessballfäscht?», brüllt plötzlich einer des Duos in die Kamera. …

Artikel lesen
Link to Article