Unvergessen
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28 Mar 2002:  Roger Federer of Switzerland signs autographs after defeating Andrei Pavel of Romania during the Nasdaq-100 Open at The Tennis Center at Crandon Park in Miami, Florida. DIGITAL IMAGE Mandatory Credit: Clive Brunskill/Getty Images

Federers Autogramme werden immer gefragter. Bild: Getty Images North America

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

30. März 2002: Im Halbfinal von Key Biscayne sorgt ein aufstrebender Basler für Schlagzeilen. Roger Federer besiegt mit Lleyton Hewitt zum ersten Mal in seiner Karriere die Weltnummer 1 und nähert sich langsam den Top 10.



«Der Sieg gegen Pete Sampras in Wimbledon ist nicht zu übertreffen. Aber dann kommt dieser gleich dahinter.»

Roger Federer nach dem Sieg gegen Hewitt

Roger Federer, der junge Schweizer mit dem Stirnband und den langen Haaren, ist im Jahr 2002 noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Zwar wird ihm grosses Talent nachgesagt, doch die in ihn gesteckten Erwartungen kann der 20-Jahrige noch zu selten erfüllen.

Es fehlt die Konstanz auf höchstem Niveau: Erst zwei Turnisiege (2001 in Mailand und im Januar in Sydney) hat er auf seinem Konto. Ende März gelingt ihm nach dem historischen Sieg gegen Pete Sampras in Wimbledon 2001 aber eine weitere Sensation.

Im Halbfinal des Miami Masters in Key Biscayne besiegt Roger Federer zum ersten Mal die Nummer 1 der Welt. Nach dem Sieg gegen Lleyton Hewitt bestätigt Federer den für ihn ausserordentlichen Wert dieses Sieges: «Der Sieg gegen Pete Sampras in Wimbledon ist nicht zu übertreffen. Aber dann kommt dieser gleich dahinter.»

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Das Spiel Hewitt – Federer in zehn Minuten zusammengefasst. Der Matchball bei 9:25. video: youtube/the king

Federer zieht dank dem verdienten 6:3, 6:4-Erfolg ohne Satzverlust in sein erstes Masters-Finale ein, beendet Hewitts Serie von 20 Siegen in den letzten 21 Partien und bezwingt mit der Weltnummer 1 den Dominatoren der frisch angebrochenen Tennis-Saison.

Federer: «Jetzt will ich in die Top 10»

Federer versucht erst gar nicht die Euphorie zu bremsen. «Es ist toll, dass ich die Nummer 1 geschlagen habe. «Ich hatte zwar Glück mit der Auslosung und der Verletzung von Henman, aber man muss das Glück auch erzwingen können. Jetzt will ich möglichst schnell in die Top 10 und mich da etablieren», so der Baselbieter.

Roger Federer of Switzerland celebrates after defeating Lleyton Hewitt of Australia 6-3, 6-4, in the semifinals of the Nasdaq-100 Open, Friday, March 29, 2002, in Key Biscayne, Fla. (AP Photo/Alan Diaz)

Ein glücklicher Roger Federer nach dem Sieg über Lleyton Hewitt. Bild: AP

Den Final des Turniers in Key Biscayne verliert Federer gegen den Titelverteidiger Andre Agassi dann allerdings klar. Beim 3:6, 3:6, 6:3 und 4:6 fordert der 20-jährige Basler den Amerikaner kurzzeitig aber mehr, als es dem einheimischen Publikum lieb ist. Eine kurze Baisse kostet Federer jedoch den vierten Satz und beschert Agassi am Schluss seinen fünften Titel im siebten Final.

«Plötzlich ging es wahnsinnig schnell. Auf einmal hatte ich verloren», so der verdutzte Federer über den verspielten 4:2-Vorsprung im vierten Durchgang. «Ich musste seinen Bällen dauernd hinterherlaufen. Er diktierte die Punkte, wie er wollte.»

Hewitt: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Trotz der klaren Niederlage hinterlässt das erfolgreiche Miami-Abenteuer Spuren. Halbfinal-Verlierer Hewitt spürt, dass mit Federer ein neuer Superstar heranwachsen könnte: «Dieses Jahr kann er den ganz grossen Durchbruch schaffen», sagte der Australier nach dem Match. «Ob es für die Top 4 oder 5 reicht, dies ist eine andere Frage.»

SHA12 - 20021116 - SHANGHAI, CHINA : The world number one ranked player Australian Lleyton Hewitt celebrates after winning the semi final match against Swiss Roger Federer in the Tennis Masters Cup in Shanghai, 16 November 2002. 
EPA PHOTO AFPI/LIU JIN/lj/mc

Lleyton Hewitt lobt den Schweizer nach der Partie. Bild: EPA AFPI

In der Schweiz steigt die Euphorie. «Roger, so wirst du die Nummer 1», titelt der «Blick». Der «Tages-Anzeiger» analysiert, dass wohl «noch nie ein Schweizer besser ausgebildet war als dieser ‹Swiss Borg›, der dank seiner Technik auf allen Courts gewinnen kann.» Noch deutlicher wird der «Bund»: «Wenn Federer sein bestes Tennis zeigt, ist er kaum zu schlagen.»

Diese zehn beeindruckenden Tagen in Miami sorgen nicht nur für grosse Anerkennung bei Spielern und Presse, die Resultate zeigen auch auf dem Papier ihre Wirkung. Dank des Final-Einzuges macht Federer einen Sprung auf Rang 11 in der Weltrangliste und lassen ihn so nah an die Top 10 vorstossen, wie nie zuvor. 

Wimbledon mens singles tennis champion Roger Federer, arriving from London, poses at the airport of Saanen near Gstaad, Switzerland, with a glass of champagne, Monday, July 7, 2003. Roger Federer will be playing in the Allianz Suisse Open in Gstaad the next days. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)

Nach dem Erfolg lag bestimmt auch das eine oder andere «Cüpli» drin. Bild: Keystone

Der ganz grosse Durchbruch lässt entgegen der Aussage von Hewitt dann allerdings noch eine Weile auf sich warten. Im Mai des gleichen Jahres dringt Roger Federer mit dem Turniersieg in Hamburg zwar das erste Mal in die Liste der zehn besten Tennisspieler der Welt ein, danach muss er aber hart um diese Platzierung kämpfen.

Das Jahr 2002 beendet der Schweizer auf Platz 6 der Weltrangliste, ehe im folgenden Jahr der erste Grand-Slam-Titel herausschaut. Dank des Sieges in Wimbledon und weiteren grossartigen Erfolgen kämpft sich Federer bis auf Platz 2 vor. Und ab 2004 ist es nicht mehr Federer, der die Weltnummer 1 schlagen muss. Ab Februar 2004 heisst die Weltnummer 1 Roger Federer und seine lange Herrschaft beginnt. Bis 2008 steht er 237 Wochen – als mehr als vier Jahre – unangefochten an der Spitze. 

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

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«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

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In seiner Dankesrede blieb Federer bei den Offiziellen hängen. Bei jenen Leuten, die hinter den Kulissen arbeiten - wie beispielsweise den Verantwortlichen fürs «Hawkeye» - das «Adlerauge», das die …

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