Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Austrian Marcel Hirscher right, celebrates in the finish area holding the crystal globe of the winner of the Overall standing next to Switzerland's Beat Feuz, left, 2n place of the overall standing at the Alpine Ski World Cup finals, in Schladming, Austria, Sunday, March 18, 2012. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Hirscher jubelt mit der Kugel, Feuz applaudiert fair. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

15.03.2012: Die grosse Kristallkugel liegt für Beat Feuz bereit – doch er stürzt und Marcel Hirscher ist da, um zu erben

15. März 2012: Beat Feuz bietet sich eine Chance, die vielleicht nie mehr kommt. Am Weltcupfinal in Schladming kann er sich im Super-G im Idealfall den Gesamtweltcup sichern. Doch es kommt alles ganz anders und am Ende jubelt kein Schweizer, sondern ein Österreicher.



Das Rennen um den Gesamtweltcup im Winter 2011/12 ist gegen Ende der Saison zum Duell zweier Ausnahmetalente verkommen. Beat Feuz, 25-jährig aus Schangnau im Emmental, misst sich mit Marcel Hirscher, 23-jährig aus dem Salzburger Land.

Das viertletzte Rennen der Saison ist die Abfahrt im Weltcupfinal in Schladming. Feuz wird Zweiter und liegt nun 135 Punkte vor seinem Kontrahenten. So ist die Ausgangslage vor dem drittletzten Rennen, einem Super-G, komfortabel: Feuz hat 135 Punkte Vorsprung auf Hirscher. Mit einem Sieg oder einem zweiten Platz kann sich der Schweizer den Sieg im Gesamtweltcup sichern, falls es seinem österreichischen Kontrahenten nicht gelingt, zu punkten.

abspielen

«Ähnlich zu fahren wie ein Riesentorlauf», urteilt ORF-Kamerafahrer Hans Knauss – ein Vorteil für seinen Landsmann Hirscher. Video: Youtube/Hans Knauss

Hirscher überrascht sich selber

Doch Beat Feuz hat eine schlechte Vorahnung, als er vor dem Super-G über diese Ausgangslage spricht. «Marcel kann ein Spitzenresultat einfahren und ich ausfallen. Dann ist plötzlich wieder alles anders», warnt er.

Hirscher ist ein exzellenter Slalom- und Riesenslalomfahrer, in den schnellen Disziplinen tritt er nur selten an. In Schladming aber versucht er natürlich, zu punkten. Hirscher hat Glück bei der Startnummernauslosung, kann mit der frühen Nummer 2 ins Rennen gehen. Er nutzt dies ebenso aus wie die Kurssetzung, die seinem Fahrstil entgegenkommt. Hirscher fährt eine Zeit, an der sich fast alle Konkurrenten die Zähne ausbeissen.

abspielen

Die Fahrt von Marcel Hirscher. Video: Youtube/wintersports channel

Marcel Hirscher liegt immer noch auf Rang 3, als Beat Feuz mit der Startnummer 19 angreift. Seine Fahrt ist nicht fehlerfrei, aber mit 0,32 Sekunden Rückstand bei der zweiten Zwischenzeit kann er vorne mitmischen.

Doch dann das verhängnisvolle Missgeschick: In einer Rechtskurve verliert Feuz über eine Kuppe fahrend kurz die Kontrolle. Er rutscht aus, scheidet aus – und verliert so auch den Gesamtweltcup.

abspielen

Beat Feuz stürzt und hat zwei Rennen vor dem Saisonende nur noch 75 Punkte Vorsprung auf Hirscher. Video: Youtube/wintersports channel

Denn dank den 60 Punkten für Rang 3 im Super-G hat Marcel Hirscher den Rückstand im Gesamtweltcup auf 75 Punkte reduziert. Für die beiden letzten Saisonrennen, ein Riesenslalom und ein Slalom, ist er der klare Favorit. «Das ist eine grosse Überraschung für Österreich, für den Skisport», staunt Hirscher.

Der Auftakt zu Hirschers Triumphzug

Obwohl es für ihn gelaufen ist, weist der Österreicher die Favoritenrolle von sich: «75 Punkte sind immer noch wahnsinnig viel, dafür muss ich zuerst mal Zweiter werden.» Der Österreicher hält dem Druck jedoch stand. Er gewinnt zwei Tage nach dem Super-G den Riesenslalom. Weil Beat Feuz in jenem Rennen keine Punkte holt und im Slalom gar nicht mehr antritt, geht die grosse Kristallkugel an Marcel Hirscher.

Er lässt zwei weitere Siege im Gesamtweltcup folgen – und wenn dem Norweger Kjetil Jansrud am nächsten Wochenende kein Ski-Wunder gelingt, triumphiert Marcel Hirscher zum vierten Mal in Folge. Das hat vor ihm noch kein Skirennfahrer geschafft.

Marcel Hirscher of Austria reacts in the finish after his second run in the men's Alpine Skiing World Cup giant slalom in Garmisch-Partenkirchen March 1, 2015.                              REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY  - Tags: SPORT SKIING TPX IMAGES OF THE DAY)

Marcel Hirscher, der dominierende Skirennfahrer der letzten Jahre. Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Dominik Paris siegt und holt sich die Super-G-Kugel – Mauro Caviezel rast aufs Podest

Dominik Paris hat seine starke Saison doch noch mit dem Gewinn seiner ersten Kristallkugel gekrönt. Der Italiener feierte am Weltcup-Finale in Soldeu im Super-G seinen siebten Saisonsieg und behauptete damit Platz 1 in der Disziplinenwertung.

Paris, der am Vortag die Abfahrtskugel trotz Sieg Beat Feuz überlassen musste, verhinderte zugleich den ersten Weltcupsieg von Mauro Caviezel. Der Bündner belegte mit 15 Hundertsteln Rückstand den 2. Platz und schloss die Disziplinenwertung im 3. Rang ab. …

Artikel lesen
Link zum Artikel