DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Schrei für die Ewigkeit: Sven Hannawald holt sich in Bischofshofen den Tournee-Grand-Slam.
Ein Schrei für die Ewigkeit: Sven Hannawald holt sich in Bischofshofen den Tournee-Grand-Slam.Bild: EPA APA
Vier Siege in Serie

06.01.2002: Sven Hannawald knackt in Bischofshofen seinen eigenen Schanzenrekord und holt sich als bisher einziger Springer den Tournee-Grand-Slam

6. Januar 2002: Nach Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck siegt der Deutsche Sven Hannawald auch im österreichischen Bischofshofen und wird somit der erste Skispringer, welcher sämtliche Wettkämpfe der Vierschanzentournee gewinnen kann. 
06.01.2015, 00:0106.01.2015, 10:06

30.12.01: Oberstdorf

Der Druck auf die deutschen Skispringer vor dem ersten Wettkampf der 50. Vierschanzentournee ist immens: Nachdem die 49. Edition des Springens klar an den Polen Adam Malysz ging, soll die Jubiläumstournee wieder an einen Deutschen gehen. Die Hoffnungen liegen dabei voll und ganz auf Superstar Martin Schmitt. Er allein soll den polnischen Störenfried in die Schranken weisen. 

Doch Schmitt kommt mit den Erwartungen nicht zurecht, er landet in Oberstdorf auf dem enttäuschenden 19. Rang. Grund für eine Staatstrauer ist das aber nicht. Denn Sven Hannawald – welcher eigentlich auch schon zu den Top-Springern der Welt gehört, in der teaminternen Hackordnung aber klar hinter Schmitt liegt – springt dank zwei Sätzen auf 122 Metern auf Platz 1 und sorgt trotz Schmitt-Blackout für einen Heimsieg. Martin Höllwarth wird Zweiter, Simon Amman landet auf Rang 3.

«Abgerechnet wird erst am 6. Januar in Bischofshofen.»
Hannawald bleibt nach seinem Auftaktsieg bescheiden.

Nach dem Auftaktsieg hält das Publikum für Hannawald bereits einen neuen Spitznamen bereit: «Hannyboy der Sunnyboy.» So gelassen, wie es der neue Spitzname impliziert, antwortet Hannawald auf die Frage, ob er denn jetzt zu den Tournee-Favoriten gehöre: «Ich nehme Springen für Springen. Abgerechnet wird erst am 6. Januar in Bischofshofen.»

Statt Favorit Schmitt gewinnt in Oberstdorf Sven Hannawald.video: youtube.com/megajankielski

01.01.02: Garmisch-Partenkirchen

Auch in Garmisch-Partenkirchen ist Sven Hannawald der Mann der Stunde. Während Favorit Martin Schmitt nur auf den achten Rang springt, überflügelt «Hannyboy» seine Konkurrenz erneut und verweist Andreas Widhölzl und Adam Malysz auf die Plätze zwei und drei. «Es war für mich ein Riesengefühl, vor dieser Kulisse anzutreten», sagt der Schwarzwälder, der vor dem Springen sehr aufgeregt war.

«Der Käse ist noch nicht gegessen.»
Hannawald sieht sich noch nicht als Favoriten auf den Gesamtsieg

Obschon Hannawald nach dem Wettkampf in Garmisch auf Malysz 19,9 Punkte und auf Ammann 22,1 Punkte Vorsprung hat, sieht er sich noch nicht als Favorit auf den Gesamtsieg. «In diese Rolle drängen mich höchstens die Medien. Der Käse ist noch nicht gegessen.»

Fliiiiiiiiiieg: In Garmisch-Partenkirchen sichert sich Hannawald erneut einen Heimsieg. video: youtube.com/megajankielski
No Components found for watson.rectangle.

04.01.02: Innsbruck

Mit 134,5 Metern stellt Sven Hannawald im ersten Durchgang beim Springen von Innsbruck einen neuen Schanzenrekord auf. Und da auch sein zweiter Sprung eine Klasse für sich ist, entscheidet er das dritte Springen mit 23 Punkten Vorsprung deutlich für sich. Seit Jens Weissflog (1984) ist er der erste Deutsche, welcher an der Bergisel-Schanze gewinnen kann. 

«Es wird mir selber langsam unheimlich.»
Drei Siege in Serie: damit hat auch Hannawald nicht gerechnet 

Nach dem Springen meint Hannawald zu seiner Machtdemonstration: «Ich weiss nicht mehr, was ich sagen soll. Es wird mir selber langsam unheimlich.» Vom Tournee-Gesamtsieg oder gar vom Tournee-Grand-Slam will der Überflieger aber noch nichts wissen. «Es kann noch so viel passieren. Ich weiss überhaupt nicht mehr, wie ich das Ganze überhaupt durchstehe.»

Langsam wird es Hannawald unheimlich: Der Grand Slam ist zum Greifen nah.video: youtube.com/megajankielski

06.01.02: Bischofshofen

Sven Hannawald packt in Bischofshofen nochmals sein ganzes Können aus. Bereits im ersten Durchgang deklassiert er die Konkurrenz. Mit 139 Metern stellt er nach Innsbruck auch in Bischofshofen einen neuen Schanzenrekord auf und schafft es dabei sogar noch, einen Telemark zu setzen, welcher in der Endabrechnung entscheidend sein sollte. 

Denn im zweiten Durchgang springt Hannawald zwar erneut klasse, doch der Vorsprung auf den zweitklassierten Matti Hautamäki beträgt lediglich 2,5 Punkte. Hätte er im ersten Durchgang den Telemark nicht gestanden, wäre es nichts geworden mit dem Tournee-Grand-Slam. Doch so springt Hannawald in Bischofshofen tatsächlich zum vierten Mal in Serie zuoberst auf das Treppchen und schafft es in der 50. Ausgabe der Vierschanzentournee als erster Athlet alle vier Konkurrenzen für sich zu entscheiden. Vor Hannawald hatten es insgesamt schon sieben Springer verpasst, nach Siegen in den ersten drei Springen in Bischofshofen den Grand-Slam zu holen. Bis heute ist der Deutsche der Einzige, dem dieses Kunststück gelungen ist. 

«Ich weiss überhaupt nicht, wie ich das schaffen konnte.»
Sven Hannawald über seinen historischen Triumph

«Ich weiss überhaupt nicht, wie ich das schaffen konnte. Auf jeden Fall werde ich heute und morgen noch nicht begreifen, was ich da erreicht habe», meint ein komplett überwältigter Hannawald nach dem Springen. Wie gross die Anspannung gewesen sein muss, beweist folgende Aussage: «In Oberstdorf lag die Last auf Adam Malysz, in Garmisch bin ich nach dem zweiten Sieg dann fast zusammengebrochen, und in Innsbruck hat es mir das Dach weggezogen.»

Zufrieden mit der Tournee darf auch Simon Ammann sein, welcher nach den Rängen 3, 5, 11, und 15 den sechsten Gesamtrang belegt. Für den 20-jährigen Toggenburger ist dies ein Topresultat. Für Adam Malysz ist die Tournee hingegen eine einzige Enttäuschung, der Pole landet auf dem vierten Platz. Und Martin Schmitt? Der landet auf Rang 7 und ist sogar noch einen Platz hinter Ammann klassiert. Doch das interessiert in Deutschland keinen mehr. Mann der Stunde ist «Hannyboy der Sunnyboy».

Ein Sprung für die Ewigkeit: Hannawald holt sich in Bischofshofen den Tournee-Grand-Slam. video: youtube.com/megajankielski
Unvergessen
In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Dank Tihinens Hackentrick schafft der FCZ im San Siro die grosse Sensation
30. September 2009: Der Sieg des FC Zürich bei der grossen AC Milan in der Champions League schreibt Schweizer Fussballgeschichte. Auch der italienische Kult-Moderator Tiziano Crudeli kann es kaum glauben.

Der allererste Champions-League-Auftritt des FC Zürich misslingt gründlich: Zuhause im Letzigrund verliert das Team von Bernard Challandes gegen Cristiano Ronaldos Real Madrid zum Auftakt der Gruppenphase mit 2:5. Vor dem Gastspiel im Mailänder San Siro sind die Erwartungen an den Schweizer Meister auf ein Minimum gesunken.

Zur Story