Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Slawa Bykow mit dem Spenglercup-Turnier-Maskottchen, aufgenommen Ende Dezember 1993. Der HC Freiburg-Spieler Bykow verstaerkt das Team von HC Davos.  (KEYSTONE/Str)

Slawa Bykow spielt bei seiner dritten Spengler-Cup-Teilnahme erstmals im Tirkot des HC Davos. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

Chomutow/Bykow zaubern am Spengler Cup – und lassen Davos endlich wieder vom Titel träumen

26. Dezember 1993: Der HC Davos ist nach vier Jahren erstmals wieder am Spengler Cup dabei und schafft zum Auftakt gleich die grosse Sensation. Trotz 3:6-Rückstand gewinnt der Gastgeber dank sieben Treffern des Duos Bykow/Chomutow gegen Traktor Tscheljabinsk mit 8:7.



Endlich darf der HC Davos wieder am Spengler Cup teilnehmen. Dreimal in Serie musste der HCD wegen dem zwischenzeitlichen Abstieg in die 1. Liga passen. Nur dank der Rückkehr in die NLA im Frühling 1993 ist der Turnierveranstalter als Davos Selection bei der 67. Austragung wieder mit von der Partie.

Um gegen die internationalen Top-Mannschaften konkurrenzfähig zu bleiben, erhält der HCD einen ausländischen Verstärkungsblock. Neben Per Djoos (Lugano), Mike Posma (Thurgau), Andrei Kwartalnow und Albert Malgin (beide Chur) geben sich Andrei Chomutov und Wjatscheslaw Bykow von Fribourg-Gottéron die Ehre. Mal wieder, muss man sagen.

Es ist ihre dritte von insgesamt vier Spengler-Cup-Teilnahmen. 5000 Franken kassieren sie für ihren Auftritt im Landwassertal, doch ums Geld geht es ihnen nicht. «Der Spengler Cup gehört für mich zu den besten drei Turnieren der Welt. Er ist sehr gut organisiert, weist immer eine Topbesetzung auf und hat zudem ein fantastisches Publikum», schwärmt Bykow schon vor dem Turnierstart.

abspielen

Slawa Bykow und Andrei Chomutov am Spengler Cup. Video: YouTube/swissNLAfanBackUp

Im Eröffnungsspiel treffen die beiden kongenialen Russen mit dem HCD am Stephanstag gleich auf ihre Landsleute von Trakor Tscheljabinsk. Der Vierte der russischen «Internationalen Hockey-Liga» ist der haushohe Favorit und gibt in der mit 8100 Zuschauern ausverkauften Davoser Eishalle von Anfang an den Tarif bekannt.

15 Russen-Tore beim 8:7-Torspektakel

Bereits nach 24 Sekunden zappelt der Puck zum ersten Mal im Kasten von HCD-Keeper Nando Wieser. 1:4 nach dem ersten Drittel und 2:5 nach 25 Minuten liegen die Davoser zurück. Als die Russen auch den nächsten HCD-Anschlusstreffer kurz vor dem Ende des zweiten Drittels mit dem 6:3 kontern, scheint die Entscheidung endgültig gefallen.

Ein Spieler von Traktor Tscheljabinsk (Nummer 25) reklamiert ein Tor, aufgenommen am 26. Dezember 2014 in Davos im Spiel beim Spengler Cup zwischen dem HC Davos und Traktor Tscheljabinsk. (KEYSTONE/Str)

Die Russen jubeln schon, der Puck liegt diesmal nicht im Tor von Nando Wieser. Bild: KEYSTONE

HCD-Trainer Mats Waltin gibt jedoch nicht auf: «Nach 30 Minuten bekamen die Russen immer mehr Mühe. Sie sind erst drei Tage in Davos. Da macht sich die Höhe einfach bemerkbar. Nach 40 Minuten war ich überzeugt, dass wir diesen Match noch gewinnen.»

Und die Davoser schaffen das Wunder! Waltin stellt zu Beginn des Schlussdrittels von vier auf drei Linien um. Innert zehn Minuten gleichen Bykow und Chomutow zum 6:6 aus. Dann ist für einmal Malgin mit dem 7:7 an der Reihe, ehe Chomutow 53 Sekunden vor Schluss den Siegtreffer zum 8:7 auf Wunderpass von Bykow erzielt.

Gedraenge vor dem Tor von Traktor Tscheljabinsk, aufgenommen am 26. Dezember 2014 in Davos im Spiel beim Spengler Cup zwischen dem HC Davos und Traktor Tscheljabinsk. (KEYSTONE/Str)

Gedränge vor dem Tor von Traktor Tscheljabinsk: Der HCD kommt im Laufe der Partie immer besser ins Spiel. Bild: KEYSTONE

15 Tore in einem Spiel – alle durch Russen erzielt. Die Lokomotiven Chomutow (4 Tore/1 Assist) und Bykow (3 Tore/2 Assists) bodigen Traktor im Alleingang. Waltin frohlockt: «Ich lasse ihnen völlig freie Hand. Sie können spielen, wie sie wollen. Und sie demonstrierten uns allen: Wir wollen hier gewinnen. Unglaublich, wie sie uns mitgerissen haben», so der HCD-Trainer.

Auch für das Schweizer Fernsehen wird der HCD-Triumph zum Erfolg. In der an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase fiebern 317'000 Zuschauer vor dem TV mit. Das entspricht einem Marktanteil von 34,9 Prozent.

Die Krönung verpasst

Die Schweizer Hockey-Fans träumen nach dem Torspektakel durch Chomutov und Bykow dann auch schon vom ersten Davoser Spengler-Cup-Titel seit 1958. Erst recht, als der HCD – angeführt vom kongenialen Duo Bykow/Chomoutow – dank Siegen gegen Färjestad BK und das Team Canada souverän in den Final einzieht.

Dort treffen die Davoser erneut auf Färjestad, doch das Märchen nimmt leider kein Happy End. Die körperlich gezeichneten Bündner lassen im Final die Spritzigkeit vermissen, halten bis zehn Minuten vor Schluss aber dennoch gut mit. Dank zwei Toren von Chomutow steht es 3:3, dann legen die Schweden den entscheidenden Zacken zu und siegen schliesslich verdient mit 6:3.

Die Spieler von Faerjestad BK jubeln nach ihrem Turniersieg beim Spengler Cup, aufgenommen am 26. Dezember 2014 in Davos. (KEYSTONE/Str)

Färjestad feiert am Ende den Titel, nicht der HC Davos. Bild: KEYSTONE

Die Enttäuschung steht den Davosern ins Gesicht geschrieben, doch zugeben will das natürlich keiner. «Niemand hätte von uns den zweiten Platz erwartet», sagt HCD-Center Jacques Soguel. «Deshalb bin ich nicht enttäuscht.»

Einen kleinen Trost gibt es dann aber doch: Topskorer Chomutov und «Zar» Bykow werden ins All-Star-Team gewählt und die beiden versprechen, dass sie auch im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein werden. Die beiden Russen halten ihr Wort und führen Davos auch 1994 ins Endspiel. Dort kommt es zur Revanche gegen Färjestad. Doch wieder sind die Schweden zu stark. Sie gewinnen 3:0. Für Bykow/Chomutow ist es der letzte Auftritt im Landwassertal. Sie werden den Spengler Cup – wie auch den Schweizer Meistertitel – nie gewinnen.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Die Spengler-Cup-Sieger im neuen Jahrtausend

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Davos holt Nygren-Ersatz aus Finnland +++ Sprunger bis 2023 bei Gottéron

Die Klubs der National League komplettieren ihre Kader für die Saison 2019/20. Wer wechselt wohin? Die aktuellsten Transfers und eine Übersicht sämtlicher Teams.

Der HC Davos hat als Ersatz für den verletzten Magnus Nygren den finnischen Verteidiger Otso Rantakari verpflichtet. Der 25-Jährige stösst von Tappara Tampere mit einem Vertrag bis zum Ende des Spengler Cup 2019 zu den Bündnern. In seinen drei Saisons beim finnischen Erstligisten Tampere brachte es der Offensiv-Verteidiger Rantakari in 184 Meisterschaftsspielen auf 96 Skorerpunkte (27 Tore/69 Assists).

Nygren wird dem HC Davos noch mindestens bis November nicht zur Verfügung stehen. Der Schwede …

Artikel lesen
Link zum Artikel