Unvergessen
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Dimitri Sturdza, Trainer des Schweizer Davis-Cup-Teams, links, Spieler Marc Rosset, Mitte, und Mannschaftscaptain Jakob Hlasek, rechts, posieren im Dezember 1992, in Fort Worth, Texas, als Verlierer, aber dennoch als strahlende Zweite des Davis-Cup Finals zwischen der USA und der Schweiz mit dem Pokal. (KEYSTONE/Patrick Aviolat)

Am Ende muss sich die Schweiz mit dem zweiten Platz begnügen. Hier Trainer Dimitri Sturdza, Marc Rosset und Jakob Hlasek (v.l.). Bild: KEYSTONE

Favorit USA arg gefordert

Unvergessen

04.12.1992: Weil sich Jim Courier von Schweizer Kuhglocken irritieren lässt, bringt Rosset die Schweiz im Davis-Cup-Final zum Träumen

4. Dezember 1992: Die Schweiz bringt die USA, den grossen Titanen der Tenniswelt, zum Auftakt des Davis Cup-Finals ins Wanken. Aber Jakob Hlasek und Marc Rosset müssen sich mit dem Schnuppern am Wunder begnügen. 

Mannschaftsport ist im Jahre 1992 in der Schweiz populär wie vielleicht nie zuvor. Die Eishockey-Nationalmannschaft stürmt bei der WM 1992 in Prag bis ins Halbfinale und auf den 4. WM-Schlussrang. Die Fussballer starten mit einem 6:0 in Estland, einem 3:1 über Schottland, einem 2:2 auswärts gegen Weltmeister Italien und einem 3:0 gegen Malta im Herbst 1992 sensationell zur WM-Qualifikation

Dimitri Sturdza, der Trainer des Schweizer Davis-Cup-Teams, Mitte, gibt  dem Mannschaftscaptain Jakob Hlasek, links, und dem Spieler Marc Rosset waehrend dem Davis-Cup Final zwischen der USA und der Schweiz im Dezember 1992 in Fort Worth, Texas, taktische Anweisungen. (KEYSTONE/Patrick Aviolat)

Marc Rosset (l.) und Jakob Hlasek (r.) mit Trainer Dimitri Sturdza.  Bild: KEYSTONE

Sie werden sich schliesslich erstmals seit 1966 wieder für eine WM-Endrunde (1994 in den USA) qualifizieren. Und schliesslich erreicht die Schweiz den Davis-Cup-Final gegen die USA

Auf dem Weg ins Endspiel eliminieren die Schweizer nacheinander Holland (4:1), Frankreich (3:2) und im Halbfinale in einem wahren Volksfest in Genf Brasilien 5:0. 

Davis Cup 1992

Marc Rosset sorgt nach grossem Kampf gegen Jim Courier für den 1:1-Ausgleich. Bild:

Die Amerikaner sind im Finale in Fort Worth, Texas, haushohe Favoriten. Sie treten unter anderem mit der Weltnummer 1 Jim Courier und Wimbledon Sieger Andre Agassi an. Leitwolf der Schweizer ist Olympiasieger Marc Rosset, immerhin die Nummer 8 der Welt. 

Die arroganten Amerikaner unterschätzen die Schweizer. Jim Courier hatte angekündigt, man werde kein Spiel verlieren. Tatsächlich fegte Andre Agassi zum Auftakt Jakob Hlasek mit 6:1, 6:2 und 6:2 vom Platz.  

Courier ärgert sich über Kuhglocken Gebimmel

Aber dann besiegte Marc Rosset in einem grandiosen Kampf Jim Courier sensationell 6:3, 6:7, 3:6, 6:4 und 6:4 und gleicht zum 1:1 aus. Courier jammert bei der anschliessenden Pressekonferenz über den Lärm der Schweizer Schlachtenbummler, ganz speziell über das Gebimmel der Kuhglocken. Unter den 12'000 Zuschauern sind 1500 Schweizer Fans.

Davis Cup 1992

Die Halle in Texas, ein Hexenkessel – auch dank den Schweizer Fans. Bild: paul zimmer

Auf die Frage eines Schweizer Chronisten, ob bereits das Gebimmel von ein paar Kuhglocken genüge, um die Nummer 1 der Welt zu destabilisieren verlässt er wortlos die Medienkonferenz. 

Die Lokalpresse fordert in ihrer Ausgabe vom nächsten Tag bessere Unterstützung durch die Fans. Die sonst bei Tennis-Partien übliche vornehme Zurückhaltung sei abzulegen. Von einem Hersteller in Denver werden zusätzlich 2000 US-Wimpel eingeflogen und unter den Zuschauern verteilt. Der Titan wankt. Aber er fällt nicht. 

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Die entscheidenden  Video:  Youtube/John Mcenroe Channel

Schweizer vergeigen im Doppel 2:0-Satzführung

Die Entscheidung fällt am zweiten Tag im Doppel. Es ist zugleich der Höhepunkt dieses Finals. John McEnroe und Pete Sampras entscheiden dieses Drama knapp für sich (6:7, 6:7, 7;5, 6:1, 6:2). Nur wenig fehlte zur Sensation. Die Schweizer, mit Jakob Hlasek und Marc Rosset auch damals ein Zweimann-Team wie heute mit Roger Federer und Stan Wawrinka, führten 2:0 ehe die Kräfte schwinden.

Vor allem Marc Rosset ging die Puste aus und seine Hammer-Aufschläge verloren an Wirkung. Nach 4 Stunden und 17 Minuten sind die Schweizer besiegt. Die USA führen 2:1. Am dritten Tag entscheidet Jim Courier den Davis Cup gegen Jakob Hlasek (6:3, 6:7, 7:5, 6:1, 6:2). Die vierte Partie wird nicht mehr gespielt. 

Davis Cup 1992

Jim Courier holt den entscheidenden dritten Punkt. Und nein, ganz rechts hat sich keine Dame ins US-Team geschlichen ... Bild: Paul Zimmer

Davis Cup 1992

... es ist der junge Andre Agassi (2.v.l.). Bild: paul Zimmer

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote - alles ist dabei.



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