Unvergessen
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epa01747515 Rafael Nadal of Spain acknowledges the crowd after crashing out to Robin Soderling of Sweden in their fourth round match for the French Open tennis tournament at Roland Garros in Paris, France, 31 May 2009.  EPA/CHRISTOPHE KARABA

Rafael Nadal muss 2009 nach 31 Siegen seine erste Niederlage an den French Open hinnehmen. Bild: EPA

Unvergessen

Söderling haut Nadal raus und ebnet Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

31. Mai 2009: Im Achtelfinal der French Open geschieht Historisches. Robin Söderling, die Weltnummer 25, schlägt den vierfachen Titelträger Rafael Nadal, der bis dahin in 31 Spielen bei den French Open unbesiegt blieb.

Deutlicher könnte die Ausgangslage kaum sein: Der topgesetzte Rafael Nadal trifft im Achtelfinal der French Open auf die Weltnummer 25, Robin Söderling aus Schweden. Seit seinem Paris-Debüt 2005 hat der Spanier insgesamt 31 Matches und vier Titel gewonnen. Seit Roger Federer im Final 2007 war es keinem Spieler in Paris mehr gelungen, Nadal auch nur einen Satz abzunehmen.

Spain's Rafael Nadal bites his cup after defeating Switzerland's Roger Federer in their men's final match of the French Open tennis tournament, Sunday, June 8, 2008 at the Roland Garros stadium in Paris. (AP Photo/Christophe Ena)

2008 holte Nadal seinen vierten French-Open-Sieg in Serie. Bild: AP

Und da steht er nun, dieser Robin Söderling. Vor einem Monat hatte Nadal den Schweden in Rom noch mit 6:1 und 6:0 gedemütigt. 



Söderling gewinnt trotz 59 unerzwungenen Fehlern

Doch an diesem Pfingstsonntag, drei Tage vor Nadals 23. Geburtstag, läuft alles anders. Das Spiel ist über weite Strecken ausgeglichen, in vier Sätzen gibt es total nur zehn Breakchancen. Überraschenderweise bleibt Söderling in den entscheidenden Phasen gelassener und macht die wichtigen Punkte.

Sweden's Robin Soderling gestures as he plays defending champion Spain's Rafael Nadal during their fourth round match of the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium in Paris, Sunday May 31, 2009. (AP Photo/Bernat Armangue)

Robin Söderling überraschte Rafael Nadal. Bild: AP

Nadal bekommt nie die Kontrolle über das Spiel, was hauptsächlich an der aggressiven Spielweise seines Gegner liegt. Zum Schluss stehen bei Söderling zwar 59 unerzwungene Fehler, aber auch 73 Winner. Nadal hingegen hat Mühe mit dem Power-Tennis seines Gegners, seine Schläge geraten zu kurz. Ungewohnte, leichte Fehler schleichen sich ein.

Stellvertretend für das Spiel ist ein Vorhand-Volley des Spaniers nach dreieinhalb Stunden. Der Ball landet im Aus, das Spiel ist entschieden. Nadal unterliegt dem krassen Aussenseiter Söderling in vier Sätzen 2:6, 7:6, 4:6, 6:7.

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Die Highlights der Partie. Video: YouTube/MrSportsReporter

Söderling mit dem grössten Sieg seiner Karriere

Nach der Partie zeigt sich Nadal an der Pressekonferenz ziemlich gelassen:

«Wenn ein Spieler schlecht spielt, soll er ausscheiden, das ist heute passiert.»

Rafael Nadal

«Ich habe heute sicher nicht mein bestes Tennis gezeigt, viel zu kurz gespielt und es ihm einfach gemacht, zu gewinnen», so Nadal. «Aber die Saison geht weiter. Ich muss diese Niederlage akzeptieren.»

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Nadal an der Pressekonferenz nach der Partie. Video: YouTube/joy6654

Freude herrscht dafür bei Söderling. «Das ist der grösste Sieg meiner Karriere», sagt der Schwede, der im Studio des französischen Fernsehens mit den Tränen kämpft.

Söderling kann den Schwung vom Triumph über den scheinbar unbesiegbaren Nadal mitnehmen, schmeisst im Viertelfinal Nikolai Dawydenko raus und setzt sich auch gegen Fernando Gonzalez durch. Nun wartet Roger Federer, welcher in seinem Halbfinal einen 1:2-Satzrückstand gegen Juan Martin del Potro gedreht hatte.

Im Final endet Söderlings Märchen. Federer spielt den Schweden an die Wand, holt sich den Sieg in drei Sätzen und gewinnt, endlich, zum ersten Mal in Roland Garros. Der Karriere-Grand-Slam des Schweizers ist perfekt, die Emotionen grenzenlos.

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Federers Weg zum Gewinn der Coupe des Mousquetaires. Video: YouTube/kisaragi1692

Nadal weinte bei Rogers French-Open-Sieg

Nadal hat auch Jahre später noch schlechte Erinnerungen an jenen Tag im Mai 2009. Der französischen Sportzeitung «L'Equipe» gesteht er: «Die Leute wollten mich an einem Ort verlieren sehen, an dem ich lieber spiele als überall sonst. Die Leute waren nicht unbedingt auf der Seite meines Gegners, sie haben ihn nicht angetrieben. Es ging darum, dass ich verlieren sollte. Ob ich verstehe, weshalb dies passierte? Das ist Teil des Sports. Die Leute haben vielleicht manchmal genug davon, mich siegen zu sehen.»

Im Final hat Nadal dann Roger Federer die Daumen gedrückt und konnte seine Emotionen nicht mehr kontrollieren: «Ich habe geweint, als Federer 2009 in Roland Garros gewonnen hat. Ich war so gerührt, weil er es wirklich verdient hatte, dieses Turnier nach so vielen Halbfinals und Finals endlich zu gewinnen und damit die vier Grand-Slam-Turniere zu vervollständigen.»

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende sportliche Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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