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Drei Generationen Wintersport: Grossvater Jack (Olympiasieger 1932), Jimmy (Olympiasieger 2002) und Vater Jim Shea (Olympiateilnehmer 1964). Quelle: AP

Unvergessen

Eisschnellläufer Jack Shea wird Olympiasieger und ahnt nicht, was er damit auslöst

4. Februar 1932: Als die Welt noch schwarz-weiss ist, sprintet Eisschnellläufer Jack Shea zur olympischen Goldmedaille. Er setzt den ersten Glanzpunkt einer einzigartigen Familiengeschichte. Dessen Höhepunkt verpasst er wegen eines tragischen Unglücks.



Der Zürcher Gregor Stähli gewinnt 2002 die Bronze-Medaille im Skeleton-Wettbewerb. Neben ihm auf dem Podest strahlt als Olympiasieger: Jimmy Shea. Bereits die Teilnahme des Amerikaners an den Spielen war ein historisches Ereignis: Erstmals in der Geschichte trat die dritte Generation einer Familie an Winterspielen an und das erst noch in drei unterschiedlichen Sportarten.

1932, Lake Placid: Jack Shea

Der 21-jährige Eisschnellläufer triumphiert über 500 Meter und doppelt tags darauf über 1500 nach.

Jack Shea 1932

Ein Bild aus den Zeiten Jack Sheas als Aktivsportler. Bild: Archiv

1964, Innsbruck: Jim Shea

32 Jahre später tritt sein Sohn in Österreich im Langlauf und in der Nordischen Kombination an. Eine Medaille kann er nicht gewinnen.

2002, Salt Lake City: Jimmy Shea

70 Jahre nach Grossvater Jack wird auch Enkel Jimmy Olympiasieger. Seine Unterlage ist ebenfalls Eis, er siegt im Skeleton.

Ein Sieg auch für den Grossvater. Quelle: AP

Diesen grossen Tag in der Familiengeschichte kann Jack Shea nicht mehr miterleben. «Dabei hat er sich so darauf gefreut, mich zu unterstützen», erzählt sein gerührter Enkel nach der Fahrt zur Goldmedaille. Weniger als einen Monat vor dem Wettkampf kam der 91-Jährige bei einem Autounfall, den ein Betrunkener verursachte, ums Leben.

Im Ziel streckt Jimmy kurz nach der Durchfahrt ein Foto seines Idols in die Höhe. Er hat es während der Fahrt als Talisman bei sich.

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Der Run zum Erfolg: Jimmy Shea wird 70 Jahre nach seinem Grossvater ebenfalls Olympiasieger. Video: YouTube/Olympic

Ein Leben für den Sport

Jack Shea, Begründer der Dynastie, blieb immer mit dem Sport verbunden. Jedoch verzichtete er auf die Spiele 1936 in Hitler-Deutschland, nachdem ihn ein Rabbi darum gebeten hatte.

Bei den Spielen von 1980, die wiederum in Lake Placid stattfanden, war er Mitglied des Organisationskomitees. Und vor den Spielen von Salt Lake City durfte Jack Shea als Fackelläufer das olympische Feuer auf dem Weg nach Salt Lake City tragen.

Der Schweizer Skeletonfahrer Gregor Staehli, rechts, und der US-Amerikaner Jim Shea zeigen sich am Mittwoch, 20. Februar 2002 in Salt Lake City an den Olympischen Winterspielen 2002 an der Medaillenzeremonie ihre Medaillen. Shea gewann Gold, Staehli die Bronzemedaille in der ersten olympischen Skeletonkonkurrenz. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Olympiasieger Jimmy Shea und der Schweizer Gregor Stähli zeigen sich ihre Medaillen. Bild: KEYSTONE

Schlittschuhe zurück in der Heimat

Die Schlittschuhe seines Triumphs befinden sich nach Jahrzehnten in Japan mittlerweile in den USA. Jack Shea hatte sie nach seinen Goldmedaillen 1932 dem japanischen Olympioniken Yamada Katsumi überlassen, im Tausch für dessen Langlaufski. Katsumi schenkte die Schuhe nach einigen Jahren dem aufstrebenden Eisschnellläufer Kozo Yoshida, der sie anschliessend über all die Jahre besass, benutzte und pflegte.

Als Yoshida vom Tode Sheas erfuhr, erinnerte er sich, dass er dessen Namen stets auf seinen Schlittschuhen gelesen hatte. Also machte er sich daran, sie zurück über den Pazifik zu bringen. Nach Jahrzehnten fernab der Heimat sind die Schuhe seither im Lake Placid Olympic Museum ausgestellt.

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Die kuriosesten Geschichten aus 120 Jahren Olympia

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quelle: ap / lionel cironneau
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