USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A Palestinian firefighter participates in efforts to put out a fire from the wreckage of a house, which witnesses said was destroyed in an Israeli air strike, in Gaza City July 31, 2014. Israel pressed ahead with its Gaza offensive saying it was days from achieving its core goal of destroying all Islamist guerrilla cross-border attack tunnels, but a soaring Palestinian civilian toll has triggered international alarm. Gaza officials say at least 1,361 Palestinians, most of them civilians, have now been killed in the battered enclave. Israel has lost 56 soldiers to Gaza clashes and three civilians to Palestinian shelling. REUTERS/Mohammed Salem (GAZA - Tags: CIVIL UNREST MILITARY POLITICS CONFLICT)

Am Donnerstag im Gazastreifen: Zerstörung, Verwüstung, Tod. Ab heute Freitag sollen die Waffen schweigen. Bild: MOHAMMED SALEM/REUTERS

Dreitägige Feuerpause

Ab sofort sollten im Gazastreifen die Waffen schweigen



Israel und die radikalislamische Hamas wollen nach eigenen Angaben eine dreitägige Feuerpause im Gazastreifen einhalten und Gespräche über eine dauerhafte Waffenruhe beginnen. Die Feuerpause soll am Freitagmorgen um 7 Uhr Mitteleuropäische Zeit in Kraft treten.

«Israel akzeptiert den von den USA und der UNO unterbreiteten Vorschlag einer 72-stündigen humanitären Waffenruhe ab Freitag 08.00 Uhr», sagte ein Mitarbeiter des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, der nicht namentlich genannt werden wollte, in der Nacht auf Freitag. Die Entscheidung hätten das Sicherheitskabinett und das Verteidigungsministerium getroffen.

«Hamas und alle Gruppen des Widerstands»

In Gaza erklärte Hamas-Sprecher Fausi Barhum, dass «die Hamas und alle Gruppen des Widerstands» die humanitäre Feuerpause respektieren würden, «wenn die andere Seite die Waffenruhe ebenfalls einhält».

Neue Opferzahlen

Kurz vor dem geplanten Beginn einer 72-stündigen Waffenruhe haben Israelis und Palästinenser neue Opferzahlen veröffentlicht. Fünf israelische Soldaten wurden am Donnerstagabend von einer Granate an der Grenze zum Gazastreifen getötet. Seit Beginn der Offensive vor mehr als drei Wochen kamen demnach 61 israelische Soldaten ums Leben. Nahezu zeitgleich teilte der Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums, Aschraf al-Kidra, mit, 14 weitere Palästinenser seien bei israelischen Angriffen getötet worden. Unter ihnen waren auch drei Kinder. Seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli seien damit 1'458 Palästinenser gestorben. (sda/dpa/afp) 

US-Aussenminister John Kerry hatte die Waffenruhe während eines Besuchs in Neu Delhi angekündigt. Einer gemeinsamen Erklärung Kerrys und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moons zufolge erhielt der UNO-Vertreter in Jerusalem, Robert Serry, die «Zusicherungen aller Parteien» für eine «bedingungslose humanitäre Waffenruhe in Gaza».

U.S. Secretary of State John Kerry announces a 72-hour humanitarian ceasefire between Israel and Hamas, while in New Delhi August 1, 2014. Kerry on Friday called the 72-hour ceasefire agreed to by Israel and Hamas in their conflict in the Gaza Strip a

US-Aussenminister John Kerry. Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Verhandlungen in Kairo

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo sollen ausserdem sofort Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe beginnen. Ägypten lud die Konfliktparteien offiziell zu Gesprächen ein. «Beide Seiten werden alle Fragen auf den Tisch bringen können», heisst es dazu von der UNO.

Nach Angaben eines Vertreters aus Kerrys Delegation sollen die Gespräche bereits am Freitag starten. Dazu werde der US-Nahostgesandte Frank Lowenstein in die ägyptische Hauptstadt reisen. Der palästinensischen Delegation werden laut Hamas auch Hamas-Mitglieder angehören.

Für die Zivilbevölkerung

UNO und USA dankten «allen regionalen Gruppen mit Einfluss» für ihre Unterstützung. «Wir rechnen mit weiterer Hilfe bei den internationalen Bemühungen, um so schnell wie möglich eine dauerhafte Waffenruhe zu erreichen.»

Die Feuerpause solle vor allem der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zugute kommen, sagte Kerry weiter. Sie eröffne die Möglichkeit für «dringend benötigte humanitäre Hilfe» und gebe die «Gelegenheit, lebenswichtige Arbeiten auszuführen», etwa Reparaturarbeiten an der Energie- und Wasserversorgung und die Aufstockung von Lebensmittelvorräten.

Israel setzt Tunnelzerstörungen fort

Er rief zu engagierten Verhandlungen zur Beendigung der Krise auf. «Dies ist nicht die Zeit zum Gratulieren», sagte er. «Dies ist ein Atemholen, der Augenblick zu einer Chance, es bedeutet nicht das Ende der Konfrontation».

epa04336714 A Palestinian boy inspects a destroyed bus after Israeli airstrikes in the central Gaza City, 31 July 2014. Two weeks after starting its ground offensive in the Gaza Strip, Israel has mobilized 16,000 more reserve troops. The number of Palestinians killed has climbed to 119 as the toll from attacks on a UN school and a market rose, said Gaza Health Ministry spokesman Ashraf al-Qedra.  EPA/MOHAMMED SABER

Ein palästinensischer Junge bei einem Buswrack in Gaza City. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Israel wird nach den Worten Kerrys auch während der Feuerpause «defensive» Operationen gegen Hamas-Tunnel aus dem Gazastreifen fortsetzen. Diese Einsätze fänden «hinter» den israelischen «Linien» statt.

Ungewöhnlich scharfe Kritik der USA

Die USA hatten kurz vor Bekanntwerden der Feuerpause Israel in aussergewöhnlich scharfer Form ein rücksichtsloses militärisches Vorgehen im Gazastreifen vorgeworfen. Bei einem Beschuss einer UNO-geführten Schule durch israelische Streitkräfte waren am Donnerstag nach palästinensischen Angaben 15 Menschen getötet worden. Die USA sind der wichtigste Verbündete Israels.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag erneut eine «sofortige und bedingungslose humanitäre Waffenruhe» gefordert. Der Leiter des UNO-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Pierre Krähenbühl, schilderte dem Rat die dramatische Lage der Zivilisten im Gazastreifen. «Ich glaube, die Bevölkerung steht am Abgrund», berichtete er per Videoschaltung nach New York. (egg/sda/reu/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 01.08.2014 17:56
    Highlight Highlight Noch etwas!
    Zur gleichen Zeit könnten die Isrealis auch beginnen auf den annektierten Palästinensischen Gebieten ihre Kibbuzim und Siedlungen zurückzubauen und das Land den Palästinensern zurückzugeben, dass diese wieder etwas mehr Luft zum atmen haben.
    Das wäre nun wirklich friedensfördernd!

Operation «Tigerpranke»: Erdogan bombardiert Nordirak – 4 Dinge, die du dazu wissen musst

2014 ermordete die Terrormiliz «Islamischer Staat» tausende Jesidinnen und Jesiden. Die Bilder des Völkermords an der religiösen Minderheit gingen um die Welt. Sechs Jahre später wirft die Türkei über dem Jesiden-Gebiet Bomben ab.

Das türkische Militär wirft wieder Bomben auf fremdes Staatsgebiet ab. Seit Wochen führt Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut einen aggressiven Kurs gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK. Seit einer Woche wird mit der Offensive «Adlerkralle» und «Tigerpranke» das Kandil- und Sinjar-Gebirge im Nordirak schwer unter Beschuss genommen. Auf dem Gebiet leben auch tausende Jesiden, die 2014 vor der Terrormiliz Islamischer Staat geflohen waren. Ein Überblick in vier Punkten.

Am Montag, 15. Juni …

Artikel lesen
Link zum Artikel