USA
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NEW YORK, NY - SEPTEMBER 05: Emma Sulkowicz, a senior visual arts student at Columbia University, carries a mattress, with the help of three strangers who met her moments before, in protest of the university's lack of action after she reported being raped during her sophomore year on September 5, 2014 in New York City. Sulkowicz has said she is committed to carrying the mattress everywhere she goes until the university expels the rapist or he leaves. The protest is also doubling as her senior thesis project.   Andrew Burton/Getty Images/AFP
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Die Kunststudentin Emma Sulkowicz mit drei Helfern auf dem Campus der Columbia University. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Sexuelle Gewalt auf dem Campus

Matratzenprotest zieht weite Kreise

Die US-Studentin Emma Sulkowicz prangert sexuelle Gewalt an Hochschulen auf ungewöhnliche Weise an: Sie trägt eine Matratze mit sich herum. Jetzt erhält sie Unterstützung auf dem Campus. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Kunststudentin Emma Sulkowicz hat ein sehr persönliches Projekt umgesetzt: Um auf sexuelle Gewalt aufmerksam zu machen, trägt sie seit mehr als einer Woche jeden Tag eine blaue Matratze über den Campus der New Yorker Columbia-Universität. Ein Kommilitone soll sie auf ihrem College-Bett vergewaltigt haben – doch Sulkowicz erhielt laut eigener Aussage keine Unterstützung durch die Elite-Uni. 

Solange ihr mutmasslicher Peiniger auf dem Campus herumläuft, will sie nun ihre Matratze mit sich herumtragen. Ihren Protest nennt die Kunststudentin «Carry that Weight» – über die Aktion will sie auch ihre Abschlussarbeit schreiben. 

Emma Sulkowicz auf dem Weg zu einer Vorlesung. Bild: Getty Images North America

Solidaritätsaktionen auf dem Campus

Mittlerweile solidarisieren sich zahlreiche Unterstützer mit dem Projekt. So halfen am Mittwoch mehrere Studenten Sulkowicz dabei, die dunkelblaue, extralange Matratze über den Columbia-Campus zu tragen. Die Unterstützergruppe organisiert sich über die neu gegründete Webseite «Carrying The Weight Together». Man wolle Solidarität mit Emma und anderen Vergewaltigungsopfern bekunden und die falsche Reaktion der Uni nicht länger hinnehmen, heisst es dort. 

«Ich finde es wirklich toll, wie offen Emma mit all dem umgeht. Oft verheimlichen es die Menschen ja, wenn sie etwas Traumatisches erlebt haben.»

Protestveranstalterin

«Als ich von Emmas Master-Projekt gehört habe, hat mich das wirklich berührt und ich wollte meine Solidarität mit den Überlebenden ausdrücken», sagte Allie Rickard, eine der Organisatorinnen der Universitätszeitung Columbia Spectator. Der Begriff «Survivors», also Überlebende, hat sich in den USA für Menschen durchgesetzt, die eine Vergewaltigung durchlitten haben. 

Eine weitere Helferin sagte gegenüber der Uni-Zeitung: «Ich finde es wirklich toll, wie offen Emma mit all dem umgeht. Oft verheimlichen es die Menschen ja, wenn sie etwas Traumatisches erlebt haben.»

Auch bei Twitter erhält Emma Sulkowicz unter dem Hashtag #carrythatweight Unterstützung. In New York soll an diesem Freitagnachmittag zudem eine besondere Protestaktion stattfinden: Studenten wollen mit Sulkowicz eine Kundgebung veranstalten, bei der auch andere Vergewaltigungsopfer über ihre Erfahrungen sprechen. Einige wollen offenbar auch ihre eigenen Matratzen dorthin mitbringen. (clm)



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    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 13.09.2014 12:33
    Highlight Highlight Eine intelligente und gute Idee! Kompliment:-) Warten wirs ab, vielleicht trägt der Täter irgendwann als Bekenntnis das Kopfkissen immer mit sich herum, damit er sich schämen kann? So oder so ist es aber geschickt, dies gleich für die Abschlussarbeit zu nutzen:-) ut (dp)
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