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Republikanische Präsidentschaftsbewerber

Zehn gegen Hillary

Hillary Clinton scheint als demokratische Kandidatin für das Weisse Haus gesetzt. Wer aber hat bei den Republikanern jenseits von Jeb Bush Chancen auf 2016? Hier das Ranking.

Sebastian Fischer, Washington / Spiegel Online

Ein Artikel von

Spiegel Online
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Amerika ist gespalten. Die Demokraten warten nur darauf, dass Hillary Clinton irgendwann ihre mehr oder weniger feststehende Bewerbung für die Präsidentschaftskandidatur erklärt – im März? April? Oder Mai? Bei den Republikanern läuft dagegen der interne Wahlkampf.

Klar, auch dort hat noch niemand hochoffiziell seine Bewerbung verkündet, doch loten potenzielle Kandidaten längst ihre Chancen aus. Allen voran Jeb Bush. In den nächsten Tagen sehen sich alle massgeblichen Republikaner beim konservativen Stammestreffen CPAC (Conservative Political Action Conference) vor den Toren der US-Hauptstadt.

Darunter sind diese zehn derzeit aussichtsreichsten Kandidaten, mit denen es Hillary Clinton im nächsten Jahr zu tun bekommen könnte. Natürlich ist das Spiegel-Online-Ranking rein subjektiv, die Umfragezahlen beruhen auf den Durchschnittswerten des US-Portals RealClearPolitics.

10. Platz — Bobby Jindal

FILE - In this Aug. 9, 2014 file photo, Louisiana Gov. Bobby Jindal pauses while speaking in Ames, Iowa. As they begin to shape their prospective bids for president, a group of ambitious Republican governors are eager to seize on voters’ contempt for that most dirty of political words: “Washington.”  (AP Photo/Charlie Neibergall, File)

Bild: Charlie Neibergall/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: Gouverneur von Louisiana (seit 2008), Kongressabgeordneter

Politische Verortung: marktliberal, Tea Party

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 50 Prozent

Umfragewert: 2,3 Prozent

Twitter (@BobbyJindal): ca. 175'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «Leadership and Crisis» (2010)

Der 43-jährige Sohn indischer Einwanderer wirkt dem Bild der Republikaner als Partei der alten, weissen Männer entgegen. Nach dem vergangenen Präsidentschaftswahlkampf kritisierte er die Parteifreunde: «Wir müssen damit aufhören, die dumme Partei zu sein.» Doch auch Jindal kommt nicht ganz ohne Skurrilitäten aus, während seiner College-Zeit nahm er an einer Teufelsaustreibung teil. Kein Witz.

9. Platz – Rick Santorum

CHARLESTON, SC - FEBRUARY 22: Former U.S. senator and presidential candidate Rick Santorum speaks during the Republican Society Patriot Dinner at the Citadel Military College on February 22, 2015 in Charleston, South Carolina. Santorum said the nation is in a war against Islam during his speech at the event.   Richard Ellis/Getty Images/AFP
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Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Bisherige Tätigkeit: Filmproduzent, Präsidentschaftsbewerber 2012, US-Senator 1995 bis 2007, Kongressabgeordneter

Politische Verortung: erzkonservativ, Jesus-Kandidat

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 80 Prozent

Umfragewert: 2,3 Prozent

Twitter (@RickSantorum): ca. 227'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «Blue Collar Conservatives: Recommitting to an America That Works» (2014)

Eigentlich wäre der 56-Jährige diesmal dran, denn traditionell nominieren die Republikaner jeweils den in den vorangegangenen Vorwahlen Zweitplatzierten: So war es sowohl bei John McCain 2008 als auch bei Mitt Romney 2012. Aber Santorum ist ein Aussenseiter im republikanischen Feld, hat nicht genug zahlungskräftige Spender, setzt stattdessen auf die konservative Graswurzelbewegung. Deren grosse Mehrheit ist allerdings protestantisch, Santorum dagegen katholisch. Gegenwärtig müht sich der Ex-Senator deshalb um ein wirtschaftspolitisches Profil, um insbesondere bei Arbeitern zu punkten.

8. Platz – Ben Carson

Ben Carson speaks at the Conservative Political Action Conference (CPAC) at National Harbor in Maryland February 26, 2015.  REUTERS/Kevin Lamarque  (UNITED STATES - Tags: POLITICS)

Bild: KEVIN LAMARQUE/REUTERS

Bisherige Tätigkeit: Neurochirurg

Politische Verortung: Tea Party

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 40 Prozent

Umfragewert: 11,3 Prozent

Twitter (@RealBenCarson): ca. 293'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «One Nation: What We Can All Do to Save America's Future» (2014)

Der Mann ist eine amerikanische Erfolgsstory: Carson hat es von unten nach oben geschafft, aus ärmlichen Verhältnissen in Detroit zu einem der führenden US-Neurochirurgen. Das schwarze Amerika bewundert ihn dafür, er ist Rollenvorbild, sein Leben ist verfilmt worden. Seit seiner Grundsatzkritik an Obamas Gesundheitsreform («Das Schlimmste, was dieser Nation seit der Sklaverei passiert ist») ist der gottesfürchtige 63-Jährige zum Superstar der Tea Party aufgestiegen.



7. Platz – Mike Huckabee

FILE - In this Aug. 9, 2014 file photo, former Arkansas Gov. Mike Huckabee speaks in Ames, Iowa. Huckabee is criticizing President Barack Obama and Michelle Obama for parenting by what he sees as a double-standard, saying they shelter their daughters from some things but let them listen to Beyoncé. (AP Photo/Charlie Neibergall, File)

Bild: Charlie Neibergall/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: Fox-News-Moderator, Präsidentschaftsbewerber 2008, Gouverneur von Arkansas (1996-2007), Baptistenprediger

Politische Verortung: evangelikal, sozialkonservativ

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 70 Prozent

Umfragewert: 11,8 Prozent

Twitter (@GovMikeHuckabee): ca. 353'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «God, Guns, Grits, and Gravy» (2015)

Keiner in diesem Rennen kennt die religiösen Rechte und ihre Bedürfnisse so gut wie der Ex-Prediger Mike Huckabee. Und er weiss das zu nutzen, Abtreibung bezeichnete er einmal als «Holocaust». Im Jahr 2008 gewann der 59-Jährige in den Vorwahlen überraschend den wichtigen Iowa-Caucus. Huckabee dürfte insbesondere seinem innerparteilichen Rivalen Santorum die Jesus-Wähler streitig machen.

6. Platz – Ted Cruz

Senate subcommittee on Science, Space, and Competitiveness Chairman Sen. Ted Cruz, R-Texas, speaks on Capitol Hill in Washington, Tuesday, Feb. 24, 2015, during the subcommittee's hearing on human exploration goals and commercial space competitiveness. (AP Photo/Susan Walsh)

Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: US-Senator für Texas (seit 2013)

Politische Verortung: Tea Party pur

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 80 Prozent

Umfragewert: 5,0 Prozent

Twitter (@SenTedCruz): ca. 406'000 Follower

Politbuch: kommt bald

Ted Cruz ist erst seit gut zwei Jahren im Senat, doch der 44-Jährige hat die Zeit genutzt. Von seinen Fans wird er verehrt, von Gegnern mitunter gehasst. Der begnadete Rhetoriker Cruz, Sohn eines Exilkubaners, betreibt Fundamentalopposition und war der Stratege hinterm jüngsten Government Shutdown. Cruz kämpft gegen Obamacare, für Waffen, gegen die Einwanderungsreform, für weniger Staat – und verkörpert damit Tea-Party-Programmatik pur. Sollten sich die Mitte-Rechts-Kandidaten gegenseitig neutralisieren, könnte wie aus dem Nichts Cruz der Durchbruch bei den Republikanern gelingen wie einst Obama bei den Demokraten.

5. Platz – Chris Christie

New Jersey Gov. Chris Christie delivers his budget address, Tuesday, Feb. 24, 2015, in Trenton, N.J. Christie, who is considering a run for president in 2016, announced that the New Jersey Education Association — the state's largest teachers union and long one of his main political foils — has signed onto a

Bild: Mel Evans/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: Gouverneur von New Jersey (seit 2010)

Politische Verortung: Mitte-Rechts, wirtschaftsliberal

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 70 Prozent

Umfragewert: 6,3 Prozent

Twitter (@GovChristie): ca. 507'000 Follower

Politbuch: --

Ach, der streitbare Chris Christie. Als der 52-Jährige vor eineinhalb Jahren die Gouverneurswahlenmit mehr als 20 Prozentpunkten Vorsprung auf seine demokratische Herausforderin im strukturell demokratischen New Jersey gewann, da galt er schon als nächster Präsidentschaftskandidat. Dann jedoch ereilte ihn der Skandal um eine aus politischer Rache gesperrten Brücke inklusive Mega-Stau. Seitdem läuft es nicht so gut für den «Boss» («Time»-Magazin), Rivale Jeb Bush macht ihm die Grossspender streitig.

4. Platz – Marco Rubio

Possible 2016 Republican presidential hopeful, U.S. Sen. Marco Rubio of Florida listens to questions as he speaks to area residents, Monday, Feb. 23, 2015, in Hollis, N.H. (AP Photo/Jim Cole)

Bild: Jim Cole/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: US-Senator für Florida (seit 2011)

Politische Verortung: konservativ, aussenpolitischer Falke

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 50 Prozent

Umfragewert: 5,3 Prozent

Twitter (@marcorubio): ca. 683'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «American Dreams: Restoring Economic Opportunity for Everyone» (2015)

Das Problem von Marco Rubio ist sein alter Förderer Jeb Bush. Als Gouverneur schob der in Florida die Karriere des jungen Rubio an. Wird nun Rubio, Kind kubanischer Einwanderer, gegen seinen einstigen Mentor in die Vorwahlen ziehen? Klar ist: Ohne Bush im Rennen hätte Rubio gute Chancen. Der 43-Jährige hat sich in Washington einen Namen als rationaler Republikaner gemacht, war Mitglied einer überparteilichen Gruppe, die eine Einwanderungsreform vorlegte.

3. Platz – Rand Paul

FILE - In this Jan. 13, 2015, file photo, Sen. Rand Paul, R-Ky., speaks at the Heritage Foundation’s Conservative Policy Summit in Washington. Let’s say that America has given you the job of picking the perfect candidate for president. There are all sorts of things to start the list: leadership, vision, charisma, communication skills and foreign policy cred. And more: fundraising prowess, authenticity, empathy, a keen understanding of the presidency and maybe a little familiarity with running for the office. Paul has a reputation for candor that endears him to many but sometimes gets him into trouble.  (AP Photo/Manuel Balce Ceneta, File)

Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: US-Senator für Kentucky (seit 2011), Augenarzt

Politische Verortung: radikalliberal, isolationistisch

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 90 Prozent

Umfragewert: 9,5 Prozent

Twitter (@SenRandPaul): ca. 544'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «Government Bullies: How Everyday Americans Are Being Harassed, Abused, and Imprisoned» (2012)

Wie der Vater so der Sohn? Nicht ganz. Zwar wird sich nun wohl auch Rand Paul um die Präsidentschaftskandidatur bewerben, nachdem sein Vater Ron Paul dreimal angetreten war. Doch politisch gibt sich der Sohn trotz isolationistischer Tendenzen stromlinienförmiger, huldigt der Marktwirtschaft und fordert mehr Bürgerrechte ein (NSA-Kritik). Für den Sieg in den Vorwahlen mag das letztlich nicht reichen, aber der 52-Jährige hat weit mehr Einfluss auf die künftige Ausrichtung der Partei als sein Vater jemals zuvor.

2. Platz – Scott Walker

Wisconsin Gov. Scott Walker talks at his table before President Barack Obama arrived to speaks to members of the National Governors Association, Monday, Feb. 23, 2015, in the State Dining Room of White House in Washington. President Barack Obama warned the nation's governors Monday that a looming shutdown of the Department of Homeland Security would have a direct impact on their states' economies, as well as on security throughout the U.S.   (AP Photo/Carolyn Kaster)

Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: Gouverneur von Wisconsin (seit 2011)

Politische Verortung: Mitte-rechts, marktliberal

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 80 Prozent

Umfragewert: 13,0 Prozent

Twitter (@ScottWalker): ca. 100'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «Unintimidated: A Governor's Story and a Nation's Challenge» (2014)

Der 47-Jährige ist in Republikaner-Kreisen eine grosse Nummer, seitdem er im Sommer 2012 ein Abwahlverfahren («recall election») in Wisconsin überstanden hat: Mehr als eine Million Bürger hatten seine Ablösung gefordert, nachdem er dem Staat einen strikten Sparkurs verordnet und die Rechte der Gewerkschaften beschnitten hatte. Der bieder wirkende Walker hat sich in den vergangenen Wochen in den Umfragen überraschend weit nach vorn geschoben.

1. Platz – Jeb Bush

FILE - In this Feb. 18, 2015, file photo, former Florida Gov. Jeb. Bush speaks to the Chicago Council on Global Affairs in Chicago. Let’s say that America has given you the job of picking the perfect candidate for president. There are all sorts of things to start the list: leadership, vision, charisma, communication skills and foreign policy cred. And more: fundraising prowess, authenticity, empathy, a keen understanding of the presidency and maybe a little familiarity with running for the office. Most voters don’t really care about campaign finance, but raking in cash is an essential skill for any successful candidate., and Bush is in a position to do just that. (AP Photo/M. Spencer Green, File)

Bild: M. Spencer Green/AP/KEYSTONE

Bisherige Tätigkeit: Gouverneur von Florida, Bruder von Präsident Nr. 43, Sohn von Präsident Nr. 41

Politische Verortung: Mitte-Rechts

Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung: 95 Prozent

Umfragewert: 14,5 Prozent

Twitter (@JebBush): ca. 163'000 Follower

Jüngstes Politbuch: «Immigration Wars: Forging an American Solution» (2014)

Bush gegen Clinton? Wird es dieses Präsidentschaftsrennen ein zweites Mal geben? Halten die gegenwärtigen Trends an, ist das durchaus möglich. Jeb Bush jedenfalls dominiert bisher das republikanische Feld und verfügt wohl über die grössten finanziellen Ressourcen. Entscheidend wird sein, ob der 62-Jährige dem wachsenden Druck der eigenen Rechtsaussenfraktion gewachsen ist. Bewerber wie Huckabee, Santorum oder Cruz mögen keine Mehrheit in der Gesamtpartei haben, an der Basis sind sie aber stark.

P.S.: Sie haben Sarah Palin vermisst? Dann lesen Sie hier, warum sie fehlt.

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«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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