DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zwei Bewacher führen einen Gefangenen im Camp Delta 4.
Zwei Bewacher führen einen Gefangenen im Camp Delta 4.Bild: ap/AP
Opfer «einer grausamen Entführung»

Uruguay nimmt sechs Guantánamo-Häftlinge auf

Sechs Häftlinge aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantánamo sind nach Uruguay überstellt worden. Dort sollen sie wie normale Bürger behandelt werden.
07.12.2014, 13:57

Vier Syrer, ein Palästinenser und ein Tunesier seien freigelassen und mit einem US-Militärflugzeug in das südamerikanische Land geflogen worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Sonntag mit.

Uruguays scheidender Präsident José Mujica hatte am Freitag in einem offenen Brief an US-Präsident Barack Obama angekündigt, dass sein Land als humanitäre Geste sechs Häftlinge aufnehmen werde.

Der linke Staatschef übte zugleich heftige Kritik an dem US-Gefangenenlager auf Kuba. Die Aufnahme der Häftlinge stelle eine Geste für Menschen dar, die Opfer «einer grausamen Entführung» geworden seien. 

Wie normale Bürger behandeln

No Components found for watson.rectangle.

Nach Mujicas Plan sollen die Männer in Uruguay wie normale Bürger behandelt werden und frei reisen dürfen. Das Schicksal der Guantánamo-Häftlinge erinnere ihn an seine eigenen 13 Jahre in politischer Gefangenschaft, schrieb der frühere Guerilla-Kämpfer.

Es bleiben noch 136 Häftlinge in Guantánamo. 66 stellen nach Einschätzung der Behörden keine Gefahr dar, finden aber keine Aufnahmeländer.

Obamas Sondergesandter für die Schliessung des Lagers, Cliff Sloan, erklärte, die US-Regierung sei Uruguay «sehr dankbar» für die Aufnahme der Gefangenen, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren könnten. Die Unterstützung durch Freunde und Verbündete sei zentral zur Schliessung von Guantánamo und die Überstellung der sechs Häftlinge sei eine «wichtige Etappe» für dieses Ziel.

Umstrittene Schliessung

No Components found for watson.rectangle.

Nach der Freilassung der sechs Männer bleiben noch 136 Häftlinge in Guantánamo. Obama bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Januar 2009, das international kritisierte Gefangenenlager auf Kuba zu schliessen. Er stösst dabei aber in Parlament, Justiz und Öffentlichkeit auf Widerstand. 

Mit solchen Schläuchen werden Häftling zwangsernährt.
Mit solchen Schläuchen werden Häftling zwangsernährt.Bild: Charles Dharapak/AP/KEYSTONE

Die meisten Häftlinge wurden seit ihrer Festnahme in den Jahren 2001 und 2002 weder angeklagt noch verurteilt. 66 Häftlinge stellen nach Einschätzung der Behörden keine Gefahr dar, sie finden aber keine Aufnahmeländer.

Kritiker der Pläne zur Schliessung des Lagers sehen in den Gefangenen eine Bedrohung der nationalen Sicherheit. Ihre Freilassung lehnen sie ebenso ab wie ihre Überstellung in normale Gefängnisse in den USA. Sie verweisen auf mehrere Fälle, in denen sich freigelassene Häftlinge dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder anderen Extremistengruppen angeschlossen haben. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Mit Oligarchengeldern die Ukraine reparieren – daran tüfteln die Schweiz und die EU
Der Westen schmiedet Pläne, um russisches Oligarchengeld für den Wiederaufbau der Ukraine zu verwenden. Die Hürden dafür sind jedoch riesig.

600 Milliarden Dollar. So viel würde es kosten, die Ukraine nach dem Krieg wiederaufzubauen, schätzte der ukrainische Premierminister Denis Schmihal Mitte April.

Zur Story