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Interview mit Kno

CunninLynguists-Konzert: «Die Beats machen den Unterschied»

CunninLynguists stellen am 31. Mai in der Zürcher Exil ihren neuen Longplayer «Strange Journey Volumen Three» vor. Seit dem Debüt «Will Rap For Food» im Oktober 2001 ist viel gelaufen – in der Band, wie Produzent Kno im Interview erläutert. Sozialpolitisch sei dagegen nicht viel passiert, kritisiert der Südstaatler.
21.05.2014, 16:5430.05.2014, 17:34

Ihr fallt in die Kategorie Conscious Hip-Hop. Eine Bürde?
Kno: Nein, das stört mich nicht. Hip-Hop-Fans, Musikfans – Menschen mögen es, Dinge in Schubladen zu stecken. Das hilft ihnen. Besonders, wenn sie beispielsweise Freunden gegenüber etwas suggerieren wollen, von dem sie auch nicht wissen, wie man es erklärt. Aber wenn ich kategorisiert werden muss, ist diese echt völlig okay. Wir machen generell positive Musik und stossen keinen vor den Kopf. Ich denke nicht, dass wir predigen, aber conscious – bewusst – ist gut – vom sozialen Punkt gesehen. 

Ich habe das Gefühl, dass der heutige Hip-Hop weniger auf Probleme eingeht als in den 90ern? Stimmt das?
Es ist irgendwie verrückt: Ich glaube nicht, dass die Welt ein Stück besser geworden ist, aber der Hip-Hop schafft heute mehr Probleme als dass er sie anspricht. In den 80ern war Hip-Hop oft Partymusik, aber in den 90ern hat so ziemlich jede Gruppe bis hin zu NWA soziale Themen angesprochen. Sogar die Alben der Gangster-Rapper wie etwa Geto Boys waren voll von politischen und sozialkritischen Kommentare.

Was hat sich verändert?
Das Album eines heutigen durschnittliche Ganster-Rappers dreht sich allein um den Gangster-Aspekt an sich. Ich weiss auch nicht, was passiert ist, Mann. Naja, es geht offensichtlich ums Geld und nicht um irgendeine Art von Kunst.

Steht Ihr für Südstaaten-Hip-Hop?
Heute gibt es den Southern-Stil und du kannst aus Tausenden Sachen auswählen. In der Zeit, aus der Deacan und ich kommen, gab es keinen Southern Hip Hop in der Form. Hip Hop existierte damals dort, aber nicht als der Sound, wie er heute in Stil und Inhalt definiert wird.

Was habt Ihr früher gehört?
Als ich jünger war und Anfang, Mitte der 90ern anfing, Hip-Hop zu hören, gab es Outkast, Goodie Mob, UGK und sowas, aber noch nicht DEN Sound. Im Süden hören wir noch alles. Dort wo ich aufwuchs, im ländlichen Georgia – und Deacan im ländlichen Kentucky, hatten wir Hip-Hop aus der Bay-Area, aus New York... Ich hätte mir alles angehört. Das ist auch der Hauptgrund für unseren Stil: Es gab im Süden nicht den einen Rap, sondern eben Nas und Wu-Tang genauso wie Ice Cube und Geto Boys.

Welcher Song bedeutet Ihnen am meisten und warum?
Lass mich nachdenken... Aus persönlicher Sicht ist es «The Format» mit Masta Ace und Mr. SOS. Weil es schön war, mit den Jungs mal wieder zu arbeiten, nachdem wir das vor Jahren schon mal gemacht haben. Mit Masta Ace bin ich noch immer befreundet und sehen uns manchmal, wenn wir touren. Mit RJD2 ist es dasselbe, deshalb hatten wir gute Energien, als wir diesen Song mit diesem Line-Up einspielen konntre. Es war so gut, als wäre es wieder 2003.

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Ist es dein persönlichster Song?
Das würde ich nicht sagen. Klar, es ist der einzige Song der Platte, auf dem ich selber rappe, deshalb ist er wohl künstlerisch mein Highlight der Platte. Aber welcher ist der wichtigste? Es ist schwer, ein Album zu nehmen und einen Song herauszupicken.

Ihr nehmt gerne Leute mit an Bord, oder?
«Dying Breed» ist ein gutes Beispiel, er zeigt, das wir nicht so auf Ego setzen: Es ist das einzige Stück der ganzen Platte, auf dem Nattie und Deacan ohne Gäste rappen. Ich habe die Basis der Beats bereitet und hätte darauf bestehen können, dass ich ihn auf jeden Fall produzieren will. Aber wir haben Thomax genommen, einen Produzenten aus Norwegen.

Habt Ihr eine grosse Fan-Base in Europa?
Wir haben Fans in Kanada, den USA und Europa. Ich glaube, die Beats machen den Unterschied zu anderen unabhängige Rap-Acts. Das ist kein Ego-Ding, es unterscheidet uns einfach: Wenn du nach Deutschland oder Frankreich fährst, sprechen weniger Leute Englisch oder es ist nicht wichtig für sie. Dann werden die Beats wichtig: Wenn ich einem Schweizer Rap-Song höre, verstehe ich die Texte nicht und werde zuerst vom Beat hineingezogen. Und wenn Beats und Flow beide Dope genug sind, dann gehst du auch mit, wenn du kein Englisch verstehst. Ich glaube, das hat uns in Europa so populär gemacht.

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Wie oft hat das in der Schweiz geklappt?
Die Schweiz ist einer unserer liebsten Plätze in Europa. Punkt. Wir haben schon etwa vier Mal oder noch öfter in Zürich gespielt, waren glaube ich zwei Mal in Frauenfeld, wir waren Eröffnungsact in Laax... Wir waren überall im Land: Ich weiss gar nicht, ob wir irgendwo mehr Shows gespielt haben.

Und was hat Euch am besten gefallen?
Nun: Es ist sehr sauber. Es gibt viele urbane Gegenden in den USA, wo das echt nicht so ist. Und die Umgebung Zürichs ist nett. Nett und sauber. Es ist wunderschön, auch wenn ich mich jetzt vielleicht wiederhole ... Es ist einer jener Orte, an denen wir uns immer wünschen, wir hätten einen Extra-Tag frei, aber das erfüllt sich meistens nicht. Meistens kriegst du den dann in irgendeiner langweiligen Kleinstadt. Nein, ich kann wirklich überhaupt nichts Schlechtes sagen, die Leute waren stets nett. Wir hatten immer eine gute Zeit.

Was darf das Publikum von eurem Bühnenprogramm erwarten?
Wir sind sehr stolz auf unsere Life-Performance und kümmern uns um unsere Show und unsere Fans: Wenn jemand sein hartverdientes Geld ausgibt, um uns live zu sehen, wollen wir ihm auch etwas bieten. Wir haben so viele Songs und so viele Platten und versuchen immer, die ganze Bandbreite unserer Discographie zu zeigen. Jeder will etwas andere hören, deswegen. Du hörst bei uns den altten Kram, nicht so alten Kram und den neuen Kram.

Eure Fans können sich also auf Euren Auftritt in der Zürcher Exil am 31. Mai freuen ...
Ja, und ein Bonus, in dessen Genuss die Schweiz kommt, ist, dass es ist die letzte Show unserer zweimonatigen Europatour ist: Wir werden eine gut geölte, eingespielte Maschine sein. Diese Konzerte sind meistens der Meilenstein, wir haben alle Fehler raus, die Arbeit ist fast vorbei und es wird ein grosser Spass-Abend.

«Will Rap for Food».

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeschluss ist der 31. Mai 2014. Jeder Teilnehmer hat maximal eine Gewinnchance. Die Gewinner/innen werden ausgelost und per Mail benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

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